Ein Feuer wie im Ernstfall

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Feuerwehrleute der FFW Heubach vor der Brandübungsanlage. Truppführer Rüdiger Mäding (links) und Strahlrohrführerin Theresa Geller (rechts) kurz vor ihrem Training unter realistischen Bedingungen.
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Feuerwehrfrauen- und Männer aus der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein erproben unter Einsatzbedingungen und Umgebungstemperaturen mit bis zu 600 Grad den Umgang mit Atemschutzgeräten. Eine überlebenswichtige Zusatzausbildung.

Heubach. Viele freiwillige Feuerwehrleute der Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein haben derzeit buchstäblich Flammen um die Ohren. Die Wehrführungen haben ein Spezialcontainer vor die Tore des Heubacher Gerätehauses beordert: In einem Container werden Brände mit Temperaturen von mehreren hundert Grad simuliert. Die Brandübungsanlage gehört der Netze BW, eine Tochtergesellschaft der EnBW. Er wird zur Ausbildung landesweit genutzt und wird den Rettern kostenlos zur Verfügung gestellt. In der mobilen Anlage können mit Hilfe der eingebauten Brandstellen unterschiedliche Einsatzlagen simuliert werden.

Die Gmünder Tagespost hat die beiden Floriansjünger Theresa Geller und Rüdiger Mäding an ihrem Übungsdurchgang begleitet. Für den Einsatz im Container ist die volle Einsatzkleidung Voraussetzung. Schutzanzug, Atemschutzmaske, Flammschutzhaube, Helm, Handschuhe, Sicherheitsstiefel und das rund 20 Kilogramm schwere Atemschutzgerät. Ein Wasserstrahl trifft auf den brennenden Verteilerkasten am Eingang. Geller und Mäding, die in geduckter Haltung in der Anlage knien, sind in dem von Rauch und Flammen erfüllten Raum nur zu erahnen. Das Feuer brennt weiter, das Wasser prallt an den Schranktüren ab. An der Decke über dem Trupp lodern weitere Flammen auf, im Fachjargon ein sogenannter „flash-over“.

Ausbilder Stephan Kuhn und Sohnemann Samuel steuern in einem Kontrollzenturm die Brandherde.

Nun hält Strahlrohrführerin Geller den Wasserstrahl auf das Feuer am Eingang bis es kleiner wird. "Der Rücken bleibt kalt", meint Rüdiger Mäding, Truppführer im Löscheinsatz. So bleibt der Rückweg frei und der Trupp ist nicht vom Feuer abgeschnitten. „Am Boden unter der Rauchgrenze ist die Hitze erträglich und die Sicht besser“ so Mäding weiter fort. Deswegen würden die Floriansjünger bei einem Feuer in einem geschlossenen Raum immer am Boden knien und sich nicht aufrecht in dem Raum bewegen.

Betreten werden kann der Container über die Außentüre oder über einen Treppenabgang. "Bereits im Flur brannte ein Verteilerkasten, ehe im Zimmer der eigentliche Einsatzauftrag, die Bekämpfung des Zimmerbrandes folgte", so Theresa Geller.

Unter Einsatzbedingungen üben Feuerwehrleute in einem Brandcontainer in Zweiergruppen drei Wochen lang das Löschen von Feuern in geschlossenen Räumen mit schwerem Atemschutzgerät. Von einem Kontrollzentrum aus überwachen Ausbilder den Ablauf. Wenn es bre

Bis zu 600 Grad an der Decke

Etwa zehn Minuten dauert ein solcher Löscheinsatz. Überwacht wird dieser von einem kleinen Kontrollzentrum aus. Durch Glasscheiben und Überwachungskameras kann Übungsleiter Stephan Kuhn die Abläufe im Container beobachten. Die Feuerwehrkleidung ist darauf ausgelegt, dass die Trupps den Einsatz problemlos überstehen können. Die Anforderungen an die Feuerwehrleute sind dennoch hoch. Für den Notfall gibt es drei Notausschalter in der Übungsanlage. Wird einer davon gedrückt, wird die Energiezufuhr abgestellt. Durch zwei Türen kann jederzeit von außen eingegriffen werden. "Auch wird gelernt, wie das Strahlrohr zu handhaben ist", berichtet Theresa Geller. So ist das Feuer durch Abgabe von Sprühstößen aus dem Strahlrohr sinnvoll, denn die Floriansjünger wollen im Einsatzfalle den Wasserschaden so gering wie möglich halten.

Die Einsatzkräfte in der Übungsanlage umgeben von Feuer.

Die Maximaltemperatur im Container beträgt während des "flash-overs" im Deckenbereich bis zu 600 Grad und in Bodennähe bis zu 300 Grad. Mit dem Kommando "Feuer schwarz" endet die Übung für Geller und Mäding. Die beiden haben ihre Übung erfolgreich abgeschlossen. Sie dürfen sich wieder aus den nassgeschwitzten Klamotten befreien, während inzwischen schon die nächsten Wehrleute bereit am Eingang stehen. Sie steigen die Wendeltreppe hinunter, an deren Ende ihnen die Flammen entgegenschlagen. Noch etwa eine Woche wird in der Anlage geübt, bis alle Atemschutzgeräteträger der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein das Training absolviert haben.

Rüdiger Mäding (l.) und Theresa Geller bereiten ihren Einsatz vor.
Auf einem Monitor hat der Ausbilder Stephan Kuhn in einem kleinen Kontrollzentrum die Trupps im Blick.
Auf einem Manometer haben die Floriansjünger immer im Blick, wie viel Luft sie noch in ihrer Atemschutzflasche haben.
Die Brandübungsanlage der Netze BW auf dem Hof der Heubacher Feuerwehr.
Truppführer Rüdiger Mäding beim Ausrüsten und Anlegen des Atemschutzgerätes.
Die Einsatzkräfte in der Übungsanlage umgeben von Feuer.

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