Heubach: neuer Schriftzug fürs historische Bad

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Stolz auf den neuen Schriftzug aus Messing, der die Badegäste in Heubach begrüßt Leopold Richter, Vereinsvorsitzende Carmen Grau, Marion Richter und die Grafikdesignerinnen Micaela Maltinti und Paula Cereda.
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Warum die Heubacher Firma Richter gleich zwei Grafikdesignerinnen mit einer besonderen Aufgabe betraut hat und was der noch junge Förderverein damit zu tun hat.

Heubach. “Freibad - Seit 1936”. Das verkündet der Schriftzug über dem Eingang zum Heubacher Freibad. Schlicht, unaufgeregt und nicht einmal sonderlich auffallend. Ja, sagt Carmen Grau, die Vorsitzende des noch jungen Fördervereins fürs Freibad. Viele Gäste hätten den Schriftzug zunächst gar nicht bemerkt. Carmen Grau findet das in Ordnung. Es zeigt ihr, sagt sie, dass der Schriftzug zum restlichen Ambiente passt, kein störender Fremdkörper ist. Denn das ist das vorrangige Ziel des vor gut einem Jahr gegründeten Fördervereins: den ursprünglichen Charakter des Heubacher Freibads zu erhalten. Zu verhindern, dass bei vielleicht gut gemeinten Sanierungen der spezielle Charme verloren geht. Dr Schriftzug ist das erste Projekt, das der Verein umgesetzt hat. Bis vor etwa zehn Jahren prangte über dem Eingang noch der ursprüngliche Schriftzug in Frakturschrift. Unter dem damaligen Bürgermeister Frederick Brütting kam diese weg und wurde mit einer modernen Variante im Stile des “Stadt-Branding” ersetzt. Das war zwar ganz hübsch, meint Carmen Grau, habe aber einfach nicht so recht gepasst. “Wir haben im Verein überlegt, was können wir machen”, berichtet Carmen Grau. Sie sei auf die Heubacher Firma Richter zugegangen, die sofort zugesagt habe, hier zu unterstützen. Das bestätigt Marion Richter beim Pressegespräch am Freitag im Freibad. Ihr Mann Bernd und sie hätten dann aber auch etwas Hochwertiges wollen, etwas, das zur wertigen Bauweise des gesamten Freibads und den dort verwendeten Materialien passe. Hier kommen Micaela Maltinti und Paula Cereda ins Spiel. Die beiden arbeiten als Grafikerinnen für die Firma Richter. Und haben sich gemeinsam tief in die Kunst- und Architekturgeschichte eingegraben, um die passende Form für den Schriftzug zu finden. Wie sie berichten, orientierten sie sich dabei an der Kunstrichtung “Art deco” rund um die 1920er-Jahre und an dem deutschen Grafikdesigner und Typographen Paul Renner. Sie überlegten hin und her, hatten am Ende mehrere Versionen zur Auswahl. Letztlich entschieden sie sich für diese Variante. Sie soll “kräftig und geradeheraus” sein, den historischen Charakter des Freibads widerspiegeln und zeigen, dass dies ein Ort ist, an dem die Menschen zusammen kommen, um Spaß zu haben. Heiko Stütz vom Bäderteam hat den Schriftzug gemeinsam mit Freiwilligen vom Förderverein am vergangenen Samstag montiert. Mit dem Ergebnis sind alle sehr zufrieden. “Ein ganz großes Lob an die Firma Richter”, meint Bäderchef Bernd Müller, der vor allem auch die professionelle Produktion und die Verarbeitung des Materials lobt. “Das Messing wird noch etwas eindunkeln”, sagt Marion Richter. 

Das Freibad ist in dieser Saison nun seit 14. Mai geöffnet. Im Mai kamen schon 3996 Badegäste, freut sich Bernd Müller. Damit sei fast schon das Niveau von “vor Corona” erreicht.  

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