Günstige Kleidung, Zeit für Gespräche, Hilfe im Alltag

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Die „MüZe“-Ehrenamtlichen bieten viele Hilfen für Geflüchtete aus der Ukraine an - zum Beispiel im Secondhand-Laden.
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Was im Familienzentrum „MüZe“ in Heubach für ukrainische Flüchtlinge angeboten wird.

Heubach. Viele Ehrenamtliche sorgen im Heubacher Familienzentrum „MüZe“ für ein erweitertes Angebot in der Adlerstraße. Die Ukrainekrise bewegte die Vorstandschaft und Vereinsmitglieder zudem zu spontanen und niederschwelligen Hilfsaktionen, wie Monique Frey und Anne Schührer aus der Vorstandschaft berichten.

Mit Beginn der Ukrainekrise und der Ankunft der ersten Geflüchteten in Heubach sei den „MüZe“-Mitgliedern schnell klar gewesen: Hier wird unbürokratische Hilfe benötigt. Überwiegend seien Frauen und Kinder angekommen, denen die Chance gegeben werden konnte, sich im Secondhand-Laden des Vereins kostenlos mit Kleidung und Kinderbedarf einzudecken. Die meisten der Geflüchteten seien „relativ mittellos“ angekommen, erklären Frey und Schührer.

Jetzt sind viele der Geflüchteten registriert und beziehen Unterstützungsgelder. Der Secondhand-Laden machte Kassensturz. Für rund 1000 Euro wurden die ukrainischen Familien mit Produkten versorgt. Da die Ware auf Kommission verkauft wurde, fehlte dieses Geld am Ende in der Kasse. Die katholische Kirchengemeinde St. Bernhard habe die Hälfte der fehlenden Gelder mit einer Spende über 500 Euro unterstützt, freuen sich Frey und Schührer.

Materielle Dinge allein helfen den teils traumatisierten Menschen aus der Ukraine nicht, um Fuß zu fassen und sich zu integrieren, wissen die „MüZe“-Frauen aber auch. „Soziale Kontakte in geschützten Räumen sind wichtig“, erklärt Frey. Zusätzlich zu den regulären Angeboten werden derzeit muttersprachliche Treffen angeboten, die samstags von 10 bis 12 Uhr im „MüZe“ stattfinden. Zwischen 30 und 40 Personen nehmen das ukrainische Familientreffen mit Frühstückstafel an, bei dem die Kinder mit Spielen und Bastelarbeiten beschäftigt werden. Die Erwachsenen können sich unterhalten und bekommen Hilfe bei der deutschen Sprache. Auch hier zeigen sich die Damen begeistert von der Unterstützung. Es gebe nicht nur ausreichend Freiwillige, die das Treffen organisieren und begleiten. Für jeden Samstag konnte zumindest eine russisch sprechende Begleitperson gefunden werden. Besonders stolz darauf ist das „MüZe“-Team auf eine Russin, die sich sehr stark für die Ukrainer einsetzt. „Ein kleines Zeichen, dass friedliche Völkerverständigung möglich ist“, erklären die Damen und ergänzen, der russischen Begleiterin sei ihr Einsatz extrem wichtig.

Das angebotene Frühstück kostet Geld. Auch hier gab‘s schnelle Hilfe vom Kreisjugendamt, das auf unbürokratischem Wege die Kosten für die Verpflegung übernimmt. Ein weiteres Angebot: Alle zwei Wochen bietet das „MüZe“ einen Gesprächskreis für ukrainische Menschen an. Eine ukrainische Psychologin, die selbst geflüchtet ist, leitet diesen Kreis. Das Schöne am „MüZe“ sei, so Anne Schührer, dass sich jeder mit eigenen Ideen einbringen könne.

Alleinerziehende treffen sich

Auch Sabrina Balthes hat einen Bedarf erkannt und wird ab sofort jeden ersten und dritten Mittwoch ab 16 Uhr einen Treff für Alleinerziehende anbieten. Hier sind alle Alleinerziehenden mit ihren Kindern willkommen.

Was aus dem Secondhand-Laden in der Hauptstraße wird? Der Standort sei bis Mai 2023 gesichert, freuen sich Frey und Schührer. Bis 19. August gibt’s dort Sommerware zu günstigen Preisen. Danach wird das Sortiment auf Herbst/Winter umgestellt. Die ganze Woche über sei Betrieb im „MüZe“. Das könne nur durch das hohe Engagement der Ehrenamtlichen gestemmt werden. Die finanzielle Unterstützung durch die Kirchengemeinde und das Kreisjugendamt sehen die Macher als „großes Geschenk“.

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