Fotos als Brücke zur Erinnerung

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Uwe Winkow an seiner Wirkungsstätte. Besonders freuen würde er sich über Informationen zu der oben abgebildeten Damenmannschaft aus dem Jahr 1932.

Uwe Winkow hat mit dem Böbinger Bilderbuch im Internet den Nerv der Betrachter getroffen. Allein im November freute sich der rüstige Pensionär über tausende Mausklicks.

Böbingen

Im Frühjahr 2017 erlebte Uwe Winkow aus Böbingen die Initialzündung für ein Vorhaben, das ihn mittlerweile täglich stundenlang vor dem Computer sitzen lässt. "Ich hab‘ Blut geleckt", beschreibt er, wie er Stück für Stück in die Böbinger Geschichte eingetaucht ist. Und das als "Reingeschmeckter", stammt er doch selbst aus Heubach.

Nein, er macht es nicht für sich selbst, sondern für alle, die Interesse an Fotos und Dokumenten von der Remstalgemeinde haben. Per Mausklick kann sich so jeder als Betrachter auf Tauchgang in die Böbinger Historie aufmachen. Wo, und wann immer sie oder er dies möchte. Am Handy, am Computer oder auch am Smart TV, also am internettauglichen Fernseher. Gern für Senioren von den Enkeln oder Kindern eingerichtet.

"Da könne einem manche Corona-Verordnung oder auch Ausgangssperre schlicht schnuppe sein", meint der Macher lachend. Denn gemütlich auf der Couch sitzend, kann sich jeder Interessierte durch das jeweilige Album klicken.

"Das Thema Mensch ist von großem Interesse", beschreibt Winkow, der vor seinem Ruhestand in der IT-Branche tätig war. Und mit dem Projekt seine Affinität zum Digitalen auch als Pensionär auslebt.

Der Blick auf seine beiden PC-Monitore zeigt auf, wie akribisch er sein Archiv für die Fotografien pflegt. Kein leichtes Unterfangen, kommen doch immer mehr Bilder hinzu.

Warum? Weil es immer wieder bei ihm an der Türe klingelt und jemand Bilder abgibt. Manchmal gar ganze Fotoalben. Alles wird abgescannt und eingepflegt in die passende Kategorie. Und ist so per Mausklick mühelos von allen Interessierten im Internet zu betrachten.

Unter bbb.winkow.de öffnet sich so die Böbinger Geschichte in Bilderform. Alle Epochen, seit es die Fotografie gibt, werden dargestellt. Da es den Wunsch aus der Bürgerschaft gibt, die Bilder auch mit Texten zu versehen, ist Winkow auf entsprechende Informationen angewiesen. Daher freut er sich über Rückmeldungen – und pflegt das Erzählte ein.

Das Thema Mensch ist von großem Interesse.

Uwe Winkow

Gespannt ist er zum Beispiel momentan auf Antworten zu einem Bild von 1932. Es zeigt eine Damenfußballmannschaft. "Sind es Damen aus Böbingen? Oder aus der Umgebung?", überlegt Uwe Winkow. Und hofft auf Antworten. Vielleicht erkennt sich jemand?

Neu in seiner Sammlung ist auch die komplette Jahresausgabe der Oberböbinger Zeitung anno 1932. "Diese wurde beim Abriss einer Scheune als Dämmmaterial zwischen den Böden entdeckt", freut sich Winkow über den außergewöhnlichen Fund. Klar, dass auch der gleich gescannt und archiviert wurde.

Wer etwas weiß zu irgendeinem Bild – oder eben zu diesem speziellen Damenfußballbild, kann sein Wissen auf post@winkow.de oder direkt an der Haustür von Uwe Winkow in der Bürgermeister-Göhringer-Straße abgeben.

Übrigens: Zu Ostern wird es ein neues Album im Internet zu betrachten geben. Man darf gespannt sein. Bislang gibt es derer Elf, mit manchem historischen Schmankerl. Etwa Badenixen im einstigen Böbinger Freibad oder auch Straßenzüge und Gruppenbilder. Dass das Böbinger-Bilder-Buch immer mehr anwächst, verdankt es zum einen dem Engagement von Uwe Winkow und zum anderen Bürgern, die bei ihm die Fotos abgeben. So wird Stück für Stück die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes die Böbinger Geschichte zum Nulltarif "veranschaulicht".

Info: Das Böbinger-Bilder-Buch findet sich im Internet unter bbb.winkow.de

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