100 Jahre Posaunenchor: festlich, verspielt, spannend

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Der Jubiläumsgottesdienst anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Heubacher Posaunenchors sorgt für volle Kirchenbänke.
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Mit einem Gottesdienst in der St.-Ulrich-Kirche beginnen die Feierlichkeiten. Zum Auftaktfest reisen viele Gäste mit ihren Instrumenten an.

Heubach. Mit einem Jubiläumsgottesdienst in der St.-Ulrich-Kirche mit Pfarrerin Sabine Löffler-Adam begannen die Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Posaunenchors. Robert von Beringen, ein zeitgenössischer Komponist, schrieb das Vorspiel „Handelian Song“ Eine ausdrucksvolle Komposition, die sich in zwei Hauptthemen präsentiert. Eines basiert auf einer Melodie von Georg Friedrich Händel. Mit den Anweisungen „Phrasenbögen“ für die Instrumentalisten vom Posaunenchor eindrucksvoll umgesetzt.

Viele Gäste angereist

Die Bezeichnung Posaunenchor beschreibt nur einen Teil der Blechbläser. Waldhorn, Tuba und Trompeten sind ebenfalls vorhanden. An diesem Sonntag sogar in großer Menge, denn zum Jubiläumsfest waren viele Gäste mit ihren Instrumenten gekommen. Aus Karlsruhe und weiteren näher gelegenen Orten, die Werkskapelle Heubach, aber auch aus Bevensen, wie Dirigent Diakon Lars Wittek schmunzelnd berichtet. Bevensen liegt hoch im Norden, aber freundschaftliche Bande überbrücken alle trennenden Kilometer.

Die Jahreslosung „Wer zu dir kommt“ wurde ebenfalls musikalisch interpretiert, Johann Sebastian Bachs „Jesu, meine Freude“ beeindruckte in der Vielfalt der Intonation: festlich, Blitz und Donner, verspielt, spannend, festlich – so lauteten die Anweisungen für die Instrumentalisten. Einen Bogen in die Welt schlugen „Ose shalom“ nach einem alten hebräischen Text, der irische Segen mit „Mögen sich die Wege …“ und aus England „Alleluja, I heard a voice“, farbenreich und fein abgestuft intoniert von den Bläsern.
Im anheimelnden Innenhof vor der Kirche wurde eifrig aufgebaut. Tische fürs Büffet, Bänke zum Ausruhen und Zuhören für das anschließende „Platzblasen“, dann flink die Teller und Körbe gefüllt mit von Gemeindemitgliedern selbst gebackenen Leckereien aller Art. Auf der anderen Seite eine große Getränkeauswahl, die von den Gästen stark frequentiert wurde, denn es war ein heißer Tag.

Ausgelassene Spielfreude

Die Gemeinde ist sangesstark. Als die Bläser sich draußen aufreihten und Lieder wie „Lobe den Herren“ und „Du meine Seele, singe“ anbliesen, sangen viele mit kräftiger Stimme mit.

Plötzlich ein Geburtstagslied. „Wer is’ das Geburtstagskind“, fragt einer der älteren Herren seinen Nachbarn. Der streckt den Finger zu den Bläsern und sagt: „Dr Haufe do!“.

Vor 100 Jahren, also 1922, fanden sich die ersten Bläser zusammen. Heute sind 25 Blechbläserinnen und Blechbläser bereit, wöchentlich zwei Stunden lang zu üben und im Gottesdienst zu spielen. Das tun sie, wie nachzulesen ist und zu erleben war, mit ausgelassener Spielfreude.

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