„Eltern-Taxis“: Querungshilfe und Halteverbot?

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Parkproblem Schillerschule
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Die „Eltern-Taxis“ sorgen an der Heubacher Schillerschule des Öfteren für gefährliche Situationen. Was Schulleitung und Stadtverwaltung planen, um den Bereich vor der Schule sicherer zu gestalten.

Heubach

Stau in der Heubacher Adlerstraße morgens um kurz vor 7.30 Uhr. Warum? Weil viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, anhalten, um die Kinder aussteigen zu lassen, und weiterfahren. Das Problem dabei? Die „Eltern-Taxis“ versperren oftmals den Gehweg oder parken direkt am dortigen Zebrastreifen. Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, müssen auf der Straße um die parkenden Autos herum gehen und sich am Zebrastreifen langsam in die Straße vortasten, weil ihnen die parkenden Autos die Sicht versperren.

Schulleitung und Stadtverwaltung kennen das Problem und sind dran. Das Thema „Eltern-Taxis“ wird jedes Jahr bei den Elternabenden angesprochen, erläutert Schulleiter Thorsten Krischke. Außerdem habe er vor einigen Wochen ein Informationsschreiben herausgegeben, in dem auf Parkplätze in kurzer Entfernung zur Schule hingewiesen wird – beispielsweise am Rewe-Markt. „Insbesondere bei den Schulanfängern wurde deutlich darauf hingewiesen, wie wichtig der Schulweg für das Erleben des Kindes und dessen Selbstständigkeit ist“, ergänzt der Schulleiter.

Was schon verbessert wurde: Linienbusse halten schon seit einigen Jahren in der Gmünder Straße und nicht mehr in der Adlerstraße. Seit diesem Schuljahr gelte das auch für die Schulbusse, welche die Mörikeschule ansteuerten, sagt Thorsten Krischke. Diese hielten nun ebenfalls in der Gmünder Straße. Auch baulich hat sich was getan: Vor gut zwei Jahren sind drei Poller am Lehrerparkplatz angebracht worden, damit Eltern nicht direkt bis ans Tor des Pausenhofes fahren. Nach wie vor parkten aber Eltern auf dem Gehweg direkt am Zebrastreifen. „Einerseits ist das der Weg, auf dem die meisten laufenden Kinder kommen, andererseits führt hier über die Auffahrt der direkte Weg auf den Schulhof“, erklärt Thorsten Krischke. Autos hielten teilweise sehr knapp vor oder hinter dem Zebrastreifen und nähmen so den Kindern die Sicht oder verleiteten andere Autofahrer zu gewagten Manövern. Krischke: „Eine Fahrerin musste ich ermahnen, die sehr rasant gegen die Fahrtrichtung direkt vor die Poller an unserer Einfahrt eingeschwenkt hat. Da es hier um die Sicherheit der Kinder geht, ist das natürlich nicht hinnehmbar.“

Der Großteil der Eltern verhalte sich laut Schulleiter aber absolut vorbildlich. Der weitaus größte Teil der Kinder komme in Gruppen mit Freunden zur Schule gelaufen, andere stiegen etwas von der Schule entfernt, beispielsweise an der Bushaltestelle in der Gmünder Straße, aus dem elterlichen Auto aus.

Absolutes Halteverbot?

Was können Stadtverwaltung und Schulleitung noch tun? Heubachs Bürgermeister Dr. Joy Alemazung hat ein Treffen mit Elternvertretern, der Schulleitung und Vertretern der Stadt angekündigt, um gemeinsam die Lage vor Ort anzuschauen und zu beraten, wie diese verbessert werden kann. Eine Idee sei ein absolutes Halteverbot in dem Bereich direkt an der Schillerschule in der Zeit von 6.30 bis 8 Uhr. Dies könne allerdings nicht die Stadt entscheiden, sondern müsse beim Landratsamt einen Antrag stellen. „Dies soll zeitnah passieren“, sagt der Bürgermeister. Alemazung kann sich auch speziell für Eltern ausgewiesene Parkplätze beim Rewe-Markt vorstellen. Eine weitere Idee seien Schülerlotsen oder geschulte Lehrkräfte oder Eltern, die in den kritischen Zeiten bereit stehen und den Schülern helfen. Aus baulicher Sicht kann sich Thorsten Krischke zum Beispiel eine erhöhte und farblich abgesetzte Querungshilfe auf Höhe seiner Schule vorstellen – wie die ein paar hundert Meter weiter an der Realschule und der Sporthalle.

Krischke setzt aber auch auf ein verantwortungsvolleres Verhalten der betroffenen Eltern. „Auch diese haben ja Kinder an unserer Schule, und letztlich sollten wir alle gemeinsam das Interesse haben, dass der Schulweg sicher ist.“

Da es sich nach seiner Beobachtung mittlerweile um einzelne Fahrzeuge handelt, hofft er auch auf die Ordnungsbehörden, deren Strafzettel in diesen Fällen möglicherweise mehr Beachtung fänden als seine mahnenden Worte. Es gebe auch schulische Projekt wie etwa die „Schulweghelden“ oder „SpoSpiTo“, um die Kinder noch mehr dazu zu motivieren, zu Fuß in die Schule zu gehen.

Wir sollten alle gemeinsam das Interesse haben, dass der Schulweg sicher ist.“

Thorsten Krischke, Schulleiter
  • Die Heubacher Schulen
  • Aktuell besuchen 427 Kinder die Schillerschule, zu der die Grundschule und die Gemeinschaftsschule gehören. In direkter Nachbarschaft zur Schillerschule ist die Realschule angesiedelt und die Mörikeschule, ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Zur Schullandschaft gehört auch das Heubacher Rosenstein-Gymnasium.

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