Den Strampler an der Türe kaufen

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Monique Krischke (l.) und Carmen Winkens vom MüZe-Lädle freuen sich über viele Kunden am neuen Standort in der Heubacher Hauptstraße. Das Angebot werde gut angenommen, weil viel Laufkundschaft vorbeikommt und weil es aktuell keine Bedarfsbörsen gibt.
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Das Second-Hand-Lädle des Heubacher Mütterzentrums hat in der Hauptstraße mehr Laufkundschaft als sonst. Viele Kunden kommen, weil zurzeit keine Bedarfsbörsen veranstaltet werden.

Heubach

Strampler in Größe 92 fürs Baby und kurze Hosen in Größe 116 für den großen Bruder: Das wünscht sich eine junge Mama, die an der Tür des Second-Hand-Lädles in der Heubacher Hauptstraße steht. Die Mitarbeiterin im Laden flitzt von einem Regal zum anderen und bringt einen rollbaren Kleiderständer mit Klamotten in Größe 92 und 116 an den Eingang. Die Kundin kann sich die Ware anschauen und kaufen, wenn ihr was gefällt. So oder so ähnlich laufen zurzeit die Verkäufe im neuen Lädle des Heubacher Mütterzentrums (MüZe) ab. Wegen der Corona-Pandemie ist der Laden zurzeit geschlossen. Verkäufe an der Türe sind aber erlaubt.

Dieses Angebot werde rege genutzt, sagt Tanja Alter vom MüZe-Verein, die sich federführend um den Laden kümmert. Schon steht ein älterer Herr vor der Türe des Geschäftes in der Hauptstraße 27. Er hat eine handgeschriebene Liste dabei. Seine Tochter habe ihm aufgeschrieben, welche Spielsachen aus dem Schaufenster er ihr mitbringen soll. Wieder andere rufen vorher an, bestellen T-Shirts, Badeanzüge oder Jacken in bestimmten Größen und vereinbaren einen Termin an der Ladentür.

Bislang war das MüZe-Lädle im Obergeschoss des Mütterzentrums in der Adlerstraße untergebracht. Weil dort ein neuer Kindergarten eingerichtet wird, muss das Lädle für die Zeit der Bauarbeiten umziehen. „Das ist ehrlich gesagt ein Gewinn für uns“, sagt Tanja Alter. Denn der Laden liege viel zentraler, viel mehr Laufkundschaft komme vorbei. Die Hemmschwelle, mal an die Ladentür zu treten, sei viel niedriger als in der Adlerstraße. Im April 2022 soll das Lädle wieder umziehen ins Mütterzentrum. „Wir können die Miete in der Hauptstraße alleine nicht schultern“, erklärt Tanja Alter. Die Stadt unterstütze den Verein in dieser Hinsicht.

Drei Mal pro Woche geöffnet

Weil es ein extremer Mehraufwand sei, die Kleider an die Türe zu bringen und Termine zu vereinbaren, wenn Kunden anrufen und nach bestimmten Waren fragen, ist Tanja Alter froh über das große Team an Ehrenamtlichen, das mithilft. Acht Mitarbeiterinnen vom Teenager bis zur Seniorin wechseln sich ab: an der Theke, beim Verkauf oder beim Einräumen der Ware, die Privatpersonen vorbeibringen. Das Ganze an drei Tagen pro Woche. „Mehr schaffen wir nicht, weil wir ja auch alle Familie haben oder arbeiten“, erklärt Tanja Alter. Sie und ihr Team sind froh, dass das Lädle am neuen Standort wenigstens auf diese Art und Weise öffnen kann. Die Kunden kämen aus der ganzen Region. „Viele sind dabei, die sich normalerweise mit Kinderkleidern von Bedarfsbörsen eindecken“, weiß Mitarbeiterin Carmen Winkens. Die Börsen sind wegen der Pandemie zurzeit aber nicht möglich.

Über Facebook und Instagram bewirbt das MüZe-Team den Laden, in dem es neben gebrauchter Kinderkleidung ab Größe 50 auch Spielzeug, Bücher, Kinderwagen, Kindersitze und mehr zu kaufen gibt. Jedes einzelne Stück zu fotografieren und online zu stellen, funktioniere wegen des großen Aufwandes nicht, erklären die Team-Mitglieder. „Die Leute wollen auch kommen und sich die Waren in echt anschauen“, ergänzt Mitarbeiterin Monique Krischke. Auch Kinderfahrzeuge, wie Dreiräder, Bobbycars oder Fahrräder, seien gefragt. Monique Krischke schätzt, dass in dieser Saison mehr Ware verkauft werde als sonst und hofft, dass das Lädle bald normal öffnen kann.

Geöffnet ist das Lädle montags und mittwochs von 9.30 bis 11.30 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr. Mehr Infos gibt's über www.facebook.com/Second.Hand.Laedle.

Wir haben hier viel mehr Laufkundschaft.“

Tanja Alter,, MüZe-Lädle

Keine Kinderbedarfsbörse in Heubach geplant

Das Börsenteam in Heubach befindet sich noch im Ruhemodus, erklärt Mit-Organisatorin Monique Krischke. Die Börse für Kinderbedarf im Frühjahr sei bereits wegen der Pandemie entfallen. Ob es eine Börse im Herbst 2021 geben wird, steht noch in den Sternen. „Die Hygieneauflagen sind aktuell zu hoch“, erklärt Monique Krischke. Sollte sich die Lage bessern, wäre das Börsenteam aber innerhalb von zwei Wochen bereit, eine Börse in der Stadthalle auf die Beine zu stellen. Einen Termin gibt es bislang noch nicht. Schwierig, findet es Monique Krischke trotzdem, weil die Mitglieder des Börsenteams – größtenteils Kindergarten-Mütter – ständig wechselten und weil völlig unklar sei, wer überhaupt noch mit an Bord wäre, wenn's denn wieder los geht. me

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