Heubacher Bestattungskultur um ein Element reicher

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Vertreter der Stadt, der Kirchen und der Baufirma präsentieren neues Kolumbarium in Heubach.
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Friedhof Die Stadt investiert 270 000 Euro in ein weiteres Kolumbarium. Dort gibt es 82 neue Urnennischen. Von Anja Jantschik

Heubach. Die Bestattungskultur ist einem enormen Wandel unterworfen. Auch in Heubach werde mittlerweile meistens Urnenbestattungen durchgeführt, sagt Pfarrerin Sabine Löffler-Adam. Eine logische Konsequenz von diesem Umstand ist, dass die Kapazität an Urnenstelen oder -mauern viel schneller erschöpft sei als noch vor wenigen Jahren. Eine Thematik, mit der sich die Stadt Heubach schon seit geraumer Zeit konfrontiert sieht. Bereits 2015 sind in einem ersten Bauabschnitt 70 Urnennischen in einer Mauer realisiert worden. 2019 folgte die Erweiterung der Anlage um weitere 50 Plätze, wie Stadtbaumeisterin Ulrike Holl erklärt.

Schnell habe sich jedoch gezeigt, so Holl weiter, dass erneut weitere Kapazitäten geschaffen werden müssten. Es folgte eine Standortsuche, die sich als nicht gerade einfach herausstellte, wie sich Landschaftsarchitekt Bernhard Lange erinnert. Schließlich habe sich eine Fläche rund 20 Meter unterhalb der ersten Urnenwand als geeignet herausgestellt. Hier konnten gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, befand sich anderer Stelle doch eine sanierungsbedürftige Mauer.

In den Hang eingebettet

Nun präsentiert sich dort ein Kolumbarium mit insgesamt 82 Urnennischen, die doppelt belegt werden können. Das Kolumbarium ist so in den Hang eingebettet, dass die marode Steinmauer dadurch ersetzt werden konnte. Bereits im April 2021 wurden die dafür nötigen Bauarbeiten und Materialien ausgeschrieben. Allerdings gab es Lieferschwierigkeiten für die Natursteinelemente. Und so konnte erst im Oktober 2021 der Baustart erfolgen.

Nun, nach sieben Monaten Bauzeit, konnten Pfarrerin Sabine Löffler-Holl und Pfarrer Bernhard Weiß, das Kolumbarium einweihen.

Auch das Gelände um das Kolumbarium wurde neu modelliert, gepflastert und barrierefrei gestaltet. Zudem gibt es nun eine kleine Rasen-Aufstellfläche, die durch Mitarbeiter der Firma „Schwarz Grünanlagen“ realisiert worden ist. Die Stadt Heubach investierte in das neue Bestattungsangebot insgesamt 270 000 Euro.

Die beiden Geistlichen gingen bei der Einweihung auf den Ort für Trauernde ein. „Es ist ein Ort des Friedens und des Trostes, der Zuwendung und Liebe“, sagte Löffler-Adam. Und Weiß bedankte sich bei der Stadt, dass sie den Friedhof weiterentwickelt. Denn dieser sei ein „Gemeindeort“, auf dem Kommunikation stattfindet. Er selbst habe in seinem vorherigen Tätigkeitsfeld in Leinzell direkt neben dem Friedhof gewohnt und täglich gesehen, wie viele Unterhaltungen dort geführt werden.  So werde der Anonymität etwas entgegengesetzt. „Ein Friedhof ist für das Gemeinwesen eine wichtige Sache“, befand der Geistliche. Es folgte die Weihe des Kolumbariums.

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