Erläuterungen zum „Juwel der Ostalb“

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Studiendirektor Gerhard M. Kolb (li.) präsentiert mit Pfarrer Thomas Adam den Kirchenführer St.-Ulrich-Kirche in Heubach.

Seit Montag hat die St.-Ulrich-Kirche in Heubach einen Kirchenführer von Gerhard M. Kolb.

Heubach. Wie viel Zeit Studiendirektor Gerhard M. Kolb in diesen Kirchenführer investierte, bleibt wohl ein Geheimnis. Fakt ist, dass er mit dem illustrierten, 65 Seiten zählenden Buch profunde Antworten und Erläuterungen über das Gotteshaus und die in ihm zu findenden kunsthistorischen Gegenstände gibt.

Wobei der Verfasser bei der Präsentation am Montagabend verdeutlichte, dass es sich um ein „Gemeinschaftswerk“ handle. Denn „mit Albrecht Vogel habe ich einen ausgewiesenen Kenner von kunstgeschichtlichen Deutungen im Innenraum der Kirche gewonnen“, erklärte Kolb. Er beschrieb die harmonische Zusammenarbeit und sein tiefes Bedauern darüber, dass Albrecht Vogel noch vor Erscheinen des Kirchenführers leider verstarb. Zudem bedankte sich der bekannte Historiker aus Heubach bei Pfarrer Thomas Adam, dass „er trotz zeitlicher Unterbrechungen die Herausgabe des Kirchenführers nie aus den Augen verlor“. Als besonderes Geschenk und „gewissermaßen mein Honorar“ empfand Gerhard Kolb die Tatsache, dass Bernd Büttner die Buchvorstellung an der Orgel mit Interpretationen der Toccata von Johann Sebastian Bach begleitete. „Schweren Herzens“ habe er auf diverse Dinge bei den Erläuterungen verzichten müssen, bedauerte Kolb. Das ursprüngliche Manuskript sei stark gekürzt, pauschaliert und beispielsweise vereinfacht worden. So bedürfe es etwa eingehender Untersuchungen bezüglich der Wappenschilde und ihrer genealogischen Verknüpfung, legte der Historiker ans Herz.

Vorzeigeobjekt schlechthin

Bei seinen zahlreichen Besuchen in dem Gotteshaus habe er besonders das Fresco „Maria auf dem Stufenthron“ aus dem 14. Jahrhundert ins Herz geschlossen, beschrieb der Autor. Er betonte, dass die Ulrichskirche nach Renovierungen und Umbauten in neuerer Zeit als „ein Juwel der Ostalb“ bezeichnet werden kann. „Sie ist für Heubach das einzige aus dem Mittelalter erhaltene sakrale Steinbauwerk und somit Vorzeigeobjekt schlechthin“.

Einen Ausflug in die kunsthistorische Geschichte des Gotteshauses bot Dr. Raimund J. Weber in seiner Würdigung des Kirchenführers. Er ging auf einzelne Bildnisse und vieles mehr ein, die sich in dem Buch illustriert finden. So wird der Leser etwa auch erfahren, dass im Turm von St. Ulrich die ältesten Glocken Württembergs aus dem 12 und 13. Jahrhundert hängen. Weber erklärte: „Heubach besitzt nun einen außergewöhnlichen, der geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung dieses Gotteshauses würdigen Kirchenführer.“ Gerhard Kolb habe sich als Ortshistoriker bereits einen großen Namen gemacht, aber vielen sei nicht bekannt, dass er seine wissenschaftliche Arbeit als Kirchenhistoriker begonnen habe. Hier verwies Dr. Raimund J. Weber auf Kolbs „monumentales, zweibändiges Werk“ über das ehemalige Frauenkloster Gotteszell in Schwäbisch Gmünd. Im Laufe der Jahrzehnte seien kleinere kirchengeschichtliche Arbeiten gefolgt. Etwa „Notizen zur Geschichte der Pfarrei St. Ulrich“.

„Der neue Führer darf als Fortsetzung, Erweiterung und Ergänzung dieses grundlegenden Aufsatzes angesehen werden“, beschrieb Dr. Weber. Kolb profitiere von seinen jahrzehntelangen Erfahrungen als Stadtarchivar und, soweit es sich um lateinische Inschriften handle, seine Eigenschaft als studierter und im Schuldienst erprobter Latinist. Anja Jantschik

Der Kirchenführer ist im Pfarramt gegen eine Spende erhältlich.

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