Familienleben: nicht immer rosarot, dafür humorvoll

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Die Meyers in ihrer Wohnung in Essingen. Von München ist die Familie nach Essingen gezogen.
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Wie Familie Meyer, das sind Caroline, Ida, Karl, Henri und Noel, Alltag, Homeschooling und Arbeit unter einen Hut bekommt.

Essingen

Henri (7) trinkt am liebsten Eistee, Fanta und Spezi. Noel (11) mag Mango-Saft und Eistee. Und Caroline und Karl, beide 35, mögen Wein und Bier. Die Lieblingsgetränke der Familie Meyer, die gemeinsam mit Karl senior und Renate Meyer fünf Getränkemärkte in der Region betreiben, sollen hier eigentlich nicht im Mittelpunkt stehen.

Doch wer am Esszimmertisch mit der Familie sitzt - natürlich mit Mund-Nasen-Schutz - muss diese Frage loswerden. Seit fast zwei Jahren wohnen die Meyers in Essingens Rathausgasse. Dort, wo bis in die 90er Jahre die Sonnenbrauerei stand.

Wie die fünfköpfige Familie die Corona-Krise meistert, das erzählen sie in ihrer Mittagspause. „Humor rettet uns durch die Zeit“, sagt die 35-jährige Caroline Meyer, die in Waldhausen aufgewachsen ist. Natürlich sei nicht jeder Tag rosarot. „Es gibt Tage, da ist man genervt, muss sich um den Haushalt kümmern und für die Kinder sorgen“, sagt sie weiter.

Doch eine positive Attitüde helfe, fügt Ehemann Karl hinzu. Und: Humor. Vor Kurzem startete der Verkauf des „Impfstoffs“, dem dritten Bier, das die Familie von der Kaiserbrauerei in Geislingen herstellen lässt. „Wir sind professionell mit einem Augenzwinkern“, sagt der 35-Jährige, der aus Essingen stammt.

Wie ein Morgen aussieht

Und wie sieht ein Morgen im Leben der Meyers aus? Karl geht um 7 Uhr in den Getränkehandel am Ortseingang. Vor der Schule schaut Noel nach seiner neun Monate alten Schwester Ida. „Ich nehme sie dann mit ins Wohnzimmer“, sagt der Elfjährige, der die fünfte Klasse des Schubart-Gymnasiums in Aalen besucht. Und Mama Caroline und Sohn Henri machen sich bereit für den Tag.

Homeschooling, das findet der Siebenjährige doof. „Ich sehe meine Freunde nicht so oft und Hausis machen daheim macht keinen Spaß“, sagt der Erstklässler. Auch mit seiner Mama als Lehrerin ist er nicht immer zufrieden. „Meine richtige Lehrerin kann das besser“, sagt er und die 35-Jährige nickt. „Ich bin nicht so geduldig“, sagt sie. Auch Noel fehlen seine Klassenkameradinnen und -kameraden. In einer neuen Klasse Anschluss finden: Die Corona-Zeit sei zum Wurzeln schlagen nicht die beste, sagt Karl.

„Man lernt aber auch viel und kann neue Wege gehen.“ Die Jungs seien enger zusammengewachsen und Kooperationen mit Firmen aus der Region hätten sich ergeben.

Nicht nur in der Wohnung mitten in Essingen gibt's Herausforderungen. Auch den Arbeitsalltag hat die Pandemie durcheinandergewirbelt. Der Fachmarkt hätte zwar Kundschaft gewonnen, doch die ausgefallenen Veranstaltungen, die die Meyers eigentlich mit Getränken beliefert hätten, gleiche das nicht aus, sagt Karl.

Die Unplanbarkeit der kommenden Monate mache dem Betrieb zu schaffen. „Es ist ungewiss, wann es weitergeht.“

Respekt für die Mitarbeiter

Respekt zollt die Familie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten, die Getränke verkaufen. „Sie sind dem Risiko einer Infektion am krassesten ausgesetzt, da fühlt man mit“, sagt er. Und Caroline fügt hinzu: „Ein Corona-Fall in der Firma blieb uns bisher zum Glück erspart.“

Glück, ein gutes Stichwort. Dass die Familie in Essingen glücklich ist, spürt die Zuhörerin. Auch wenn die Wohnung für die fünf etwas zu klein ist, der Garten aktuell noch fehlt – die Mitglieder machen das beste aus ihrer Situation. „Die Kinder können raus in die Natur, sehen ihre Großeltern oft“, sagt Caroline, die in München als Redakteurin gearbeitet hat und nun im Familienbetrieb hilft.

Das nächste große Projekt: der Hausbau. „Ich freue mich schon, dass ich dann ein eigenes Zimmer habe“, sagt Henri.

Für die Fünf steht fest: „Unser Glas ist immer halb voll.“

Unser Glas ist immer

Caroline Meyer

Betrieb startet 1885

Die Tradition von Getränke Meyer beginnt 1885 mit der Gründung derSonnenbrauerei in Essingens Rathausgasse– das Bier wurde im Gasthof Sonne ausgeschenkt. 1992 wurde die Brauerei geschlossen. Fünf Filiale von „Getränke Meyer“ gibt's inzwischen im Ostalbkreis.

Caroline, Karl, Noel und Henri Meyer sind vor etwa zwei Jahren nach Essingen gezogen. Zuvor lebte die Familie in München. Nun arbeiten die beiden Eltern im Familienunternehmen mit.

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