Radeln auf der „ganz alten B 29“?

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Die alte B 29 und jetzige Gemeindeverbindungsstraße zwischen Mögglingen und Böbingen.
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Die zurückgebaute B 29 zwischen Mögglingen und Böbingen endet als Radweg bisher im „Niemandsland“. Böbingens Bürgermeister hat einen Favoriten für eine Übergangslösung.


Böbingen/Mögglingen. Nach dem Bau der Mögglinger Ortsumgehung wurde der Abschnitt der alten B 29 zwischen Mögglingen und Böbingen auf Radweg-Größe zurückgebaut. Radfahrer kommen allerdings an der Remsbrücke bei Böbingen nicht weiter, die Strecke endet hier. Wäre dies nicht der ideale verlauf für einen Schnellradweg?

Darauf angesprochen, meint Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle, das Wichtigste sei, dass es eine Radwegeverbindung von Aalen nach Gmünd gebe - nämlich den Remstalradweg. „Der funktioniert gut“, meint Stempfle, auch wenn er nicht nur im Tal verlaufe und es Steigungen gebe. Der Radweg werde aber seiner Beobachtung nach sehr gut angenommen. Das liege auch daran, dass die meisten Freizeit-Radler heute mit dem E-Bike unterwegs seien. Und den sportlichen Fahrern sei es ohnehin nicht unrecht, wenn die Strecke etwas hügelig sei.

Einen Schnellradweg fände aber auch Stempfle wünschenswert. Die zurückgebaute B 29 ende derzeit tatsächlich „irgendwo im Niemandsland“ vor Böbingen. Aktuell sei es aber nicht möglich, die Strecke hier weiterzuführen, weil an eben dieser Stelle die Trasse für die vierspurige B 29 samt Tunnel geplant werde. „Das Land plant hier den besten Radweg gleich mit“, betont Stempfle. Bis das umgesetzt sei, dauere es aber. Hier schnell einen Radweg bauen zu wollen, sei finanziell nicht darstellbar, vor allem, weil die Rems mit mehreren Brücken „für einige hunderttausend Euro“ gequert werden müsse, so Stempfle. Das nach dem Ausbau der B 29 im Zweifel wieder zurückbauen zu müssen, könne sich kein Mensch leisten. Stempfle schlägt deshalb vor, Alternativen zu prüfen. Eine Strecke mit vergleichsweise wenigen Steigungen sei die „ganz alte B 29“, also die jetzige Gemeindeverbindungsstraße (GVS) zwischen Böbingen und Mögglingen. „Ich wäre sofort bereit, diese Straße außerorts als Radweg umzuwidmen und innerorts in der Mögglinger Straße und Bahnhofstraße mit entsprechenden Fahrbahnmarkierungen kenntlich zu machen“, sagt Stempfle. Hierzu müsste aber auch die Gemeinde Mögglingen im Boot sein. Stempfle ist jedenfalls überzeugt, dass alle bestehenden Möglichkeiten jetzt untersucht werden müssten, um verbesserte Radverbindungen zu erhalten.

Es könnte sich zeitlich lohnen

Mögglingens Bürgermeister Adrian Schlenker meint auch, dass der neue Radweg grundsätzlich auf jeden Fall auf dem zurückgebauten Teilstück verlaufen soll. „Genau so findet sich das im sogenannten RadnetzBW als Zielnetz“, so Schlenker. Aber das könne noch dauern. Aus Mögglinger Sicht werde man aber der Böbinger Argumentation soweit zustimmen müssen, dass erst der Tunnel wenigstens fertig geplant sein müsse, damit man wisse, über welche Flächen man verfüge und welche für den Tunnel reserviert seien. Und die „Zwischenlösung“, die GVS zum Radweg zu deklarieren? „Klar, könnte man machen“, meint auch der Mögglinger Schultes. Das koste aber Geld und man laufe Gefahr, „dass man es wieder rausreißen muss im Zweifelsfall“, fürchtet Schlenker. Die alte B 29 sei ja schon früher Radweg gewesen, wobei Schlenker meint, die Strecke sei von Radfahren „massiv kritisiert“ worden. Lohnen könne es sich aber trotzdem, vor allem, wenn man von einer langen Planungszeit für den Böbinger Tunnel ausgehe.Radeln auf der „ganz alten B 29“?

Links der Weg zur Westtangente, rechts die zurückgebaute alte B 29.

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