Landrat glaubt an den Tunnel

  • Weitere
    schließen
  • schließen

Dr. Joachim Bläse wendet sich mit einem Brief an Böbingens Bürgermeister. Darin heißt es, er hoffe auf ein "baldiges positives Ergebnis".

Böbingen

Landrat Dr. Joachim Bläse hat in Sachen Böbinger Tunnel einen "positiven Eindruck". Das geht aus einem Brief an Bürgermeister Jürgen Stempfle hervor, den dieser am Mittwoch im Technischen Ausschuss öffentlich machte.

Hintergrund ist, dass die Gemeinde und das Aktionsbündnis Böbinger Tunnel seit dem Spatenstich für den B-29-Ausbau in Essingen am 12. Oktober mit dem Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Steffen Bilger, nach eigener Aussage verunsichert waren. Denn entgegen der Hoffnungen brachte Bilger nicht etwa die guten Nachrichten mit, dass dem Tunnel nichts im Wege stehe. Stattdessen verkündetet er, die Kosten hätten sich "verdreifacht" und das Bundesverkehrsministerium müsse derzeit noch intensiv prüfen.

Dem Aktionsbündnis wie auch Bürgermeister Stempfle war nicht klar, auf welche Zahlen sich der Staatssekretär bei seinem Vergleich bezog. Dieses Unverständnis äußerten sie gegenüber der Gmünder Tagespost in einem Interview. Diesen Artikel wiederum nahm Landrat Bläse zum Anlass seines Briefes an Böbingens Bürgermeister.

Sein Eindruck nach dem Spatenstich in Essingen sei "sehr positiv", so Bläse. Bilger habe die Alternativlosigkeit des Tunnels für die Böbinger erkannt und damit der Gemeinde und der Delegation des Aktionsbündnisses pro Tunnel Zuversicht vermittelt. "Er warte nun nur noch auf die Wirtschaftlichkeitsbewertung beziehungsweise die Nutzen-Kosten-Bewertung", so Bläse. Und weiter: "Ich bin optimistisch, dass unserem Wunsch nach einem Tunnel in Böbingen nachgekommen wird und wir damit erfolgreich sind." Auch weil das Regierungspräsidium nach Prüfung aller Varianten für den Tunnel votiert habe, hoffe er auf ein "baldiges positives Ergebnis", heißt es in dem Schreiben.

Ich bin optimistisch, dass unserem Wunsch nach einem Tunnel in Böbingen nachgekommen wird.

Dr. Joachim Bläse, Landrat

Zur Erklärung: Bei Straßenbaumaßnahmen wird der Nutzen-Kosten-Wert ermittelt. Fällt eine Variante bei Einbeziehung aller Variablen unter die magische Grenze von 1,0, dann ist das Bauvorhaben nicht mehr wirtschaftlich darstellbar. In diesem Fall könnte im Zweifel auch der Bundesrechnungshof einen Riegel vorschieben. Dazu schreibt Bläse, dass die Untersuchungen der Kosten für den Ausbau der B 29 das Gesamtprojekt zwischen Gmünd und Aalen betreffen. Für den Bereich Böbingen sei kein gesondertes Nutzen-Kosten-Verhältnis im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ausgeworfen worden. Bläse wörtlich: "Insofern bin ich optimistisch, dass bei dem im BVWP genannten Verhältnis von 3,9 auch eine deutliche Kostenerhöhung für die Bauwürdigkeit (...) nicht in Frage steht." Sprich: Auch wenn der Tunnel sehr viel teurer würde, sei die Gesamtmaßnahme – und damit auch der Tunnel – nicht gefährdet.

Kosten schlüssig begründen

Das Landkreis stehe zu 100 Prozent hinter Böbingen und der Tunnellösung, versichert Bläse weiter. Daher sei es wichtig, dass die Projektkosten schlüssig begründet seien und die Erhöhungen gegenüber früheren Ansätzen als unvermeidbar dargestellt werden könnten, um am Ende zum Erfolg zu führen. Dies könne natürlich "einige Zeit in Anspruch nehmen".

Die Gmünder Tagespost hat Staatssekretär Bilger wiederholt schriftlich darum gebeten, seine Aussagen zu konkretisieren. Aus seinem Büro hieß es jetzt am Mittwoch, dass die Pressestelle des Bundesverkehrsministeriums sich "zeitnah" um eine Antwort kümmern werde.

Zurück zur Übersicht: Böbingen

WEITERE ARTIKEL