Freunde auch in schweren Zeiten

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Bürgermeister Jürgen Stempfle mit dem Bürgermeister von Custines, Pierre Julien. Im Hintergrund die Skulpturen für Custines und der Bücherschrank von Custines für Böbingen. ÌÌFoto: Länge
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Diskussion zum 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen dem französischen Custines und Böbingen zeigt die Verbundenheit beider Gemeinden.

Böbingen

Mit vielen freundschaftlichen Details begrüßte Böbingen am Sonntag auf der Feuerwehr-Hocketse eine Abordnung aus dem befreundeten französischen Custines. Blumengestecke in den Farben Frankreichs schmückten die Bühne, musikalisch wies der Gesang- und Musikverein Böbingen mit „Ein halbes Jahrhundert“ auf die langjährige Freundschaft hin: 50 Jahre Partnerschaft zwischen den Gemeinden konnten gefeiert werden.

Masken in Erinnerung

Bürgermeister Jürgen Stempfle begrüßte die Gäste und Wegbegleiter der 50-jährigen Freundschaft im Park am alten Bahndamm und kündigte eine „kurzweilige“ Gesprächsrunde“ mit den Gästen, geleitet vom Redaktionsleiter der Gmünder Tagespost, Michael Länge, an. Pierre Julien, seit 2020 Bürgermeister der Gemeinde Custines, stellte die Delegation vor, der mit Jean-Pierre Parnisari und Renée Henry „drei Bürgermeistergenerationen“ angehören. Er selbst sei das erste Mal in seinem Amt als Bürgermeister in Böbingen.

Seine französischen Sprachkenntnisse reichen, um im Supermarkt einzukaufen, bekannte Redaktionsleiter Michael Länge, der Aude Bucher, der Übersetzerin, dankte. Der Austausch aller Generationen sei ihm wichtig, erklärte Julien auf Länges Nachfrage. Er habe von seinem Vorgänger Jean-Pierre Parnisari viel über die gelebte Partnerschaft erfahren, auch seien dem Bürgermeister die von Böbingen gelieferten Masken während der Pandemie im Gedächtnis geblieben. Parnisari war von 1989 bis 2014 Bürgermeister der Gemeinde Custines. Für ihn lebt eine Städtepartnerschaft nicht auf „der Verwaltungsebene“. Der Beginn der Freundschaft zwischen Böbingen und Custines sei bei einem Feuerwehrfest entstanden, dem viele Feste und Treffen folgten. Norbert Müller, langjähriger Gemeinderat von Böbingen und der längste Wegbegleiter der Partnerschaft, erinnerte an die ersten Treffen der Gemeinderäte, darauf aufbauend seien langjährige persönliche Freundschaften entstanden.

Die Jugend ist Zukunft

Bürgermeister Stempfle verwies auf die Wichtigkeit der Partnerschaft, die ihm sehr am Herzen liege. Frankreich habe nach dem Krieg als erstes Land die Freundschaft angeboten, die Partnerschaft mit Custines mache ihn „stolz und glücklich“. In seinen Jahren als Bürgermeister habe er „großartige Persönlichkeiten“ aus der Partnerstadt kennengelernt. Das Wissen, auch in schweren Zeiten Freunde zu haben bewege ihn „zutiefst“.

Als Ziel für die kommenden Jahrzehnte sehen beide Gemeindeoberhäupter das Aufrechterhalten und Vertiefen der Beziehungen, zu dem auch die jüngere Generation eingebunden werden soll. „Die Jugend ist unsere Zukunft“, bestätigte Julien. Michael Länge zog das Fazit: „Die Freundschaft steht auf einem guten Fundament“. Julien zitierte Absätze aus dem 50-jährigen Partnerschaftsvertrag, der das „Verständnis und die Freundschaft“ beider Länder stärken solle. Alle anwesenden Gäste seien Bausteine im Mosaik der Freundschaft, erklärte Länge dazu, bevor der Musikverein die Nationalhymnen beider Länder spielte.

Als „bleibendes Geschenk“ erhielten die Gäste aus Custines Skulpturen der Ellenberger Künstlerin Hilde Diemer, die die Freundschaft in Holz geschnitzt symbolisierten. Sprachlos zeigte sich Stempfle beim Anblick einer mit Symbolen der gegenseitigen Freundschaft versehenen „Fischerhütte“ die als Bücherschrank jetzt seine Gemeinde zieren soll. Großen Applaus erhielt Julien für seine abschließenden Worte: „Es lebe die Partnerschaft, es lebe Europa“.

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