„Den speziellen Charakter erhalten“ dav

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Um den besonderen baulichen Charme des Heubacher Freibads zu erhalten, soll ein Förderverein gegründet werden. Die Gründungsversammlung ist für Samstag, 10. Juli, um 18 Uhr im Bad geplant. Im Bild Betriebsleiter Bernd Müller.
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Warum Carmen Grau und ihre Mitstreiter sich für einen Förderverein fürs Heubacher Freibad einsetzen, was die Ziele des Vereins sein sollen und was die nächsten Schritte sind.

Heubach

Wieso denn ein Förderverein? Es ist doch alles gut im Heubacher Freibad?! Auch solche Reaktionen bekam Carmen Grau auf ihre Idee, einen Förderverein fürs Heubacher Freibad zu gründen. Genau das sei aber ja der Punkt, meint sie. „Es ist eigentlich eine perfekte Welt dort.“ Es gehe ihr darum, dass dies auch bleibt.

Das Heubacher Freibad, Baujahr 1937, versprühe einen einzigartigen Charme. „Das Freibad lebt von dieser Optik“, sagt Carmen Grau. Und es komme doch immer wieder vor, dass historische Gebäude bei Sanierungen „mit dem besten Willen verschandelt“ würden. Weil nicht sensibel genug rangegangen werde oder der Wert der historischen Optik nicht genügend wertgeschätzt werde. Carmen Grau nennt als Beispiele den Umbau des Hirschbach-Freibads in Aalen oder den Abriss des Jugendstil-Hallenbads in Gmünd, auch wenn Letzteres schon lang eher sei. Was, wenn nun jemand auf die Idee käme, in Heubach die alten Holz-Umkleidekabinen oder das Dach gegen Kunststoff auszutauschen? Dann ginge etwas unwiederbringlich verloren. Am Kiosk, zum Beispiel, seien die speziellen Sprossenterrassentüren durch moderne Türen ersetzt worden. Oder der alte Schriftzug über dem Eingang, der einer erneuerten Form weichen musste. „Das ist alles nicht hässlich, aber es geht der ursprüngliche Charme verloren, es ist etwas kaputtgegangen“, meint Carmen Grau.

Im vergangenen September, an einem der letzten schönen Sommertage, habe sie eine Art Petition unter den Besuchern gestartet und rund 40 Unterschriften zusammenbekommen. „Es geht uns darum, bei optischen Belangen ein Mitspracherecht zu bekommen“, erläutert sie. Keinesfalls wolle der Förderverein dem Bäderteam, das einen super Job mache und bei den Besuchern sehr beliebt sei, ins operative Geschäft reinreden.

Denkmalschutz fürs Freibad?

„Der Förderverein will sich für den Erhalt des ursprünglichen Charakters des Bades einsetzen“, betont die Initiatorin. Ein Ziel könnte sein, das Freibad unter Denkmalschutz zu stellen. In Heidelberg etwa sei dies schon gelungen. Außerdem könnte der Förderverein das Bäderteam in manchen Dingen unterstützen, falls gewünscht. „Weitere Vorschläge sind uns willkommen“, sagt sie. Die Dolmetscherin und leidenschaftliche Schwimmerin komme viel herum in Freibädern, ob in Speyer, wo sie wohne, in Berlin, wo ihr Mann arbeite, oder in Basel, wo sie dieses Jahr das St.-Jakob-Bad besucht hat. Alles schöne Bäder, aber das Heubacher Freibad sei einmalig, meint Carmen Grau, die in Heubach aufgewachsen ist und im Sommer regelmäßig wiederkommt.

Bürgermeister Frederick Brütting sagt, die Stadt Heubach begrüße die Gründung eines Fördervereins. „Wir werden einen Vorschlag für die Satzung ausarbeiten.“ Er selbst werde dort auch als Gründungsmitglied mitmachen. „Die Stadtverwaltung möchte das historische Freibad mit seinem schönen Charakter erhalten. Deswegen haben wir in den letzten Jahren kontinuierlich ins Bad investiert. Wir sind dankbar für Unterstützung aus der Bürgerschaft und freuen uns, dass nun mit der geplanten Gründungsversammlung am 10. Juli der erste Schritt zum Förderverein gemacht wird.“

Das Freibad lebt von seinem 30er-Jahre-Charme.“

Carmen Grau,, Vielschwimmerin

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