Die Größten und die Ältesten punkten

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Gunther Holley (Mitte) freut sich über Teilnehmer, Sonne und reibungslosen Ablauf des ADAC Historic Bergrevivals in Heubach. Auch Formel-Fahrzeuge dürfen mitmachen.

ADAC-Historic-Bergrevival in Heubach. Erstmals sind American-La-France-Fahrzeuge dabei und stehlen allen anderen die Schau.

Heubach

Es gibt sie noch, die Autos ohne Diagnosestecker. Viele davon waren am Sonntag beim achten ADAC-Historic-Bergrevival in Heubach zu sehen. Das älteste aus dem Jahr 1918, ein American La France. Zum ersten Mal sind die mächtigen Autos, vor rund 100 Jahren in Summerville in South Carolina in den USA gebaut, in Heubach zu sehen. Aufmerksamkeit erregen sie nicht wegen der donnernden Motorgeräusche, sondern wegen der extravaganten Ausmaße. Fast alle American La Franze haben eine Vergangenheit als Feuerwehrauto. Oldtimerfreunde rüsten sie für die private Nutzung um. So wie Mario Oertel aus Mengen bei Sigmaringen, der den Oldtimer aus dem Jahr 1923 in den USA gekauft hat. "Wir sind eine ganze American-La-France-Familie", sagt er. Mit ihm sind weitere Freunde mit vier ähnlichen Autos aus unterschiedlichen Baujahren in Heubach. Noch nie waren hubraumstärkere Autos am Start: American La France bringen es auf 14,5 Liter und gut 100 PS.

Aufgefallen sind diese Exoten auch Bürgermeister Frederick Brütting, der mit Bernhard Holz im Vorausfahrzeug Strecke und Autos erkundet. Er muss sich mit einem aktuellen Auto begnügen, einem Dodge Challenger aus den USA. Die Veranstaltung schätzt der Bürgermeister: "Sie macht uns in der Oldtimer-Szene weit bekannt, auf eine sympathische Art."

Die Veranstaltung macht uns in der Oldtimer-Szene weit bekannt.

Frederick Brütting Bürgermeister

Sympathisch ist Organisator Gunther Holley vor allem, dass sich die 130 Teilnehmer wie Besucher an die Corona-Regeln halten, auf Abstand gehen oder Maske tragen. Viele der Fahrerinnen und Fahrer lassen es gemütlich angehen, genehmigen sich für die Gleichmäßigkeitsfahrt zwischen dem Start am "Jägerhaus" und dem Ziel auf dem Stock gut zweieinhalb Minuten. Andere nutzen das erlaubte Durchschnittstempo von 80 km/h. Gewinnen kann nur, wer die selbst gewählte Zeit in den Wertungsläufen am genauesten trifft. Die Fahrt ist eine Erinnerung an das legendäre Bergrennen von 1965. Damals waren im Lauf des Tages 287 Motorräder und Autos auf der Strecke, die alle möglichst schnell die 217 Meter Höhenunterschied bewältigen wollen. Ein Rennen ist es nicht mehr, der Spaß ist geblieben. Bei Teilnehmern wie Rolf Fischer aus Straßdorf oder Martin Wahl aus Alfdorf, die seit vielen Jahren dabei sind und die Stimmung unter Gleichgesinnten schätzen. Oder Zuschauer wie Eberhard Bär aus Mögglingen, der in der Jugend zu gerne einen NSU TTS gefahren hätte. In Heubach kann er sie gleich in großer Zahl bewundern.

Die Sieger: Gesamtklassement: 1. Fabien Robert, 2. Bernd Silberhorn, 3. Vanida-Kat Wernheimer. Teamwertung: 1. Team BMW Power, 2. Segglbande, 3. Bergteufel. Damen: 1. Vanida-Katharina Wernheimer, 2. Silke Schlumberger, 3. Petra Wagner.

Alles groß: 14,5 Liter Hubraum, einzelne Zylinder groß wie Magnum-Flaschen: American La France von Mario Oertel.
Bürgermeister Frederick Brütting darf im Dodge Challenger von Bernhard Holz die Strecke erkunden.

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