Ein Schulwald fürs Gymnasium

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Treffen im Wald (von links): Robert Felch, Michael Schellhammer, Bürgermeister Frederick Brütting, Revierleiter Jörg Hirsch, Oberforstrat Jens-Olaf Weiher und Schulleiter Johannes Josef Miller.
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Warum Schüler des Heubacher Rosenstein-Gymnasiums jetzt Biologieunterricht im Wald erleben können und was diese Art des Lehrens für die Zukunft bedeutet.

Heubach

Es nieselt leicht, das Waldstück am alten Sendemast beim Rosenstein glänzt wie frisch gewaschen, ein würziger Duft nach feuchter Erde liegt in der Luft. In diesem Gebiet, jeweils rund 100 Meter in alle Himmelsrichtungen, soll in Zukunft für die Schüler des Rosenstein-Gymnasiums Biologieunterricht stattfinden.

Bei der offiziellen Übergabe des Teilstücks des Heubacher Stadtwalds durch Bürgermeister Frederick Brütting, Revierleiter Jörg Hirsch und Oberforstrat Jens-Olaf Weiher von der Forst-Außenstelle Schwäbisch Gmünd des Landratsamtes am Donnerstag zeigte sich die „pädagogische Spitze“ des Rosenstein-Gymnasium mit Rektor Johannes Josef Miller, dem Leiter der MINT-Abteilung Michael Schellhammer und Biologie-Lehrer Robert Felch begeistert von dem Standort. Für den zukünftigen „Outdoor-Biologieunterricht“ sei er perfekt gewählt, die Fläche präsentiert sich relativ eben und ist fußläufig von der nahe gelegenen Bushaltestelle zu erreichen. Vor Ort konnte Miller Bürgermeister Brütting noch zur Mitnutzung einer leerstehenden Gerätegarage „überreden“.

Auch andere Fächer möglich

Mit der Idee von Felch und Miller, Unterricht im „Schulwald“ abzuhalten habe man beim Revierleiter und beim Oberforstrat „offene Türen eingerannt“. Weiher zeigt sich mit der Wahl sehr zufrieden, hier seien mehrere „Waldbilder“ vertreten und erlebbar. Vom Jungfichtenbestand bis hin zu Naturschutzflächen, alten „Viehweiden“ und Buchenbestand könne hier Wald auf relativ eng beieinanderliegender Fläche erlebt werden. Für Biologielehrer Felch bietet das Waldstück „unsere grüne Chance“. Weiher präzisiert, der Wald am Sendemast sei ein elementar wichtiger Baustein für die Waldpädagogik, hier können die Jugendliche „im, mit und für den Wald“ lernen. „Wir brauchen für die Zukunft junge Menschen, die für das Prinzip der Nachhaltigkeit und mit Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt geschult sind“, ist sich Weiher sicher und für die Gesamtgesellschaft entstehe durch das Waldprojekt der Schule ein „großer Vorteil“, wenn Jugendliche die Wichtigkeit des Waldes erlernen. Das Projekt Schulwald sei als ein „Paradebeispiel“ für den ganzen süddeutschen Raum anzusehen. Für Revierleiter Hirsch ist ein wichtiger Aspekt, die Eigenverantwortung der Schüler zu wecken und gleichzeitig die vielfältigen Möglichkeiten, die der Wald bietet, zu verinnerlichen. Mit dem Wald lasse sich nicht nur Geld verdienen, das Augenmerk müsse auch auf die Nachhaltigkeit gelenkt werde. Daneben diene der Wald als Erholungsgebiet und müsse dementsprechend verantwortungsvoll behandelt werden.

Die Ideen der Pädagogen weisen weit in die Zukunft, die Schulimkerei soll hier mit verortet werden, meint Schellhammer, das pädagogische Rahmenkonzept umfasst dabei weitere Fächer, die in den Schulwald ausgelagert werden können. Für den Sport gibt es die Möglichkeit, Bergläufe oder einen Kraft- und Fitnessparcours zu absolvieren, für Mathe bieten sich verschiedene naturnahe Berechnungen und Auswertungen an. In Geschichte könnte der Wald im Wandel der vergangenen Jahrhunderte aufgegriffen werden und für Bildende Kunst stellt sich die Flora und Fauna als „Modell“ für Landschaftsmalerei oder Protagonist für Bild- und Filmdokumentationen zur Verfügung.

Was jetzt noch fehlt, ist ein ausgemusterter Bauwagen, den die Schule liebend gerne als Spende annehmen würde. Bürgermeister Brütting zeigt sich auch zufrieden mit der Übergabe des historisch gewachsenen und hochwertigen Waldstücks, es sei schön, für einen Bürgermeister bei einem solchen Ansinnen einfach einmal „Ja“ zu sagen, „einfach weil der Wald da ist“.

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