Gute Noten für Brütting – und Bedauern

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Wie die Stadtratsfraktionen die Arbeit und den möglichen Abgang des Rathauschefs sehen.

Heubach. Ein Verlust. Das hört man öfter, wenn die Heubacher Fraktionsvorsitzenden über Bürgermeister Frederick Brütting reden – und über seinen denkbaren Abschied. Denn der 37-Jährige möchte am 4. Juli in Aalen zum Oberbürgermeister gewählt werden. Die Gmünder Tagespost hat nachgefragt: Was halten Stadträte von Brüttings möglichem Abgang, was war gut mit ihm, was nicht so gut? Und was muss ein Nachfolger können und leisten?

Martin Kelbaß, der Fraktionsvorsitzende der Bürgerlichen Liste, stellt dem Bürgermeister ein gutes Zeugnis aus: "Ich sehe es sehr positiv, was er in Heubach gemacht hat." Brütting habe vieles in Angriff genommen und sich vor keinem Thema gescheut. Nicht nur bei der politischen Arbeit, auch beim Politikstil betont Kelbaß das Positive: "Man konnte eng mit ihm zusammenarbeiten, auf kollegiale Art. Er hat insgesamt sogar das Klima im Gemeinderat verbessert."

Für den Nachfolger wird es nicht nur ums Gestalten gehen, glaubt Martin Kelbaß: "Er muss auch gut im Sparen sein", weil die Finanzsituation von Heubach das nötig mache. Und der Einzelhandel in der Innenstadt brauche Impulse: "Es geht darum, wie wir das beleben. Da ist eine gewisse Fantasie gefordert."

"Für Heubach ist es ein Verlust, wenn er geht", findet Gerhard Kuhn, Fraktionschef der "Unabhängigen Bürger". Brütting habe Innovatives vorangebracht wie das Nahwärmenetz und gleichzeitig Dinge erhalten, die die Bürger wollten, etwa die Stadthalle. Was Kuhn auch gefallen hat: "Dass auch Gegenargumente Raum hatten, Brütting hat sich mit unterschiedlichen Positionen auseinandergesetzt." Und was steht an in Heubach? "Es gilt fortzuführen, was begonnen ist, etwa die Schlosssanierung oder der Kindergarten im Übelmesser-Areal." Außerdem sei es wichtig, die Bürger mitzunehmen – "wie es Brütting gemacht hat".

Für Heubach ist es ein Verlust, wenn er geht.

Gerhard Kuhn, Unabhängige Bürger

Auch Thomas Abele von der CDU lobt die Arbeitsatmosphäre mit dem Bürgermeister: "Wir haben in den letzten Jahren als gesamtes Gremium mit ihm sehr konstruktiv zusammengearbeitet und viele wichtige Projekte für Heubach umgesetzt – oder noch in der Umsetzung." Brütting habe Anregungen und Forderungen aus dem Gemeinderat aufgenommen und "auch genügend neue und eigene Ideen eingebracht, zu vielen Themen". Wenn Brütting gewählt werde, "wünschen wir uns für Heubach natürlich genügend engagierte und motivierte Bewerber". Größere und herausfordernde Themen seien die Schlosssanierung und der Albturm, so Abele.

Günther Lux von der SPD zieht seine Brütting-Bilanz so: "Er war ein guter Bürgermeister, sehr fleißig, er hat vieles auf den Weg gebracht, auch wenn er manchmal übers Ziel hinausgeschossen ist." Was Brütting auch gekonnt gemacht habe: Zuschüsse für städtische Projekte zu holen: "Er hat geschaut, wo's Geld ist." Für einen Nachfolger sieht Lux die Lage ähnlich wie Martin Kelbaß: Sparen sei wohl angesagt. "Eine gute schwäbische Mentalität hat noch nie geschadet", fügt Lux hinzu.

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