Rad-Park als Böbinger Aushängeschild

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Die Mitglieder des Technischen Ausschusses beim alten Bike-Park in Böbingen. Dieser wird abgerissen und dafür eine neue Anlage aufgebaut. Die Fachfirma "Kolap" hat dazu einen ersten Entwurf vorgelegt. Im September entscheidet der Gemeinderat.
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Warum das Radsport-Team des TSV und die Gemeinde gemeinsam mit einer Fachfirma ein neues Gelände für Mountainbikes planen und für welche Zielgruppe das Projekt gedacht ist.

Böbingen

Ein bisschen blutet ihnen schon das Herz, das geben Martin Brasda und Volker Prölß gerne zu. Die Mitglieder des Radsport-Teams, einer eigenen Abteilung innerhalb des TSV Böbingen, haben schließlich selbst mitgebaut an dem Bike-Park im Böbinger Osten, gleich neben dem TSV-Kunstrasenplatz. Auf Holzbahnen geht die wilde Fahrt ab, mit Sprüngen und Kurven, auch eine große Brücke steht parat. Allerdings ist das gesamte Gelände mit einem rot-weißen Band abgesperrt. Über die Holzdielen wachsen Gras und Unkraut. "Mittlerweile sieht‘s aus wie im Dschungel" sagt Martin Brasda. Denn seit einem dreiviertel Jahr ist der Bike-Park gesperrt.

Grund war ein Unfall im vergangenen August, ein junger Biker geriet auf Abwege und verletzte sich. Der TÜV verweigerte daraufhin sein Gütesiegel, sodass weder Vereins- noch Freizeitsport auf dem Gelände mehr möglich war, berichtet Bürgermeister Jürgen Stempfle. Nun soll der alte Bike-Park abgerissen und, gemeinsam mit einer Fachfirma, eine neue, ordnungsgemäße Anlage gebaut werden.

Die Mitglieder des Technischen Ausschusses machen sich deshalb am Mittwoch ein Bild vor Ort. Nebenan, auf dem Remstal-Radweg, ist an diesem warmen Sommertag ordentlich was los. "Unser Ziel muss es sein, hier einen einmaligen Eye-Catcher zu bekommen", meint Martin Brasda. Ein Aushängeschild für den TSV und für die Gemeinde. Richtung Radweg soll deshalb auch der Eingangsbereich samt Sitzgelegenheiten entstehen. Auch der obere Eingang beim Wohngebiet an der Pfarrer-Kolb-Straße wird neu gestaltet, aber ohne Aufenthaltsmöglichkeiten, um die Anwohner nicht zu beeinträchtigen.

Die Grobplanung der Firma "Kolap" sieht einen Rundkurs aus drei parallel verlaufenden Strecken mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad vor. Stempfle betont, es sei wichtig, dass nicht nur Vereinssportler, sondern alle Kinder und Jugendlichen das Gelände gefahrlos nutzen könnten. Das sehen die Vertreter des Radsport-Teams ganz genauso. Josef Apprich und Otto Betz weisen darauf hin, dass geklärt sein müsse, wer künftig für die Anlage verantwortlich sei, sie pflege und in Schuss halte. Eigentümer bleibe die Gemeinde, so Stempfle, für den Unterhalt sorge aber der Verein.

Unser Ziel: ein einmaliger Eye-Catcher.

Martin Brasda, Radsport-Team

Die Anlage solle so naturnah wie möglich gestaltet sein, betont Manfred Gold. Auch da stimmen die Vereinsverantwortlichen voll zu. Die Fachfirma pflanze lieber drei Bäume als einen wegzumachen. Das Gelände werde größtenteils mit Erdaufschüttungen modelliert.

Die Kosten betragen laut Stempfle rund 50 000 Euro. Bis zur Sitzung des Gemeinderats im September will Stempfle mit der Fachfirma die genauen Unterhaltungskosten klären. Dann entscheidet der Gemeinderat über das Konzept. Wenn alles glatt läuft, könnte in diesem Jahr Baustart sein. Bis die ersten Mountainbiker ihre Runden drehen, dürfte es Frühjahr werden.

Das Radsport-Team im TSV Böbingen ist seit 2015 eigenständige Abteilung. Rund 50 aktive Kinder und Jugendliche trainieren hier regelmäßig. Dem Verein geht es nach eigenen Angaben darum, ein methodisches Training anzubieten, von einfach bis komplex. Auch das Verhalten auf der Straße und auf Wegen, die gemeinsam mit Fußgängern genutzt werden, werde geübt.

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