„Die Belastung in Buch ist zu hoch“

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Die Bürgerinitiative sieht in der Ortsdurchfahrt in Buch dringenden Handlungsbedarf. Foto: Tom
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Bürgerinitiave im Heubacher Teilort Buch kritisiert „viel zu lange Entscheidungswege“ und warnt vor Gefahren für Anwohner und Radfahrer. Was sagt das Landratsamt dazu?

Heubach-Buch

Zu viel, zu schnell, zu laut, zu gefährlich: Wer an einem Werktag um kurz nach 17 Uhr von der Dorfschenke auf die Bucher Hauptstraße abbiegen will, braucht Geduld. Und kann den Ärger der Bürgerinitiative nachempfinden: „Warum passiert nichts?“, das sei derzeit die Hauptfrage, wie deren Sprecher Wolfgang Hieber gegenüber der Gmünder Tagespost schildert.

Rückblick: Die BI Buch hatte bis März 2021 eine Risikoanalyse ausgearbeitet, aus denen diese Vorschläge hervorgingen:

Tempo 70 zwischen Heubach und Buch

Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt zur Lärmreduzierung und zur Gefahrenabwehr

ein Blitzer in der Ortsdurchfahrt

ein Fahrradschutzstreifen in der Ortsdurchfahrt in Richtung Bargau

die Verlegung der Querungshilfe und eine zusätzliche am Ortsausgang nach Bargau

Um für das Thema zu sensibilisieren und auf die Verkehrsbelastung in Buch aufmerksam zu machen, organisierte die BI vor etwas mehr als einem Jahr einen öffentlichen Termin mit Landtagsabgeordneten und dem Landrat, wie Wolfgang Hieber erinnert. Im Anschluss habe es nach einer Verkehrsschau erste Verbesserungen gegeben, nämlich Tempo 30 an der Querungshilfe, ein Piktogramm für Radfahrer rechts in Richtung Bargau und eine rote Flächenmarkierung an der Einmündung Erlenstraße. „Vor allem Letztere hat die Situation für Radler aber eher noch gefährlicher gemacht“, meint Hieber. Und: Die Verkehrssicherheit im Ort sei noch längst nicht gegeben.

Sämtliche oben aufgeführten Vorschläge habe die BI nochmals bei der Stadt vorgebracht. Diese habe die Maßnahmen im Herbst zunächst im Bauausschuss und dann im Gemeinderat beschlossen und für anfallende Investitionen Mittel im Haushaltsplan 2022 bereitgestellt. Was nach Angaben der BI fehle, sei die Rückmeldung des Landratsamts. Zwar habe es im Mai dieses Jahres erneut eine Verkehrsschau gegeben, wobei es aus Sicht der BI seitens des Landratsamts „teilweise Zustimmung“ gegeben habe, teils habe sich die Behörde Maßnahmen „offen gehalten“. „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass unsere Vorschläge dringend umgesetzt werden müssen“, stellt Wolfgang Hieber klar. Zum einen, weil die Belastung und die Gefahr für die Anwohner und Radfahrer groß sei. Zum anderen, weil die Mittel für die Maßnahmen ja von der Stadt schon bereitgestellt seien, aber verfielen, wenn das Landratsamt sich nicht rechtzeitig dazu äußere. „Dann muss alles neu beantragt werden“, warnt Wolfgang Hieber.

Die BI kritisiere „viel zu lange Entscheidungswege“ und sieht Buch im Vergleich zur Kernstadt „ungleich behandelt“. So sei in der Heubacher Hauptstraße aus Lärmschutzgründen Tempo 30 angeordnet, in der Mögglinger Straße gebe es einen Radschutzstreifen und Tempo 30, in der Gmünder Straße einen neuen Flüsterbelag und einen Radschutzstreifen. „Und das, obwohl in Buch das größte Verkehrsaufkommen herrscht“, stellt Wolfgang Hieber klar. „Wir sind mit unserer Geduld am Ende und fragen uns, was passieren muss, bis entschieden wird?“ Die Geschwindigkeit des Verkehrs müsse jetzt reduziert werden und der Radverkehr brauche mehr Sicherheit. Sonst seien die Mitglieder der BI bereit, „ weiter zu eskalieren“, wie sie sagen.

Das sagt das Landratsamt

Wie bewertet das Landratsamt die Verkehrssituation in Buch? Die Redaktion hat einen Fragenkatalog an die Pressestelle geschickt. Katharina Oswald, Persönliche Referentin des Landrats, schreibt, die Verkehrssituation der Bucher Ortsdurchfahrt sei bei mehreren Verkehrsschauen – immer unter Teilnahme von Vertretern der Bürgerinitiative Buch - umfassend geprüft und beurteilt worden. Bei der jüngsten Überprüfung am 18. Mai seien mehrere ergänzende Maßnahmen und Konzepte besprochen worden. Die Stadt Heubach sei mit der Ausarbeitung eines Konzepts beauftragt worden. Es sei vereinbart, die Ausarbeitung in enger Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative zu erstellen.

In der Zwischenzeit habe die Untere Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes von der Stadt Heubach eine Entwurfsskizze für die Ortsdurchfahrt von Heubach-Buch (L 1161) erhalten. „Diese Entwurfsskizze wird aktuell umfassend mit verschiedene Geschäftsbereich der Landkreisverwaltung und dem Polizeipräsidium Aalen abgestimmt“, so Katharina Oswald. „Sobald eine den aktuellen Ansprüchen an eine – baulich und verkehrlich - verkehrssichere Ortsdurchfahrt und den Belangen des Radverkehrs gerecht werdende Lösung gefunden wurde, wird das weitere Vorgehen mit der Stadt Heubach abgestimmt. Dies dürfte zeitlich voraussichtlich im Laufe des Septembers erfolgen.“

Hinsichtlich der vorgebrachten Ungleichbehandlung meint Katharina Oswald, dass es sich bei den genannten Straßenzügen „aus straßenverkehrsrechtlicher Sicht jeweils um unterschiedlich zu beurteilende Verkehrssituationen handelt“. Der Ostalbkreis sei während des Prozesses im Dialog mit der BI und der Stadt Heubach zur Verbesserung der Gesamtsituation.

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