Flüchtlingskinder erhalten Dauerkarten fürs Freibad

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Das Freibad in Heubach.
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Mitglieder des Verwaltungsausschusses folgen nach Austausch von Argumenten dem Vorschlag der Stadtverwaltung.

Heubach. Kinder von Geflüchteten, die derzeit in Heubach wohnen, bekommen von der Stadt für diese Freibadsaison Dauerkarten gestellt. Das hat der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats nach ausführlicher Diskussion einstimmig beschlossen. 

Der Vorschlag kam von Hauptamtsleiter Eckhard Häffner namens der Stadtverwaltung. Insgesamt lebten derzeit 265 Geflüchtete in der Rosensteinstadt, davon 122 Kinder. 


Die Diskussion: Frank Schührer nannte das grundsätzlich einen “guten Vorschlag”. Er frage sich allerdings, ob das Angebot nicht “aus Gerechtigkeitsgründen” auf alle “Hartz-IV-Empfänger” ausgeweitet werden sollten. Eckhard Häffner stellte klar, dass das Gremium dies natürlich so entscheiden könnte. Allerdings gebe es bereits reduzierte Preise für Leistungsempfänger in der Gebührenordnung, wobei auch diese angepasst werden könnte. Martin Kelbaß meinte, es gebe schon einen Unterschied zwischen deutschen Leistungsempfänger und den Geflüchteten, die “oft nur mit der Kleidung am Leib” nach Heubach gekommen seien. Dauerkarten für die Kinder seien ein Zeichen, um zu sagen: “”Wir nehmen euch gerne auf.” Kelbaß betonte, man könne dies “ohne schlechtes Gewissen auf Flüchtlingskinder begrenzen”. 

Dominik Frey äußerte die Befürchtung, dass “gerade in der jetzigen gesellschaftlichen Zusammensetzung manche Leute dies als Provokation” sehen und “sich als Deutsche schlechter behandelt fühlen könnten”. Das sei zwar nicht seine persönlich Ansicht, so Frey, berge aber Zündstoff. Die Frage sei auch, auf welche Geflüchteten sich das Angebot beziehen solle. Auf Letzteres antwortete Häffner, dass er bei den erwähnten 122 Kindern nicht unterschieden habe, woher diese kämen und wie lange sie schon in Heubach seien. 

Ralph Gruber meinte, eine Sonderregel für Geflüchtete sei an dieser Stelle sinnvoll. Markus Bretzler meinte zur Aussage von Dominik Frey, das Gremium solle sich “nicht an einer Neid-Debatte” beteiligen. Margit Hellfeuer-Chamié meinte, der Ausschuss solle keinesfalls “Stimmungen nachgeben”. Auch sie sehen einen Unterschied zwischen Geflüchteten und Menschen, die Sozialleistungen beziehen. Frank Schührer betonte, es gehe hier nicht um eine Neid-Debatte. Aber gerade wenn man die Hilfsbereitschaft und die Willkommenskultur der Bürger erhalten möchte, sei es zwingend erforderlich, breit zu diskutieren, wie wir es “fair machen für alle”. 

Nachdem Eckhard Häffner erneut darauf hingewiesen habe, dass der Gemeinderat grundsätzlich auch die Gebührenordnung des Freibads angehen könne, stimmte der Ausschuss einstimmig für die Dauerkarten für geflüchtete Kinder für diese Saison.

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