Urin im Rathaus und Schilderklau in Böbingen

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Geklautes Ortsschild in Böbingen.
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Böbingens Bürgermeister berichtet von unappetitlichen morgendlichen Ärgernissen, fehlenden Ortsschildern und Müll auf dem Friedhof.

Böbingen

Wilder Müll, Vandalismus, Diebstähle: In jüngster Zeit ist davon in Böbingen so einiges passiert, wie Jürgen Stempfle beobachtet hat. Was ihn aber am meisten ärgert, ist die Sache mit den Rathaustüren. Mehrfach sei es nun vorgekommen, dass jemand über Nacht Urin in den Spalt zwischen den Türen und dem Boden durchgeschüttet habe. Morgens seien die Rathausmitarbeiter dann mit einer riesigen, stinkenden Lache im Eingangsbereich konfrontiert. Das sei beschämend.

„Unser Hausmeister Jürgen Bart ist ein fleißiger Mann und sich für keine Arbeit zu schade. Aber das wegwischen zu müssen, ist wirklich eine große Demütigung“, sagt Jürgen Stempfle. Zudem kostspielig: Die Verwaltung musste die großen Schuhabstreifer-Teppiche wegwerfen und neue, gut abwaschbare, anschaffen. Der Schultes geht davon aus, dass jemand in einen Behälter uriniere und dessen Inhalt dann nachts dort ausleere. Dagegen anzugehen sei schwierig. Derzeit sei die Verwaltung dabei, mit dem Datenschutzbeauftragten zu prüfen, ob eine Videoüberwachung des Eingangs möglich sei.

Was derzeit ebenfalls auffalle, sei der Diebstahl von Schildern. Drei Ortsschilder an unterschiedlichen Ortseingängen wurden in den vergangenen vier Monaten abmontiert und geklaut. „Das ist eine Straftat“, betont Jürgen Stempfle. Die Gemeinde müsste die Schilder nachbestellen, der Bauhof habe zusätzlichen Aufwand mit der Neumontage. „Das nervt ganz gewaltig“, sagt der Schultes. Auch Tempo-30- und Tempo-50-Schilder kämen vermehr abhanden. Stempfle mutmaßt, dass diese jemand für runde Geburtstage benutze.

„So etwas geht einfach gar nicht“, meint Stempfle und bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die Augen offen zu halten und dafür sensibel zu sein. Niemand müsse sich selbst in Gefahr bringen, aber wer etwas beobachte, solle dies der Gemeinde melden und keine Scheu haben, auch Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Wilder Müll aus Autos

Das gelte genauso für die wilden Müllablagerungen. Hier hat Stempfle vor allem zwei Verhaltensweisen im Visier. Zum einen ganze Müllsäcke, gemischt mit Plastik und Restmüll, die wohl direkt aus dem Auto heraus am Straßenrand landen. In Böbingen käme dies vor allem an der alten B 29 beim Verteiler Iggingen, entlang der Landesstraße 1162 Richtung Heubach und an der alten Straße Richtung Heubach beim Gewerbegebiet vor. „Einfach nur asozial“, findet Stempfle.

Der Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdiensts mache zur Prävention auch Kontrollgänge, schwerpunktmäßig an der Schule, an der Tribüne beim Sportplatz und im Bürgerpark. „Er darf aber auch anzeigen“, betont Stempfle. Und dann ist da noch die Sache auf dem Friedhof in Unterböbingen. Hier sind es vor allem Flaschen und Konservendosen, die für die Vermüllung sorgen. In diesem konkreten Fall habe die Verwaltung sogar eine Person in Verdacht, es fehlten aber die Beweise. Und Videoüberwachung auf dem Friedhof sei aus Pietätsgründen sehr schwierig. An den Verursacher gerichtet, betont Stempfle aber: „Wir werden alles versuchen, ihn auf frischer Tat zu ertappen und anzuzeigen.“

Eine gute Nachricht hat der Bürgermeister in Sachen Müll aber auch noch: Vor den Wertstoff-Containern werde längst nicht mehr so viel einfach abgeladen wie früher. Für Stempfle ist klar, dass dies am neu eingerichteten Wertstoffhof im Gewerbegebiet liege. Dort könne man sehr bequem alles abliefern, auch die Öffnungszeiten seien „vorbildlich und sehr großzügig“, lobt der Schultes. Dieses Angebot werde sehr gut angenommen.

Die Sache mit dem Hundekot

Wie andere Gemeinden, kämpfe auch Böbingen mit der Problematik Hundekot. Er wisse, so Stempfle, dass für viele der Hund einfach zur Familie dazugehöre. Und 95 Prozent der Hundehalter hätten sowohl ihre Tiere im Griff und nähmen darüber hinaus auch deren Hinterlassenschaften ordnungsgemäß mit und entsorgten sie in den eigens dafür vorgesehenen Hundekot-Stationen, von denen die Gemeinde Böbingen im Übrigen sehr viele aufgestellt habe und die der Bauhof regelmäßig leere. „Aber die restlichen fünf Prozent reichen eben, um die Wege zu verschmutzen“, macht Stempfle klar. Oder die Felder.

„Auch im Namen der Landwirte will ich betonen, dass auf diese von der Saat bis zur Ernte, also etwa von April bis Oktober, kein Hundekot gelangen darf.“ Dies könnte etwa fatale Folgen für die Kühe haben, die das Gras fressen.

Das ist einfach nur beschämend.“

Jürgen Stempfle,, Bürgermeister
Bürgermeister Jürgen Stempfle und sein gesamtes Rathausteam ärgern sich über einen Unbekannten, der regelmäßig nachts Urin unter der Rathaustür durchschüttet.

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