TSV Böbingen: Mehr als „nur“ ein Verein

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Einmal im Jahr kommen die Mitglieder in der Halle zusammen. Nicht zum Trainieren, sondern zum gemeinsamen Putzen.
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Was die Mitglieder des TSV Böbingen sportlich auf die Beine stellen und was der Verein für die Gemeinde insgesamt bedeutet.

Böbingen

Der TSV ist mehr als nur ein Sportverein, sagen Thilo Riek, Franziska Weber und Wolfgang Schmid. Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass Vereinsvorstände ihren Verein gut finden. In Böbingen trifft der Satz aber ohne Zweifel zu. Schon alleine die Zahl der Mitglieder, 1400, ist beeindruckend. Man ist versucht zu sagen, der TSV ist Böbingen.

Gemeinsam engagiert

Das geht dem Trio dann doch zu weit. Trotzdem: Wenn in der Gemeinde etwas auf die Beine gestellt wird, ob sportliche Veranstaltungen wie das „Move-Event“, Faschingspartys, Kultur von der Theatergruppe oder eine selbst organisierte Test-Station in Pandemiezeiten, sind die TSV-Mitglieder an vorderster Front dabei. „Wir fragen auch in Ausnahmesituationen, was können wir aus unserer funktionierenden Gemeinschaft heraus anbieten“, meint Franziska Weber. Auch im eigenen Haus packen die gerne TSVler an: Seitdem die langjährige Pächterin des Vereinsheims, Renate Nebenführ, aus Altersgründen aufhörte, schmeißen die verschiedenen Abteilungen den Laden Tag für Tag ehrenamtlich. Einmal im Jahr kommen die Mitglieder in der Halle zusammen. Nicht zum Trainieren, sondern zum gemeinsamen Putzen, berichtet Thilo Riek.

Im Frühjahr kamen auch nach Böbingen viele Geflüchtete aus der Ukraine. Die Tür des TSV stand offen, wie auch für die Menschen, die 2016 und 2017 in Böbingen ankamen, erinnert sich Thilo Riek. Auch sportlich könne der TSV mit Offenheit und einer großen Bandbreite überzeugen. So gibt es beispielsweise in der Tischtennis-Abteilung eine eigene Behinderten-Gruppe.

Für Wolfgang Schmid ist es großartig, zu sehen, dass der TSV einerseits im Breitensport bei vielen unterschiedlichen Sportarten sehr gut aufgestellt ist, auf der anderen Seite aber auch der Leistungssport gefördert wird. Beim Fußball etwa gelinge es, auch durch Spielgemeinschaften, auf einem Niveau wie die Normannia zu spielen. Oder beim Radsport-Team mit dem erfolgreichen „Zugpferd“ Sven Strähle.

Nie Verein für nur eine Sportart

Historisch sei der TSV nie ein reiner Fußball- oder Turnverein gewesen. Immer wenn neue Sportarten angesagt waren, sei es Tischtennis in den 70ern oder Volleyball in den 80ern, sei es gelungen, diese in die bestehenden Strukturen einzubinden. Turnen, Tanzen, Lauftreffs, Gesundheitsangebote: „Es gibt hier wirklich an jedem Tag so viele Angebote für alle Generationen“, meint Franziska Weber. Thilo Riek ergänzt: „Eine umfangreiche Jugendarbeit ist schon immer ein zentrales Thema bei unserem Verein. Hier lernen die Jugendlichen früh, Verantwortung zu übernehmen und soziales Engagement zu zeigen.“

Seit Kurzem haben sie beim TSV ein neues Logo. Darunter steht das Motto. „Das drückt aus, wie wir sind“, sagt Franziska Weber. Es heißt: „Mehr als nur verein(t)“.

Bekannter Kopf

Die Europameisterin 2022 im Judo kommt aus Böbingen. Alina Böhm hat sich vor wenigen Tagen in Sofia überraschend den Titel gesichert. „Ich bin fix und fertig, aber es ist unbeschreiblich“, sagt sie. Inzwischen lebt die 23-Jährige in Köln, die Sportsoldatin hat dort die besseren Bedingungen für ihren Leistungssport. Trotzdem kommt Alina Böhm regelmäßig heim nach Böbingen: „Hier sind meine Wurzeln, hierher komme ich, um Kraft zu tanken.“

Instagram-Fotomotiv

Natürlich gibt es auch im Ort selbst viele tolle Fotomotive, etwa im Park am alten Bahndamm, rund ums Dorfhäusle am Klotzbach oder auch an der altehrwürdigen Kirche St. Michael in Oberböbingen. Unschlagbar aber sind die zahlreichen Möglichkeiten, Böbingen „von oben“ zu bewundern. Zum Beispiel am nördlichen Ortsrand auf den Wegen entlang der Schönhardter Straße mit Blick zu den Kaiserbergen oder, wie hier auf dem Foto, im Süden Richtung Beiswang.

Schon gewusst?

Der Name „Park am alten Bahndamm“ kommt nicht von ungefähr. Hier verkehrte einst die Bahnlinie Böbingen-Heubach. Eröffnet wurde die Strecke Ende Oktober 1920. Die 1950er- und 6er-Jahre waren die Hochzeiten der Heubach-Bahn. Die Züge verkehren regelmäßig, befördern hauptsächlich Arbeiter, aber auch Schüler zum Heubacher Gymnasium und sonntags Ausflügler Richtung Rosenstein. 1986 war Schluss, die Gleise wurden aber erst 1998 abgebaut.

Vom TV Unterböbingen zum TSV Böbingen

Im Jahr 1906 gründen zwölf Männer im „Hirsch“ den TV Unterböbingen, 1926 wird der „ 1. Fußballverein Eintracht Unterböbingen“ aus der Taufe gehoben. 1938 fusionieren beide Vereine, der Name TSV kommt aber erst im Jahr 1946.
Der TSV bietet aktuell für alle Generationen: Fußball, Radsport, Lauftreff, Tanzen, Tischtennis, Turnen und Volleyball, dazu verschiedene Angebot im Bereich Gesundheitssport. Infos unter www.tsv-boebingen.de.

Mehr Ostalbchecks gibt es hier. 

Die Abschiedsfahrt 1976 in Böbingen.
Blick auf Böbingen vom Beiswanger Weg.
Judo-Europameisterin 2022: Alina Böhm (r.).

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