Dr. Joy Alemazung wird Bürgermeister

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Wahlsieger Dr. Joy Alemazung am Sonntag auf dem Rednerpodest vor dem Heubacher Rathaus. Für acht Jahre wird der 46-jährige, der in Lindach wohnt und kamerunische Wurzeln hat, Bürgermeister der Stadt unterm Rosenstein sein.
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Die Heubacherinnen und Heubacher haben sich am Sonntag bereits im ersten Wahlgang entschieden. 66,24 Prozent für den Wahlsieger.

Heubach

Dr. Joy Alemazung wird neuer Bürgermeister in Heubach. 66,24 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben ihm am Sonntag ihre Stimme.

Als die Wahllokale um 18 Uhr schlossen, trafen nach und nach mehr Interessierte vor dem Rathaus ein. Hier sollte gegen 19 Uhr das Ergebnis verkündet werden. Als gegen 18.30 Uhr die Zahlen des ersten von neun Wahlkreisen auf dem großen Monitor im Fenster des Rathauses erschien, war der Trend für den Abend vorgegeben: Dr. Joy Alemazung lag bei über 60 Prozent, was bedeutet, dass die Wahl bereits im ersten Durchgang entschieden und es keinen zweiten Wahltag brauchen würde. Die Ergebnisse der anderen Wahlkreise und der Briefwahl bestätigten das.

Fast überfordert

Gegen 19 Uhr begannen die ersten zu applaudieren, darunter auch unterlegene Mitbewerber. Der Wahlsieger erklomm das Podest, trat ans Mikrofon und bekannte, er habe heute nicht mit einem solchen Ergebnis gerechnet. „Deswegen bin schon fast überfordert, hier zu stehen.“ Er möchte aber allen Bürgerinnen und Bürgern sagen, sein größtes Ziel sei „das Wohlergehen aller Menschen in dieser schönen Gemeinde“. Das werde er mitnehmen jeden Tag und alles daran setzen, dass es „Euch und Ihnen immer gut geht“. Bevor ihm die Tränen kämen, wolle er nun nicht mehr viel sagen, außer: „Danke, dass Sie mich gewählt haben und danke an tolle Mitbewerber“, denen er eine Zusammenarbeit anbot. Wenn alle zusammenarbeiten, könne man „etwas Vollkommenes erhalten, denn einer alleine ist nicht vollkommen“. Die Liste derjenigen, bei denen er sich bedanken wolle, sei eigentlich zu lang für diesen Augenblick. Dennoch dankte er seiner Frau Barbara, eine „starke Unterstützerin“. Seinen Wahlhelfern, vor allem den Jugendlichen. „Für diese jungen Menschen habe ich jetzt eine Verantwortung, die ich gerne übernehme, weil ich auf sie zählen kann“, so Alemazung. Bei seinen Vorgängern Klaus Maier und Frederick Brütting, die eine sehr schöne Stadt hinterlassen hätten. „Wir werden sie noch schöner machen“, versprach Alemazung, der darauf setzt, von seinen Vorgängern auch Ratschläge und Hilfe zu bekommen. „Ich weiß jetzt auch, wo Klaus Maier wohnt, da komme ich dann vorbei“, sagte Alemazung.

Der stellvertretende Bürgermeister Karl Grötzinger verkündete danach das offizielle Ergebnis (siehe Kasten). In der Klarheit habe er es nicht erwartet, es sei aber gut, dass kein zweiter Wahlgang nötig sei. „Ich bin erleichtert, dass uns die Verlängerung erspart bleibt“, so Grötzinger. Nach einem aktiven, fairen und für alle Bewerber erfolgreichen Wahlkampf sei heute die Stunde der Wahrheit, in der die Wähler Mut gezeigt hätten. „Heubach bricht in eine gute Zukunft auf“, meinte Grötzinger, der sich „auf ein gutes Miteinander“ mit dem Wahlsieger in den kommenden Jahre freue. Der neue Bürgermeister werde voraussichtlich im Dezember in sein Amt eingesetzt, so dass er am 1. Januar seine Arbeit offiziell aufnehmen kann.

Fairer Wahlkampf

Lauterns Ortsvorsteher Bernhard Deininger gratulierte mit einem Lauterner Obst- und Gemüsekorb und meinte: „Ganz Heubach singt heute den Song of Joy“. Dr. Alemazung betonte: „Lautern hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.“

Als einziger Mitbewerber kam Wolfgang Schurr ans Mikrofon und bedankte sich für den total fairen Wahlkampf, bei dem nie ein böses Wort gefallen sei. Er bot dem Wahlsieger seine Zusammenarbeit an und lobte: „Sein Charisma hat man immer gespürt.“

Heuchlingens Bürgermeister Peter Lang gratulierte im Namen der Kollegen der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein. Das klare Ergebnis sei vielleicht etwas überraschend, aber auch gut. Schließlich stünden jede Menge Aufgaben an, da könne der Rückenwind aus einer klaren Wahl nicht schaden.

Joy Alemazung wohnt in Lindach. Er ist 46 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern im Alter von 18, 14 und acht Jahren. Bislang ist er Referent im höheren Dienst beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er kam vor 20 Jahren nach Deutschland für ein Studium der Soziologie und Politikwissenschaften. Dieses Studium schloss er 2005 an der Universität Erlangen-Nürnberg ab. Danach promovierte er im Bereich Politikwissenschaften an der Universität Kiel.

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Mit Charisma erfolgreich - Kommentar von David Wagner

  • So haben die Heubacher gewählt
  • Joy Alemazung: 2800 Stimmen (66,24 Prozent)
  • Wolfgang Schurr:574 Stimmen (13,58 Prozent)
  • Christian Joswig: 327 Stimmen (7,74 Prozent)
  • Jörg Pfisterer: 285 Stimmen (6,74 Prozent)
  • Helmut Dannecker: 195 Stimmen (4,61 Prozent)
  • Florian Bieg: 24 Stimmen (0,57 Prozent)
  • Tayfun Türkyilmaz: 13 Stimmen (0,31 Prozent)
  • Andere: 9 (0,21 Prozent)
  • Wahlberechtigt waren 7787 Bürgerinnen und Bürger, gewählt haben 4248.
  • Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 54,55 Prozent.
  • Ungültige Stimmen gab es 21, das sind 0,49 Prozent. Gültige Stimmen gab es 4227, das sind 99,51 Prozent.

Heubach singt heute den 'Song of Joy'.“

Bernhard Deininger, , Ortsvorsteher

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