Die Kunden erzählen von ihrem „Piks“

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Ulrich Mezger in seinem „Nah und gut“. Er führt den Laden in der vierten Generation und ist optimistisch, dass man die Corona-Krise bewältigen wird.

Ulrich Mezger redet als Chef des „Nah und Gut“ in Heuchlingen vom „riesigen Einschnitt“ der Pandemie für sein Mitarbeiterteam und die Kundschaft.

Heuchlingen

Jammern hat noch nie was gebracht, winkt Ulrich Mezger ab. Stattdessen nimmt er jeden Tag so, wie er kommt. Er schildert die Herausforderungen, die es für ihn und sein Personal durch die Corona-Pandemie gibt. Erzählt von den Abstandsregeln, die eingehalten werden müssen. Oder auch von der Kundschaft, die ohne Mundschutz nicht den Laden betreten darf. Aber der Chef des Vollsortimenters in Heuchlingen betont auch: „Das schaffen wir zusammen.“ Er ist Realist, aber auch ein Optimist. „Denn ich kann mich auf meine Leute verlassen.“ Und damit meint vier Mitarbeiterinnen, die alle seit langen Jahren bei ihm angestellt sind. „Und das ist das Herz eines jeden Betriebs“, weiß er.

Das ist wohl auch das Credo seiner Vorväter gewesen. Und der Schlüssel zum Erfolg. Denn Mezger führt bereits in der vierten Generationen den Lebensmittelladen. „Uns gibt es seit 128 Jahren“, erklärt er. Da wurde auch vom Vater, vom Großvater und vom Gründer, dem Uropa bereits manche Krise bewältigt. Ulrich Mezger ist somit in deren Fußstapfen getreten. Auch er behält einen kühlen Kopf. Auch wenn die Pandemie manche Umsatzeinbuße brachte. Etwa dadurch, dass er nicht mehr Getränkelieferant ist, seit die Feste im Ort abgesagt wurden. Egal, ob es um ein Reitturnier oder ums beliebte Wegfest geht. .

Auf die Frage, was ihm in der Zeit, seit Corona das Heft in die Hand genommen hat, am meisten Schwierigkeiten bereitet hat, gibt’s eine schnelle Antwort: „Die Beschaffung von Toilettenpapier.“ Wobei ihm noch heute ein Rätsel ist, warum in der ersten Welle dieser Hygieneartikel so begehrt war. „In Frankreich horteten die Menschen Wein. Das ist der Unterschied“, beschreibt er verschmitzt zwinkernd.

„Eine Kundin eilte mal voller Hektik in den Laden. Bemerkte, dass sie ihren Mundschutz vergessen hatte. Rannte wieder raus und kam wieder zurück. Diesmal mit Mundschutz“, erzählt er amüsiert. Beim nächsten Einkauf habe sie sich nochmals entschuldigt, dass sie diesen beim vergangenen Einkauf zuerst vergessen hatte. Und genau diese Situation zeige, was in dieser Krisenzeit geblieben ist: „Respektvolles Miteinander.“ Ulrich Mezger ist sich sicher, dass man diese Krise bewältigen wird.

Und ja, sein Laden sei natürlich auch ein Kommunikationspunkt im Ort. „Jetzt redet man eben mit Sicherheitsabstand.“ Auch über die Pandemie. Man wisse durchaus, wer plötzlich fehlt, da er in Quarantäne ist. „Und wenn derjenige wieder da ist, wird ganz offen darüber geredet“, freut sich Mezger übers Vertrauen. Selbst bereits geimpft, freut er sich auch über jeden, der von seinem „Piks“ erzählt. „So schaffen wir das zusammen“, ist er optimistisch.

Uns gibt es seit 128

Ulrich Mezger,, Lebensmittel-Einzelhändler

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