Kommentar:

Gefühl hat über Argument gesiegt

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David Wagner

David Wagner zur Ablehnung des Ortschaftsrats, eine Gestaltungssatzung anzugehen

Aufgeweckte, kritische Ortschaftsräte sind super. Wer will schon ein Gremium, das alles abnickt, was die Verwaltung ihm vorsetzt? Die Räte in Lautern aber sind mit ihrer Ablehnung übers Ziel hinausgeschossen. Der Anna-Rohleder-Saal war so voll, wie er in Coronazeiten überhaupt sein kann. Auch das ist super. Grundsätzlich. Die Stimmung unter den Besuchern schwankte zwischen „Die wollen uns private Bauherren knebeln“ bis zu „Die machen eh was sie wollen.“ Selbst Bürgermeister Dr. Joy Alemazung schien überrascht vom Ausmaß der Ablehnung. Was die Verwaltung auch immer angehe, so Alemazung, solle für die Menschen „gut und verständlich“ sein. Das sei hier wohl schwierig, erkannte er richtig und wollte dies klären mit der „Macht des Arguments, nicht mit dem Argument der Macht“. Das ist ihm nicht gelungen. Nicht dienlich für das Projekt war sicher auch, das manche, Räte wie Zuhörer, den Eindruck hatten, es würde „getrickst“ und das Projekt durch die Hintertür wieder eingeführt, obwohl es vergangenes Jahr schon abgelehnt wurde. Da konnten sich der Ortsvorsteher, die Stadtbaumeisterin und der Bürgermeister den Mund noch so fuselig reden. Sie drangen nicht durch. Das ist schade. Lautern hat eine Chance vertan. Dabei hätte der Ortschaftsrat alles selbst in der Hand behalten. Hätte am Ende des Prozesses sagen können, nö, machen wir nicht. Aber sich schon dem Prozess zu verweigern? Das war unnötig und kurzsichtig.

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