Dagobert Hämmerer mit 70 Jahren verstorben

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Dagobert Hämmerer
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Viele Jahre Vorsitzender der „Dehoga“ und engagiert in der Bildung und im Gemeindeleben Böbingens. Von David Wagner

Böbingen/Herlikofen. Der Gastronom und langjährige Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga im Ostalbkreis, Dagobert Hämmerer, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Das teilt seine Familie mit.

Geboren wurde Dagobert „Dag“ Hämmerer am 16. Juni 1952 in Aalen. Er wuchs mit seinen Geschwistern in Hofherrnweiler auf. Schon in jungen Jahren lernte er seine Ehefrau Sigrid kennen und lieben und konnte sie überreden, vom Niederrhein ins Schwabenland zu ziehen. Sie heirateten am 4. Oktober 1977 in Unterrombach, ein Jahr später kam Tochter Eva-Maria zur Welt.

Koch aus Leidenschaft

Dagobert Hämmerer machte sich zunächst im Bereich Mineralöltransporte selbstständig. Jedoch entdeckte er in den 1980er-Jahren seine Leidenschaft für das Kochen. Im Jahr 1989 baute er zusammen mit seiner Frau Sigrid das Gästehaus Schweizerhof in Böbingen und übernahm später das zugehörige Restaurant Schweizerhof. Dagobert Hämmerer war Koch und Gastronom aus Leidenschaft, der voll in seinem Beruf aufging.

Das kann Böbingens Bürgermeister Jürgen Stempfle nur bestätigen. Sein Tod sei ein großer Verlust für die Gemeinde. Vor allem im Gartenschau-Jahr 2019 habe Dagobert Hämmerer vieles in Böbingen bewegt, etwa indem er verschiedene Aktionen initiierte, wie den Samstags-Eintopf im Park, das Remstal-Kochduell oder den Weintreff. Dagobert Hämmerer habe Impulse gesetzt, von denen die Gemeinde noch lange profitiere. Er habe sich immer ins Gemeindeleben eingebracht und selbstlos das Wohl der Allgemeinheit im Blick gehabt, so Stempfle. Auch sozial war Hämmerer engagiert, „wo er nur konnte“, beispielsweise bei der Suppenküche oder diversen Spendenaktionen. Und: Sowohl Gästehaus als auch Restaurant Schweizerhof habe Hämmerer professionell geführt und auch bei einem Betreiberwechsel dank seines enormen Netzwerks schnell Ersatz gefunden, was für Böbingen sehr wichtig gewesen sei, sagt Stempfle. Ebenfalls in den 1980er-Jahren entdeckte Dagobert Hämmerer seine Leidenschaft für Pferde und das Reiten. Viele Jahre betrieb er einen Gnadenhof für Pferde in Böbingen und war als Mitglied im Vorstand des berittenen Fanfarenzuges „Rote Ulanen Heubach“ bei vielen Show-Auftritten und Umzügen unterwegs.

Mann klarer Worte

Ob die Auswirkungen der Corona-Pandemie oder die Herausforderungen, die der Personalmangel in der Gastronomie mit sich brachte: Als jahrelanger Vorsitzender der Dehoga-Kreisstelle Ostalb war er für seine Kollegen ein verlässlicher Ansprechpartner und Ratgeber. Auch in den Medien und in der Öffentlichkeit fand er bis zuletzt klare Worte für die von ihm festgestellten Probleme und Missstände. Dabei stellte er sich hinter seine Kolleginnen und Kollegen. Kein Wunder, dass er bei Kochevents gerne gesehen war. In Böbingen unterrichtete er jahrelang Kinder im Kochen im Rahmen des Schulprojekts „Die Römerköche“, mit diesen gab es auch mehrere Auftritte. Dagobert Hämmerer war zudem Mitinitiator der „Gmünder Schlemmertage“ und beim „SWR 1 Pfännle“ vorne mit dabei. In der ganzen Region war er bekannt als „Dag vom Schweizerhof“.

Wie seine Familie mitteilt, hatte sich Dagobert Hämmerer sehr auf die kommenden Jahre gefreut, er wollte seinen Ruhestand im neuen Haus in Herlikofen bei seiner Familie genießen. Dagobert Hämmerer verstarb am 9. Juli.

Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung ist am Mittwoch, 20. Juli, um 9 Uhr auf dem Gmünder Dreifaltigkeitsfriedhof. ⋌David Wagner

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