Ein Tür-Tisch für den Garten der St.-Ulrich-Kirche

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Übergabe Tisch St.Ulrichkirche Heubach
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Kirchengemeinden im Gmünder Raum erhalten Tür-Tische aus dem Gmünder Augustinus-Gemeindehaus. Ein besonderes Kunstprojekt.

Heubach

Langsam zirkelt Patrick Burkhardt den Lastwagen an den Heubacher Marktplatz. Die Ladefläche ist voller Tür-Tische, die am Samstag an verschiedene Kirchengemeinden im Gmünder Raum ausgeliefert werden. 17 Tür-Tische und drei Tür-Blätter sind's insgesamt, weiß Katrin Sabath-Härlin, Kirchengemeinderätin in Gmünd und Ideengeberin des Projektes. Einer der Tür-Tische steht fortan im Kirchgarten der evangelischen Kirche St. Ulrich in Heubach.

Zur Vorgeschichte: Das Gmünder Augustinus-Gemeindehaus wird für rund sechs Millionen Euro saniert. Ein Kunstprojekt begleitet diese Sanierung, für die rund zwei Jahre angesetzt sind. Die Türen wurden dafür aus den Angeln gehoben und zu Tischen umgestaltet. Unten an die Tische montierten zahlreiche Helfer Metallgestelle mit vier stabilen, höhenverstellbaren Tischbeinen, auf die Tischplatte kam eine Plakette mit QR-Code. Wer diesen scannt, erfährt Hintergrund-Informationen zum Kunstprojekt. Die Räume des Augustinus-Gemeindehauses ohne Türen sollen für ein offenes Haus stehen, das Projekt soll die Gemeinschaft der Kirchengemeinden symbolisieren - auch von katholischen und muslimischen Gemeinden, die ebenfalls Tür-Tische geliefert bekamen.

Und wie geht's mit dem Tür-Tisch in Heubach weiter? Am Samstagvormittag decken Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde den Tisch zur offiziellen Übergabe erst einmal mit allerhand Leckereien: Zimtschnecken, warmer Strudel, Kaffee und Tee stehen für die Gäste der kleinen Feier bereit. Ein Tischtuch und Blumen kommen auf die Tischplatte der Brandschutztür. „Eiche rustikal“, sagt Heubachs Pfarrerin Sabine Löffler-Adam, die begeistert ist von dem Projekt. Der gemeinsame Abend mit Mitgliedern anderer Kirchengemeinden, mit „kunterbunt gemischten Leuten“ sei sehr beglückend gewesen, die kleine Feier im Kirchgarten ist es ebenfalls. Zuerst sei die Überlegung gewesen, alles wegen des Krieges in der Ukraine abzublasen. Dann aber habe sich die Kirchengemeinde überlegt, dass es genau diese kleinen und relativ spontanen Zusammenkünfte seien, nach denen sich viele sehnten. Pfarrer Rudolf Spieth an der Gitarre und Kirchengemeinderat Stefan Prüller an der Klarinette liefern Klezmer-Musik zu den Gesprächen, die sich rund um den Tisch in lockerer Runde ergeben.

Der Tür-Tisch ist im hinteren Bereich des Kirchgartens aufgebaut. Wer an ihm steht, hat einen guten Blick auf Kirche und Blockturm. Er könne fortan als Altartisch dienen, wenn ein Gottesdienst im Freien stattfindet, oder als Tisch für eben solche Zusammenkünfte wie am Samstag. Die Tischplatte müsse noch gut lackiert werden, die Kanten eventuell abgeschliffen. „Er wird sein Gesicht verändern“, sagt Sabine Löffler-Adam, soll aber immer ein Tisch für alle sein.

Der Tisch wird sein Gesicht verändern.“

Sabine Löffler-Adam, Pfarrerin

Ein Gebet für die Bürger in der Ukraine

  • Friedensgebet: „Gott will keinen Krieg“, sagt Heubachs Pfarrerin Sabine Löffler-Adam am Samstag. „Er ist ein Gott des Friedens.“ Nach der Anlieferung des Tür-Tisches für den Garten der St.-Ulrich-Kirche bleiben die rund 20 Gäste noch eine Weile am Tisch versammelt zum Gebet. Trotz der Gespräche am langen Tisch des russischen Präsidenten Wladimir Putin gebe es nun Krieg im Osten Europas. Wir Christen seien in Gedanken bei der Bevölkerung und den Opfern in der Ukraine und hofften auf ein baldiges Ende des Krieges. Mit dem Vaterunser, zwei Liedern und dem Segen endet die kleine Feier. ⋌me
Tisch für Heubachs Kirchgarten
Tisch für Heubachs Kirchgarten

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