Der Rosenstein wird sein Gesicht stark verändern

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Der Panoramaweg auf dem Heubacher Rosenstein ist schon seit einiger Zeit gesperrt – und wird es auch noch eine Weile bleiben. Dort sollen 100 bis 150 Buchen gefällt werden. Sie sind durch die Trockenheit so stark geschädigt, dass sie umstürzen könnten.
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100 bis 150 Buchen müssen gefällt werden. Die Maßnahme wird aber verschoben, weil zuvor ein Fledermaus-Experte das Gebiet begutachten muss.

Heubach

Wanderer werden den Rosenstein in manchen Bereichen nicht wiedererkennen, wenn die Buchen entlang des Panoramaweges gefällt oder oben abgekappt worden sind. Das sagt der zuständige Förster Henning Fath. Der Klimawandel setze den Buchen extrem zu, erläutert er.Eine Mischung aus heißen Sommern, zu viel Trockenheit, aber auch Schädlingen wie dem Buchenprachtkäfer hätten die Bäume so stark geschädigt, dass dürre Äste herabstürzen, aber auch ganze Bäume umkippen könnten. Deshalb sind verschiedene Wanderwege seit einiger Zeit gesperrt. Ein Durchgang zur Höhle "Große Scheuer" und zum "Hohen Stein" (Ostfelsen) ist nicht möglich. Warnschilder weisen die Waldbesucher auf die bestehenden Gefahren hin. Rot-weiße Absperrbänder sind quer über die gesperrten Wege gespannt. Die Waldarbeiter müssen demnächst ran.

  • 100 bis 150 Bäume müssen gefällt werden. Vor allem Buchen, aber auch Ahorn und Eschen stehen in dem Waldstück. Die Bäume, die nahe an den Wanderwegen stehen, müssten aus Sicherheitsgründen weg. "Eine mühsame Geschichte", sagt der Förster. Für die Arbeit soll eine große Maschine mit Raupenrädern aus Gummi eingesetzt werden.
  • 17 Meter lang ist der Greifarm an der Maschine, die Henning Fath für die Baumfällaktion angefordert hat. Diese kappt an manchen der geschädigten Bäume nur die Baumkrone, damit keine dürren Äste mehr hinabstürzen können. Der Baumstumpf ohne Krone bleibt stehen. Das komplette Holz, also die gefällten Bäume und die gekappten Äste, bleiben im Wald, erklärt Henning Fath weiter. Weil es sich um ein Naturschutzgebiet handle, dürfe das Holz nicht abtransportiert werden. Das wird den Wanderern, die nach den Arbeiten den Rosenstein besuchen, sicherlich auffallen. Fath: "Es wird an manchen Stellen sehr hell werden."

Es wird an manchen Stellen sehr hell werden.

Henning Fath, Förster
  • 1 Woche lang werden die Arbeiter auf dem Rosenstein beschäftigt sein, um die Bäume zu fällen und zu kappen. Eigentlich hätte die Maßnahme am Montag beginnen sollen. Weil aber ein Fledermausexperte zuvor ein Gutachten erstellen muss und dafür eine fahrbare Hebebühne nötig ist, die aus dem Korb gesteuert wird, muss die Maßnahme auf Ende Dezember/ Anfang Januar verschoben werden. Die Corona-Regeln lassen den Einsatz einer solchen Hebebühne derzeit nicht zu, informiert Jürgen Sistermans-Wehmeyer von ForstBW. Nach der Maßnahme werden viele so genannte Totholz-Bäume im Gebiet stehen oder liegen. Das sind abgestorbene Bäume oder Baumteile, die Käfer, Insekten und Pilze als Lebensraum nutzen. Dabei stellt stehendes und liegendes Totholz unterschiedliche Biotope dar, erklärt Henning Fath. Manche Fledermausarten verbringen beispielsweise den Tag hinter abgeplatzter Rinde, die vom Baum absteht. Neue Bäume werden im Naturschutzgebiet nicht gepflanzt. Buchen samten selbst aus. Esche und Ahorn gebe es dort ebenfalls. Alternativen, die besser mit der Hitze und der Trockenheit zurechtkommen, gebe es aktuell nicht. Es werde zwar mit Hochdruck geforscht, aber "uns stehen im Schutzgebiet nicht viele Baumarten zur Verfügung". Während der Baumfällungen müssten kurzzeitig weitere Wege gesperrt werden, damit Wanderer nicht gefährdet werden.
  • 0 weitere "Baustellen" in dieser Größenordnung gibt es zurzeit auf dem Rosenstein, wie Henning Fath erklärt. Aber in den kommenden Jahren müsse immer und an verschiedenen Stellen mit solchen Maßnahmen gerechnet werden. Das sei ärgerlich, "aber wir können es nicht ändern", sagt Henning Fath. Und weiter: "Wir sind in allergrößter Sorge, wie es um unsere Wälder steht."

40 Meter hoch und ein teures Brennholz

Wuchs: Buchen werden bis zu 40 Meter hoch. Als Früchte bilden sie dreikantige, etwa ein Zentimeter lange Nussfrüchte: die Bucheckern. Buchen wachsen vor allem in Nordeuropa, Nordamerika und Asien. Sie mögen wintermildes, sommerkühles, feuchtes, ozeanisches Klima. Nicht geeignet sind Gebiete mit strengen Winter- und Spätfrösten und starker Trockenheit.

Verwendung: Das Buchenholz ist in Deutschland mit einem Einschlag von jährlich etwa sieben Millionen Festmetern eines der bedeutendsten Laubhölzer als Nutzholz. Es ist auch ein erstklassiges Brennholz. Daher ist es teurer als die meisten anderen Brennhölzer.

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