An einem Tag nur ein einziger Badegast in Heubach

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Grauer Himmel wenig los: So sah's im Heubacher Freibad in dieser Saison öfters aus. Immerhin: Das Kinderbecken war in diesem Jahr erstmals beheizt.
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Warum das Bäderteam und die Besucher trotzdem nicht unzufrieden mit der Saison sind. Eine Zwischenbilanz.

Heubach

16 Grad, windig. Nicht gerade herkömmliches Freibadwetter. Wer den Stammgästen zuhört, die Tag für Tag immer wieder herkommen, kriegt trotzdem Lust auf ein paar Bahnen. "Einmalig", "super Wasser", "das schönste Bad", so der Tenor. Heiko Stütz vom Bäderteam bestätigt lachend: "Das Wasser hat mehr als 20 Grad. Da geht's denen im Becken besser als uns draußen." Trotzdem: Die Corona-Pandemie und der Sommer, der irgendwie nicht so richtig in Fahrt kommen will, machen aus der Freibad-Saison eine unterdurchschnittliche. Eine Zwischenbilanz.

Corona

Im Frühjahr sei lange nicht klar gewesen, wann und unter welchen Bedingungen das Freibad öffnen kann, erinnert sich Heiko Stütz. Vergleichsweise spät, am 4. Juni, ging die Saison los. Anfangs noch unter den Beschränkungen der Corona-Verordnung. Bei Inzidenzen zwischen 50 und 100 durften nur 295 Badegäste gleichzeitig rein, unter 50 dann 590. Beim Eintreten und in den Umkleide- und Sanitärbereichen galt Maskenpflicht, die Abstandsregel sowieso. "Daran haben sich die Leute aber gewöhnt, da gab es keine Probleme", sagt Heiko Stütz. Auf den 6000 Quadratmetern Liegefläche verteile sich eine solche Anzahl an Gästen auch gut. Vor Corona hätten schließlich an heißen Tagen bis zu 3000 Besucher Abkühlung gesucht. Ab 28. Juni fielen diese Beschränkungen weg. Die Gäste mussten sich wegen der Kontaktnachverfolgung aber weiterhin online anmelden.

Das Wetter

Was in dieser Saison gefehlt hat, war eine längere trockene und warme Periode über mehrere Tage oder gar Wochen. Die Stammgäste, so Heiko Stütz, kämen aber unabhängig vom Wetter. "Die kennen da nix." Richtung kommendes Wochenende sind nochmal um die 25 Grad angekündigt, der Trend für Montag in einer Woche sieht aber schon wieder trüber aus. Das Bad soll auf jeden Fall bis zum Ende der Sommerferien geöffnet sein. "Dann müssen wir schauen, was die Wetterlage so bringt", sagt Heiko Stütz. Weiterer Effekt der nassen Witterung: Der Rasen wächst schneller. "Den müssen wir einmal im Monat mähen", berichtet der Bademeister. Das sei früher deutlich seltener nötig gewesen.

Die Zahlen

In heißen Sommern vor Corona gab es laut Heiko Stütz durchschnittlich 23 000 Besucher im Monat. In dieser Saison seien es 8500 gewesen. Generell habe es die Besucherrekorde aber eher immer im Juni gegeben, im August sei die Urlaubszeit bei den Besucherzahlen schon deutlich zu spüren. Der besucherreichste Tag war in dieser Saison der vergangene Samstag, 14. August, mit 1122 Badegästen. Da gab es sogar einen Langbadetag bis 22 Uhr. "Weil solche warmen Tage und Abende mit über 20 Grad Lufttemperatur auch noch um halb zehn hatten wir einfach zu selten", sagt Heiko Stütz. Insgesamt seien es etwa ein Drittel weniger Besucher in dieser Saison, verglichen mit der Zeit vor Corona. Noch ein Rekord: Am 6. Juni hatte das Freibad unter Schlechtwetter-Regelung geöffnet, Gäste: einer. "Das ist dann wirklich Einzelbetreuung", kommentiert Heiko Stütz.

Das Kinderbecken

Erstmals in dieser Saison sorgte die vom benachbarten Triumph-Areal kommende Nahwärmeleitung für warmes Wasser im Kinderbecken. Sind abends keine jungen Planscher mehr da, testen auch Ältere den neuen Komfort. "Das wird von jung und alt gerne beansprucht", meint Heiko Stütz und lacht. Die Badegäste aber, die sich auch ein beheiztes Schwimmerbecken wünschen, könne man an einer Hand abzählen.

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