Rettung für alte Wohnstraßen

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Sanierungen stehen an: Die Gemeinde Böbingen will mit einer Oberflächenbehandlung Fahrbahnen aus den 70er- und 80er-Jahren erhalten. Im Bild Bürgermeister Jürgen Stempfle und Bauingenieur Ricky Winter (rechts).

Die Gemeinde Böbingen will mit einer Oberflächenbehandlung Fahrbahnen aus den 70er- und 80er-Jahren erhalten. Arbeiten bis nächste Woche.

Böbingen

Runde Kartonscheiben liegen vor dem Rathaus auf der Straße. Dahinter steckt keine Kunstaktion, dort und in vielen weiteren Straßen der Gemeinde Böbingen werden in dieser und der kommenden Woche Straßen saniert. Dabei handelt es sich um eine so genannte Oberflächenbehandlung, die den Istzustand der Straßen möglichst lange gewährleisten soll.

Bürgermeister Jürgen Stempfle: "In allen Fällen handelt es sich um Straßen aus den 1970er- und 1980er-Jahren." Zu der Zeit seien viele Straßen schlechter Qualität gebaut worden. Etwa in den Wohngebieten "Bürgle" und "Strang". Damals wurde nach Worten des begleitenden Bauingenieurs Ricky Winter lediglich ein Unterbau mit zehn Zentimeter Schotter eingebracht, darüber eine minimale Deckschicht. Das führe auf Dauer zu Verwerfungen und Rissen im Belag.

Eine schlechte Voraussetzung für einen neuen Fahrbahnbelag. Der würde wegen des schlechten Unterbaus rasch wieder zur Reparaturstelle. Infrage käme nur ein kompletter Straßenneubau. Der wiederum würde in einigen Fällen zu Anliegerbeiträgen führen, so Bürgermeister Jürgen Stempfle.

Mit der Oberflächenbehandlung habe man schon auf Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen gute Erfahrungen gesammelt, sagt er weiter. Auch der Ostalbkreis nutze diese Form der Straßensicherung, ausgeführt von der Spezialfirma AS aus Langwedel.

Und so geht's: Löcher in den Straßen wurden in den vergangenen Tagen mit einer Mischung aus Bitumenbinder und Splitt aufgefüllt. Jetzt fährt eine Spezialmaschine die Straßen ab. Sie verspritzt auf halber Fahrbahnbreite das Bindemittel, trägt in gleicher Breite Splitt zwischen fünf und acht Millimetern Korn auf. Die neue bis zu einem Zentimeter dicke Schicht wird unmittelbar danach durch Walzen festgepresst. Danach könnten schon wieder Autos drauf fahren. Verkehrsteilnehmer müssen jetzt aber aufpassen: Lockerer Splitt bleibt noch zwei Wochen auf den Straßen, erst dann wird er abgekehrt. Insgesamt 23 500 Quadratmeter neuer Oberfläche entstehen in diesen Tagen in Böbingen. Die elastische Schicht soll auf Jahre neue Risse und Aufbrüche in den Straßen verhindern. Die Fertigstellung hängt jetzt vom Wetter ab. Kommt ein Regenguss, müssen die Arbeiten so lange unterbrochen werden, bis die Straße wieder ganz trocken ist. Nur so hält der neue Belag. Insgesamt plant die Gemeinde Sanierungen für rund 750 000 Euro. Die jetzt begonnene Oberflächenbehandlung kostet 250 000 Euro.

Bankette beschädigt

Weitere Reparaturen sind bis 2022 in der Schönhardter Straße, am Sommerrain und in der Klotzbachstraße nötig. Auf den Gemeindeverbindungsstraßen nach Buch, Schönhardt und Brackwang sind zum Teil die Bankette abgefahren, dort soll noch in diesem Jahr saniert werden. Weitere Summen stehen für defekte Hausanschlüsse zur Verfügung. Jährlich müssen etwa drei Anschlüsse auf Gemeindekosten erneuert werden, weil sich Rohrbrüche häufen.

Diese Straßen sind von der am Montag begonnenen Oberflächenbehandlung betroffen: Römerstraße, Brunnenhaldenstraße, Nelkenweg, Dahlienweg, Zeisigweg, Finkenweg, Amselweg, Silcherstraße, Tulpenweg. Dazu kommen einzelne Abschnitte dieser Straßen: Hauptstraße, Beiswanger Weg, Heubacher Straße, Siemensstraße, Robert-Bosch-Straße, Molkereigässle.

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