Kommt der B-29-Tunnel trotz „Ampel“?

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Seit Mitte September ist klar: Der Böbinger Tunnel an der B 29 kommt. Dabei bleibt es nach Auskunft des Regierungspräsidiums auch unter der neuen Bundesregierung.
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Welche Auswirkungen hat die Ankündigung der neuen Bundesregierung, den Bundesverkehrswegeplan zu „überprüfen“ und wie sehen die nächsten Schritte und der Zeitplan beim Böbinger Tunnel aus?

Böbingen

Drei Monate ist es jetzt her, dass die Nachricht aus dem Bundesverkehrsministerium nach Böbingen flatterte: Der Bund hat sich beim Ausbau der B 29 für den Tunnel entschieden.

Wie geht es da jetzt weiter? Welche Planungen werden aktuell verfolgt? Wie sieht der Zeitplan aus? Und was bedeutet es, wenn die neue Ampel-Koalition im Bund von einer „Überprüfung“ der Projekte im Bundesverkehrswegeplan spricht?

Die Redaktion hat beim zuständigen Regierungspräsidium nachgefragt. Dessen Pressesprecherin Lisa Schlager gibt Auskunft.

Frau Schlager, in welchem Planungsstand befindet sich der Tunnel aktuell?

Lisa Schlager: Mit der Variantenentscheidung des Bundes für die Tunnelvarianten ist die Voruntersuchung abgeschlossen. Mit der nächsten Planungsstufe, der Entwurfsplanung, hat das Regierungspräsidium bereits begonnen.

Was wird gerade gemacht?

Aktuell wird die Verkehrsuntersuchung fortgeschrieben, die als Grundlage für luft- und schalltechnische Gutachten dient. Weiterhin läuft das Monitoring der Grundwasserstände im Bereich des zukünftigen Tunnels. Die Planung für den Tunnel selbst ist europaweit auszuschreiben. Die Vorbereitung für diese Ausschreibung läuft aktuell. Zudem werden weitere Fachplanungen, wie der landschaftspflegerische Begleitplan und die Planung von Rems-Verlegungen, vorbereitet.

Gibt es schon aktuelle Visualisierung des Tunnels?

Neue Visualisierungen werden zum Ende der Entwurfsplanung erstellt und liegen daher noch nicht vor. Ergänzend überarbeitet das Regierungspräsidium derzeit den Internetauftritt zum Ausbau der B 29. Zukünftig sollen dort aktuelle Pläne und weitere Informationen bereitgestellt werden.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Nach aktuellem Kenntnisstand war Schritt eins die Vorplanung mit der Variantenentscheidung im Herbst 2021. Als zweiter Schritt folgt der Vorentwurf mit dem „Gesehenvermerk“ des Bundes bis Sommer 2024. Danach kommt die Genehmigungsplanung und das Planfeststellungsverfahren, der Planfeststellungsbeschluss ist für Ende 2026 anvisiert. Nach der Planfeststellung erfolgt die Ausführungsplanung, anschließend beginnt der Bau. In der aktuellen Planungsphase können dazu noch keine konkreten Aussagen getroffen werden.

Wie kostet das Ganze?

Die Kostenschätzung aus dem Jahr 2020 aus der Voruntersuchung beträgt rund 215 Millionen Euro für den Abschnitt Schwäbisch Gmünd-Böbingen, davon entfallen rund 54 Millionen Euro auf den Tunnel.

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung heißt es, der Bundesverkehrswegeplan würde „überprüft und überarbeitet“. Hat das Folgen für den Tunnel?

Die Planung zum vierstreifigen Ausbau der B 29 von Schwäbisch Gmünd bis Mögglingen erfolgt auf Grundlage des Sechsten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 23. Dezember 2016, in dem festgelegt ist, dass die B 29 in diesem Abschnitt auf vier Fahrstreifen mit Mitteltrennung ausgebaut werden soll. Durch den Ausbau der B 29 sollen Kapazitätsengpässe abgebaut und die Verkehrssicherheit erhöht werden, daran hat sich nichts geändert.

Also bleibt es beim Tunnel?

Der Ausbau zwischen Schwäbisch Gmünd und Mögglingen ist ein Teilprojekt des Gesamtprojektes Schwäbisch Gmünd- Aalen. Dieses sieht den vierstreifigen Ausbau von Schwäbisch Gmünd bis Aalen vor. Die Abschnitte von Mögglingen bis Aalen sind bereits fertiggestellt oder im Bau. Zudem ist die Planung zwischen Schwäbisch Gmünd und Mögglingen bereits weit fortgeschritten. Mit Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums zur Vorzugsvariante, unter anderem dem Böbinger Tunnel, im September dieses Jahres ist die Vorplanung abgeschlossen. Das RP hat daraufhin umgehend mit der nächsten Planungsstufe – der Entwurfsplanung – begonnen. Aus den genannten Gründen geht das RP davon aus, dass die im Koalitionsvertrag aufgeführte Überprüfung und Überarbeitung der im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Projekte keine Auswirkung auf den vierstreifigen Ausbau zwischen Schwäbisch Gmünd und Mögglingen und den Böbinger Tunnel hat.

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