Den Opfern des Holocaust Würde erweisen

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Zum Holocaust-Gedenktag am Rosenstein-Gymnasium machte Bürgermeister Dr. Joy Alemazung seinen Antrittsbesuch. ÌFoto: privat

Geschichte-Leistungskurs am Heubacher Rosenstein-Gymnasium pflegt Erinnerungskultur.

Heubach. Die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe am Heubacher Rosenstein-Gymnasium gedachten am Holocaust-Gedenktag der Befreiung der Menschen im Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee. Die Schülerinnen und Schüler des Geschichte-Leistungskurses hatten mit Unterstützung ihres Lehrers Bernhard Degen ein Programm erarbeitet, welches ebenso eindringlich wie würdevoll vermitteln sollte, was Juden im nationalsozialistischen Deutschland erleben mussten.

Das Gedenken an die Shoah ist Schulleiter Johannes-Josef Miller wichtig, schließlich müsse auch die Generation, die keine Schuld trifft, der Geschichte bewusst und mit Verantwortung gegenüberstehen, auf dass Antisemitismus und Rassismus „bei uns keine Chance mehr hat“, sagt Miller. „Wir müssen lernen und daran arbeiten, dass so etwas nie mehr passieren kann“, so auch Bürgermeister Dr. Joy Alemazung bei seinem ersten Besuch am Gymnasium am Gedenktag.

Während des Klavierspiels von Niels Thorwarth konnten die Schüler sich mit ihren Gedanken zum Holocaust beschäftigen. Das Ergebnis: Verantwortung zeigen für das, was geschehen ist. Den Opfern die Würde erweisen, die jedem einzelnen von ihnen gebührt. Und dafür sorgen, dass sich ein solches Verbrechen an der Menschheit nie wiederholen kann. Zu diesem Ziel führt nur die Erinnerung.

Leider konnte kein Zeitzeuge eingeladen werden, doch das Schicksal der Gmünderin Katharina Czisch war mindestens ebenso berührend. Als Angehörige einer jüdischstämmigen Familie war sie der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in besonderem Maße ausgeliefert. Zwar gelang es ihr und ihrem Mann immer wieder, sich dem Antisemitismus zu entziehen, doch zahlreiche Angehörige waren unter den Millionen Opfern, die den Nationalsozialismus nicht überlebten. Nach dessen Ende kämpfte Czisch mit aller Kraft für ein sicheres Leben aller Menschen auf der Welt. Sie schwieg nicht über ihre Erinnerung, sie hielt sie am Leben. Genau hierzu dient der Gedenktag am Rosenstein-Gymnasium: Er vermittelt der jungen Generation, für die der Holocaust lang vergangen scheint, ein verantwortungs- und würdevolles Geschichtsbild. Diesen Blick auf die Vergangenheit brauche es, um den Frieden in Deutschland, Europa und der Welt zu sichern und herzustellen. Das Geschehene dürfe nicht ungeschehen gemacht werden.

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