Die letzten Ostalb-Euros verbraten

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„Serid ihr noch dabei? 120 Ostalb-Euros, zum ersten, zum zweiten und zum dritten! Verkauft!“ Die Stadtjugendring-Leute haben alle voll zu tun, damit sie auch keinen der erhobenen Arme übersehen, die ein Gebot abgeben wollen. Foto: dav
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Um was sich die jungen Bewohnerinnen und Bewohner bei der traditionellen Versteigerung zum Abschluss vom Kidstown reißen und welche Bilanz der Stadtjugendring zieht.

Heubach

Der erwachsene Besucher wird sofort entdeckt: „Wer bist du?“, wollen die jungen Kidstown-Bewohner wissen. Er sei von der Zeitung, sagt der GT-Reporter. Um noch einen letzten Kidstown-Bericht für dieses Jahr zu machen. „Zeitung? Das haben wir auch.“

Und ja: „Kids News“, nennt sich das hiesige Lokalblatt, gefüllt mit Witzen, Werbung, der Gemeinderatssitzung, dem „Kind und dem Betreuer des Tages“ und knallhart recherchierten „Gerüchten“, wie etwa „Lezia ist eine plumen mörderin“ oder der gorshand hat zu teure Prase“. Vor allem am letzten Kidstown-Tag ist die Schlange vor dem Zeitungskiosk lang, da will jeder noch ein Exemplar mit nach Hause nehmen.

Zwei Wochen lang hatten die 120 Kinder die Stellung unterm Rosenstein in Beschlag, organisiert vom Stadtjugendring und 45 Betreuerinnen und Betreuern. „Alles lief so weit super“, sagen Manuel Huber und Sara Badawyia. Mit Corona habe es keine Probleme gegeben. Zwar wurde nicht großflächig getestet, aber wer wollte, konnte. Da sei zum Glück nichts Auffälliges dabei gewesen. Das Wetter sei manchmal schon fast schon zu gut gewesen. Will sagen: zu heiß. Vor allem am Donnerstag der ersten Woche. „Aber dann gab's eben Trinkpartys und Abkühlung vom Wassersprinkler, das passt dann schon“, meint Sara Badawyia. Ein paar kleinere Verletzungen hier und da, in der Küche auch mal ein Fehlalarm. So weit, so gut. Auch der Tag der offenen Tür sei von den Eltern und Großeltern prima angenommen worden.

Überraschung für manchen Papa

Und jetzt, am letzten Tag, warten alle auf die große Versteigerung. Schließlich haben die Kinder in ihren Betrieben einiges produziert. Was in den zwei Wochen nicht verkauft wurde, das kommt jetzt unter den Hammer. „Einige sparen ihre Ostalb-Euros gezielt daraufhin und legen in Gruppen zusammen“, sagt Manuel Huber. Und tatsächlich: Die Stadtjugendring-Leute haben alle voll zu tun, damit sie auch keinen der erhobenen Arme übersehen, die ein Gebot abgeben wollen. Wie die Betreuer berichten, machte schon so mancher Papa große Augen, als er sein Kind abholen wollte und stattdessen abends nochmal mit dem Hänger kommen durfte, um das gesamte Kidstown-Gefängnis, gefertigt aus Paletten, in den heimischen Garten abzutransportieren.

Es gibt aber auch handlichere Dinge, für die es sich anscheinend lohnt, die letzten Ostalb-Euros auf den Kopf zu hauen. Gemälde mit Meeresmotiven (190 für das kleine, 240 für das große), verschiedene Pflanzen in Paletten (110), eine „Bürger-Ideen-Box“ mit Schlitz (120). Das Geöffnet-Schild vom Design-Büro bringt 210 ein. „Seid ihr noch dabei?“, will Manuel Huber von den Kindern wissen. Und wie sie das sind. Ein großes Brett mit drei Löchern, ein Spiel namens „Cornhole“, geht unter großem Jubel der meistbietenden Mädels für 1800 über die Theke.

Am Freitag gibt's noch einen Extra-Tag bei Kidstown, wer mag, darf mit in den Schwabenpark. Dann haben die übriggebliebenen Betreuer Luft und Zeit, abzubauen und aufzuräumen. Bis es im nächsten August wieder heißt: „Kidstooooooown!“

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