Gedämpfte Freude am Mietspiegel

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Es gibt derzeit viele Neubauten in Heubach. Deren Mietpreise könnten sich bei der nächsten Mietspiegel-Abfrage in zwei Jahren auswirken. Dennoch: Mehr Beteiligung ist absolut gewünscht.
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Nur wenige Heubacher antworteten auf die Anfragen des ausführenden EMA-Instituts. Infrastruktur besser berücksichtigen.

Heubach. Die Aussagekraft des Mietspiegels für Heubach leidet unter dem geringen Rücklauf aus der Bevölkerung. Nur 2,7 Prozent der Befragten antworteten. Dennoch stimmte der Gemeinderat der Stadt einstimmig für den qualifizierten Mietspiegel. Erstmals wurde er nicht nur für Schwäbisch Gmünd, Lorch und Waldstetten, sondern auch für die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaften Rosenstein und Leintal-Frickenhofer Höhe erstellt. Die Stadt Heubach muss sich finanziell nur mit rund 2600 Euro beteiligen. Insgesamt kostet der Mietspiegel rund 80 000 Euro. Sinn und Zweck eines Mietspiegels sei es, Transparenz in den Mietwohnungsmarkt zu bringen. Damit hätten Mieter wie Vermieter eine wichtige Orientierungs- und Arbeitshilfe über ortsübliche Miethöhen.

Mit der Erstellung dieses Mietspiegels wurde von den beteiligten Städten und Gemeinden gemeinsam das EMA-Institut der Universität Regensburg beauftragt. Bei der Bewertung fallen zwei Schwerpunkte ins Gewicht: Wohnfläche und Bauzeit sowie die so genannten Wohnwertmerkmale, für die es Zu- und Abschläge gibt. Vier Pluspunkte erhalten etwa Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser, sechs Pluspunkte Gebäude, die nach 2010 umfangreich modernisiert wurden. Fünf Punkte Abschlag stehen für nicht renovierte Häuser aus der Zeit von 1975. Besonders gute Wohnlagen an Parks oder am Waldrand stehen ebenfalls im Plus, Minus gibt‘s für Gebäude mit hohem Lärmpegel.

Mieten ungleich Attraktivität

Auf den ersten Blick liegen die durchschnittlichen Nettomieten eng beieinander. Mit 7,81 Euro je Quadratmeter sind sie in Mutlangen am höchsten, Schwäbisch Gmünd liegt bei 7,39 Euro, die Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein bei 7,05 Euro. Abweichungen gibt es innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft. So sieht die EMA bei den so genannten Wohnwert-Merkmalen Heubach, Böbingen und Mögglingen auf einer Stufe. Einen Punkteabschlag erhaten Bartholomä und Heuchlingen. So können Mögglingen und Böbingen mit der Verkehrsanbindung – B 29 und Bahn – punkten. Heubach stellt dafür die bessere Infrastruktur.

Bei den Stadträten sorgt das für Unverständnis. Schließlich seien in Heubach die Grundstückspreise am höchsten, meint Martin Kelbaß (BL). Die bessere Infrastruktur wirke sich auf den Mietspiegel nicht entsprechend aus. Man dürfe das nicht an den Mieten festmachen, ob eine Stadt attraktiv ist oder nicht, meint Eckhart Häffner, Chef des Hauptamts.

Seit den Erhebungen und in nächster Zeit gebe es viele Neubauten in Heubach, deren Mietpreise könnten sich bei der nächsten Mietspiegel-Abfrage in zwei Jahren auswirken. Bürgermeister Dr. Joy Alemazung sieht es „gerne, wenn die Mieten günstig sind“. Und Dominik Frey (CDU) geht davon aus, dass es auch innerhalb einer Stadt erhebliche Preisunterschiede gibt. Mieten in der Gmünder Kernstadt unterschieden sich sicher von Mieten in Bettringen.

Einen Einfluss auf die Zahlen hat die Stadt Heubach nicht, daran erinnert Eckhart Häffner. „Wir müssen daran arbeiten, dass in zwei Jahren mehr mitmachen.“ Einen eigenen Mietspiegel zu haben, das begrüßt Lauterns Ortsvorsteher Bernhard Deininger. Am Ende regle doch der Markt die Mietpreise.

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