Die „Rose“ in Beiswang schließt

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Die Wirtshaustür der Rose in Beiswang bleibt künftig zu - mit wenigen Ausnahmen, wie das Wirtsehepaar Sylvia und Erich Horvath versichert.
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Sylvia und Erich Horvath haben die traditionsreiche „Rose“ in Beiswang geschlossen. Warum sich das Ehepaar zu diesem Schritt entschieden hat.

Böbingen-Beiswang

Mit einer emotionalen Nachricht auf den sozialen Medien verabschieden sich die Betreiber des Landgasthof Rose in Beiswang von ihren Gästen. Der Schritt, den Gasthof nach dem 31. Mai nicht mehr zu öffnen, fällt dem Ehepaar Sylvia und Erich Horvath nicht leicht. Die vielen Zuschriften und guten Wünsche, die die Familie Horvath trotz der Schließung von vielen Stammgästen erhalten, hinterlassen bei den Horvaths Dankbarkeit.

Es geht eine lange Tradition zu Ende: Seit 1910 ist die Rose im Familienbesitz der Familie Ziller, Sylvia Horvath erinnert sich an ihre Kindheit, „die ich nahezu vollständig im Gasthaus verbracht habe“. Ob an Sonn- oder Feiertagen, an allen Wochentagen, das Familienleben der Zillers und später auch von Sylvia und Erich Horvath spielte sich in größten Teilen im Gasthof ab, „das Familienleben war schon immer extrem eingeschränkt“, erklärt sie dazu.

1999 übernahmen die Horvaths, damals schon Eltern zweier Kleinkinder, den elterlichen Betrieb. Aufwendig und kostspielig wurde die Bauernwirtschaft in einen „schönen Landgasthof mit hoher Schuldenlast“ umgebaut. Fortan spielte sich auch das Leben der Horvaths in der Rose ab, „der Laufstall der Kinder stand in der Küche“, erzählt Sylvia. Sonntags standen Horvaths mit Mama Liesel Ziller bereits um fünf Uhr in der Küche, „Kartoffeln wollen geschält sein“, sagt Sylvia lachend.

Trotz des arbeitsintensiven Gastronomiebetrieb ist Erich Horvath zusätzlich berufstätig, seine Frau hat eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert. In ihrem Beruf arbeite sie bereits seit zweieinhalb Jahren wieder. Ob die Coronapandemie der Auslöser zur Betriebsschließung war? Zum Teil ja, meint Sylvia. Der tragische Verlust des 59 Jahre alten Schwagers durch Covid-19 hat den Horvaths die Augen geöffnet: „Das Leben ist zu kurz, um die kostbare Zeit mit der Familie zu verpassen“, denn das Privat- und Familienleben sei das höchste Gut, verlorene Zeit könne nicht eingeholt werden.

Einmal im Jahr geöffnet

Trotz der hohen Arbeitsbelastung, dem eingeschränkten Privat- und Familienleben sei der Abschied von der Rose „mit „Schmerzen verbunden“, viele Gäste sind in den Jahren zu Freunden geworden. Deren Vertrauen und Freundschaft hat die Horvaths durch die pandemiebedingte Schließung getragen, die angebotenen Gerichte zum Mitnehmen seien gut angenommen worden, bei nur wenig Werbung.

Ganz auf ihre „Rose“ müssen die Beiswanger und die vielen treuen Gäste aus dem Umland nicht verzichten. Um die Konzession nicht zu verlieren, werden die Horvaths zumindest einmal im Jahr öffnen - und das eine oder andere Familienfest kann auch weiterhin in Beiswang in der Rose ausgerichtet werden.

Das Familienleben war extrem eingeschränkt.“

Sylvia Horvath, Rose-Wirtin

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