Dr. Alemazung: „Jetzt ist Zusammenhalt wichtig“

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An sechs Thementischen haben hilfsbereite Heubacher über konkrete konkrete Hilfsangebote gesprochen.
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Integration Stadt Heubach und Ehrenamtlichen wollen Kräfte bündeln, um ukrainischen Flüchtlingen zu helfen. Von Birgit Markert

Heubach. 123 Flüchtlinge aus der Ukraine sind, Stand Ende März, in Heubach registriert. Sie sollen nicht einfach nur untergebracht, sondern gut aufgenommen werden. Um die Herkulesaufgabe gemeinsam zu meistern und die Angebote aufeinander abzustimmen, trafen sich nun verschiedene Akteure in der Stadthalle. Das Ziel des Treffens: konkrete Hilfsangebote besprechen und Ideen sammeln, wie Wohnraum gefunden und die Menschen integriert werden können.

„Wir erleben gerade schwere und aufwühlende Zeiten“, begrüßte Bürgermeister Dr. Joy Alemazung rund 50 Bürger. Er betonte, wie wichtig nun Zusammenhalt sei. In schwierigen Zeiten gelte, „dass wir einander brauchen und füreinander da sein müssen“. Er forderte alle auf, die geflüchteten Menschen herzlich willkommen zu heißen und das Motto „Heubach gibt Herberge“ zu unterstützen. Für die Verwaltung sei die aktuelle Situation eine gewaltige Aufgabe: Es gehe los mit der Wohnungssuche; werde eine gefunden, müsse sie besichtigt und Mietverträge abgeschlossen werden, Geflüchtete müssen angemeldet, Mietzahlungen abgewickelt und Sozialanträge gestellt werden.

Bei null muss die Stadt Heubach nicht anfangen, denn einiges ist bereits auf den Weg gebracht. Etwa in Form einer Taube, die Kinder aus Lautern gebastelt haben. Durch den Verkauf kamen 1000 Euro an Spenden zusammen, berichtete Pfarrer Thomas Adam. Doch Spenden seien das eine, wichtig sei es auch, weitere Ideen zu sammeln, wie geholfen werden kann. An sechs Thementischen ging es sodann um konkrete Angebote.

An Tisch 2 kam Renate Iwaniw, die bei der Stadt für Geflüchtete zuständig ist, mit Bürgern ins Gespräch, die eventuell Wohnraum anbieten können. Ein Heubacher, der ein leerstehendes Gebäude besitzt, wollte wissen: „Was kommt auf mich zu, geht es auch für fünf Monate?“ Iwaniw erklärte, dass die Stadt Heubach anmiete, man aber eher von ein bis zwei Jahren ausgehen müsse.

An einem weiteren Tisch ging es um Unterstützung im Alltag. „Wie kann ich mich zum Wohle anderer einbringen?“, lautete die Frage von Pfarrer Adam. Gabi Brenner kann sich vorstellen, dass ihre Kinder ukrainische Kinder mit in die Vereine nehmen. Gemeindediakon Lars Wittek verweist auf den Freundeskreis „Heimat in Heubach“, der sich seit Jahren für die Integration von Menschen aus anderen Kulturen einsetzt.

Am nächsten Tisch ging es um Behördengänge und rechtliche Fragen. Eine Frau hat eine Ukrainerin mit Kindern bei sich aufgenommen und fragte, was versicherungsmäßig wie abgedeckt ist und „was muss man privat regeln?“ Sie denkt etwa an Unfälle, bei denen normalerweise die private Haftpflichtversicherung greift. Wichtig ist ihr, dass die Menschen gut hier ankommen und sich nicht ständig als Bittsteller fühlenmüssen.

Ideen für die Freizeitgestaltung wurden an einem weiteren Tisch gesammelt: Ausflüge, Schnuppertermine beim Sportverein, ein Sprachcafé mit ehrenamtlichem Dolmetscher und einiges mehr können sich die Ehrenamtlichen vorstellen.

Zu Wort kamen auch die Geflüchteten selbst, die zu Papier brachten, was ihnen an Alltagsgegenständen fehlt. Außerdem wurde abgefragt, wer einen Sprachkurs machen oder geimpft werden möchte und welchen Beruf mitbringt. In einem nächsten Schritt geht es nun darum, viele dieser Ideen zu realisieren.

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