Ein Spießrutenlauf zum Unterricht

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Weit über zwei Jahre der Recherche liegen hinter Otto Betz. Jetzt geht das Buch "Geschichte und Geschichten der Schulen von Böbingen an der Rems" in Druck.
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Der Böbinger Gemeinderat Otto Betz hat über die Schulgeschichte im Dorf recherchiert. Am 29. Oktober präsentiert er „Geschichte und Geschichten der Schulen von Böbingen an der Rems“.

  • Wo es das Buchzu kaufen gibt
  • Die Buchpräsentation ist am Freitag, 29. Oktober, geplant. Das 212-Seiten-Werk mit Hardcover und im DIN-A4-Format mit einer Auflage von 300 Stück wird ab diesem Zeitpunkt im Rathaus und in mehreren Böbinger Geschäften für 24 Euro erhältlich sein.

Die Recherche macht einfach Spaß und ist spannend.“

Otto Betz, Buchautor

Böbingen 

Nachdem er sich um Geschichte und Geschichten im Böbinger Ortsteil Beiswang gekümmert hat, ist Otto Betz nun wieder in Archive eingetaucht. Diesmal auf der Suche nach Fakten zur Geschichte der Schulen in der Gemeinde Böbingen. Entstanden ist das Buch „Geschichte und Geschichten der Schulen von Böbingen an der Rems“.

Seit Oktober 2018 war der engagierte Gemeinderat und Buchautor so etwa in Ludwigsburg zu finden. Zudem im Böbinger Archiv und in manchem Wohnzimmer bei betagten Schülern von damals. Besonders gefreut hat er sich, dass er auch ein Interview mit dem Böbinger Franz Wörner führen konnte. Dieser hatte einiges zu erzählen, feierte er doch in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Er musste beispielsweise als Bub damals von seinem Elternhaus in Oberböbingen jeden Tag nach Unterböbingen in die katholische Schule gehen. Das Problem bei der Sache: Franz Wörner ist katholisch. Was bedeutet, dass er täglich eine Art Spießrutenlauf durch das evangelische Oberböbingen machen musste auf seinem Schulweg. Heute nicht mehr vorstellbar, gab es früher eine strenge konfessionelle Trennung in den Bildungseinrichtungen Böbingens. Viele dieser Schilderungen von Böbinger Zeitzeugen finden sich im Werk von Otto Betz wieder. Insgesamt 16 Schulgeschichten sind so aus der Feder des Gemeinderates geflossen.

Otto Betz ist begeistert, dass er „immer offene Türen in den Archiven“ findet, wenn er sich auf die Suche nach historischen Daten und Fakten macht. „Das macht einfach Spaß und ist spannend“, begründet er die vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden während seiner aufwendigen Recherche. Im Laufe dieser Zeit sind da einige Unterlagen gesichtet und zusammengetragen worden. „Ich habe jetzt 13 Gigabyte an Daten, 2000 Dateien und vieles mehr“, erklärt Betz das Erreichte.

300 Bilder aus der Vergangenheit

Ein anderes Thema ist das Bildmaterial, das er in der Hand hatte. In seinem neuen Buch finden sich beispielsweise 15 Klassenfotos. Da wird sich mancher Böbinger und manche Böbingerin als Bub oder Mädel wiederfinden, ist sich der Autor sicher. Insgesamt ergeben etwa 300 Bilder und Abbildungen, etwa von Bauplänen, die Würze und das i-Tüpfelchen des Textteils.

Evangelisch vor katholisch

Der Leser erfährt beispielsweise, dass die zeitliche Entwicklung des Schulwesens in Böbingen, angesichts der einstigen katholischen Schule in Unterböbingen und der evangelischen in Oberböbingen, viele Unterschiede aufweist. Im Laufe der Recherche fand Otto Betz heraus, dass Oberböbingen mit seiner evangelischen Schule mindestens 100 Jahre früher einen annähernd regelmäßigen Unterricht anbot als die katholische Schule in Unterböbingen. So ist in Oberböbingen bereits 1593 ein erster Schulmeister in der evangelischen Schule belegbar. Auch die lange und heftige Diskussion über einen gemeinsamen Schulstandort, die bereits in den 1930er-Jahren in Böbingen startete, wird geschildert. Schließlich einigte man sich auf einen Neubau der Schule am heutigen Standort in der Schulstraße. Aber erst 1954 wurde das Schulgebäude schließlich eingeweiht, was ein wichtiger Schritt fürs Zusammenwachsen der vormals selbstständigen Gemeinden Ober- und Unterböbingen gewesen sei, wie Betz schildert. Übrigens: In dem Werk „Geschichte und Geschichten der Schulen von Böbingen an der Rems“ kann man auch die Schulpläne und etwa die Auflistung der Pädagogen in Ober- und Unterböbingen von den Anfängen bis 1954 studieren.

Für eine schnelle Übersicht der Ereignisse wartet das Buch zudem mit einer Zeittafel auf, die unter der Federführung von Tassilo Steeb entstand. Diese zeigt die schulische Entwicklung Böbingens im Kontext mit der Schulgeschichte der Welt auf.

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