Fast sieben Millionen Euro fürs Schloss

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Seit Kurzem ist der obere Bereich des Heubacher Schlosses aus Sicherheitsgründen abgehängt. Eine tiefgehende Sanierung der alten Gemäuer ist unumgänglich. Über die Kosten informierte am Dienstag der zuständige Architekt den Gemeinderat.
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Architekt Harald Stock legt dem Heubacher Gremium am Dienstag eine detaillierte Liste aller notwendigen Arbeiten und deren Kosten vor. Räte fragen nach Einsparmöglichkeiten.

Heubach

Nicht nur Bürgermeister Frederick Brütting musste nach eigenen Worten "erstmal schlucken" – ob der Zahlen, die Architekt Harald Stock dem Heubacher Gemeinderat am Dienstagabend in der Stadthalle vorlegte. In der Sitzung im Mai hatte Stock bereits vorgestellt, welche Maßnahmen notwendig seien. Nun brachte er die dazugehörigen Kosten mit.

Demnach betragen die Gesamtkosten rund 6,9 Millionen Euro. Diese gliedern sich in vier Bereiche:

1 Das Bauwerk (3,03 Millionen Euro): Größte Brocken sind die Gerüstbauarbeiten (knapp 560 000 Euro) und die Rohbauarbeiten (500 000 Euro), hierzu zählen aber auch Schreiner-, Schlosser- oder Zimmerarbeiten.

2 Die Technik (550 000 Euro): Darunter fällt vor allem die neue Brandmeldeanlage, aber auch der Rückbau bestehende Installationen, um überhaupt tiefgreifend restaurieren zu können.

3 Die Restaurator-Arbeiten (1,69 Millionen Euro): Der größte Batzen ist hier mit 1,4 Millionen Euro die Restauration im Inneren, also etwa historische Malereien zu sichern und zu verhindern, dass historische Bausubstanz unwiederbringlich verloren geht. Die übrigen Kosten entfallen auf den Außenbereiche, etwa die Fachwerk-Gefache.

4 Die Baunebenkosten (1,6 Millionen Euro)Die Kosten für den Architekten (964 000 Euro), Elektroarbeiten (123 000 Euro) oder das Holzgutachten (23 000 Euro) entfallen auf diesen Bereich.

Die Gemeinderäte wollten wissen, ob es möglich sei, die Sanierung in Bauabschnitte zu gliedern und zeitlich zu strecken, um Kosten zu sparen. Abschnitte seien schwierig, so Brenner, da es keine einzelnen Gebäudeteile gebe, sondern jede Sanierung mit einem tiefgreifenden Eingriff in die Fassade beginne. Der Architekt verwies darauf, dass der Zustand des Gebäudes sich seit dem Holzgutachten von vor drei Jahren verschlechtert habe. Je mehr Zeit vergehe, desto mehr müsse man davon ausgehen, dass die Schäden an Fassade und Tragwerk noch größer würden, so Stock. Eine Sanierung zu einem späteren Zeitpunkt wäre also aufwendiger und teurer. Zudem müsse dann die Frage beantwortet werden, inwieweit man eingreifen müsste, um Bewegungen im Gebäude zu verhindern, die ja wiederum weitere Schäden verursachen. Auch die baurechtliche Situation sei zu beachten, sprich, welche Nutzungen dürfen im Schloss aufrechterhalten bleiben?

Zum letzten Punkt betonte Brütting, dass die Bücherei im Erdgeschoss auf jeden Fall bis zum Baustart im Gebäude bleiben könne. Danach brauche sie aber einen anderen, vorübergehenden Standort. Miedermuseum, Geschichtssplitter und Trauzimmer müssten wegen des fehlenden zweiten Fluchtweges aber schon früher ausziehen. "Wir bemühen uns um Alternativen", so Brütting.

Den Vorschlag von Stadtrat Gerhard Kuhn, das Gerüst zu kaufen, anstatt zu mieten, um so Kosten zu sparen, will Architekt Brenner prüfen. Der Anregung von Martin Kelbaß, eventuell auch mal neue Fenster einzubauen, um so Glaserarbeiten zu sparen – immerhin entfallen auf diese rund 345 000 Euro – erteilte er eine Absage. Da mache das Denkmalamt nicht mit. Auch die von Heinz Pfisterer und Anika Sturm erneut aufgebrachte Frage nach einem Aufzug soll vorerst ausgeklammert bleiben.

Die Verwaltung will nun mit dem Architekten mögliche Bauabschnitte klären und schauen, mit welchen Förderdermitteln zu rechnen sei. Diesem Beschlussvorschlag stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu.

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