Heubacher Markt-Projekt ruht

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Heubach Wochenmarkt eingestellt
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Das Wochenmärktle ist wegen zu geringen Kundeninteresses wieder eingestellt. Dafür haben sich neue Einzelhändler entlang der Heubacher Hauptstraße angesiedelt.

Heubach

Das Heubacher Wochenmärktle auf dem Gelände der Bäckerei Mühlhäuser an der Hauptstraße gibt's nicht mehr. Über den Sommer hatte Günther Mühlhäuser den Versuch eines kleinen Marktes vor dem Hauptgeschäft seiner Bäckerei gestartet - und jetzt wegen zu wenig Kundschaft wieder eingestellt. „Schade“, sagt der Inhaber der Bäckerei. „Wir dachten, ein Markt kommt gut an in der Stadt, würde das Zentrum beleben und die Leute zu einem Treffen mit Schwätzle anregen.“ Aber es hat nicht geklappt.

Immer donnerstags von 11 bis 17 Uhr waren verschiedene Marktstände aufgebaut. Ein Stand der Bäckerei mit Backwaren und Grillwürstle, einer mit Käse aus Lautern, die Benz-Mühle aus Heidenheim mit Mehlsorten und Müsli, ein Foodtruck mit Crêpes und ein Marktstand, an dem es selbst gemachte Soßen und Chutneys gab. „Uns fehlte ein Obst- und Gemüsestand“, sucht Günther Mühlhäuser eine Erklärung fürs mangelnde Kundeninteresse.

Es sei sehr schwer, geeignete Marktbeschicker zu finden, ergänzt Simone Schurr, Leerstandsbeauftragte der Stadt. Sie habe sich die Finger wund telefoniert, um passende Standbetreiber für einen Heubacher Wochenmarkt aufzutun. Mit wenig Erfolg. „Den Obst- und Gemüsehändlern - wie vielen anderen auch - fehlt das Personal“, erklärt sie. Für viele rechne sich der Aufwand einfach nicht. Außerdem gebe es viele Läden in der Stadt unterm Rosenstein mit großem Obst- und Gemüseangebot - auch in Bio-Qualität.  Vielleicht sei ein Wochenmarkt nicht mehr zeitgemäß.

Einzelhandel wächst

Deshalb ruht das Markt-Projekt vorerst. „Ich werde aber nach wie vor Augen und Ohren offen halten“, sagt Simone Schurr. „Wir haben alles probiert“, erläutert Günther Mühlhäuser. Vielleicht klappe es ja zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Märktle in der Stadt.

Die Entwicklungen beim Einzelhandel in Heubach sieht Simone Schurr hingegen positiv. Trotz Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schwierigkeiten haben sich neue Geschäfte in der Stadt angesiedelt. Als Beispiele nennt sie den wieder eröffneten Brillenladen „Heubacher Optik“, die Energieberatung „Enerix“ und „Urzeit 4you“ - allesamt in der Heubacher Hauptstraße. Der Online-Händler Betten.de - ebenfalls in der Hauptstraße - hat als Ergänzung ab sofort sein Geschäft regelmäßig geöffnet. „Die Mitarbeiter der Kundenbetreuung registrierten in letzter Zeit eine stetig wachsende Nachfrage nach der Möglichkeit, Matratzen oder Schlafzimmermöbel vor einer Kaufentscheidung real zu erleben sowie auszuprobieren“, sagt Betten.de-Gründer Ulrich Carsten. Er glaubt fest daran, dass der Einzelhandel eine Zukunft hat und Mehrwert bietet im Vergleich zum reinen Onlinehandel.

Das Problem mit den leer stehenden Geschäften? Viele seien in privater Hand, nennt Simone Schurr eine Schwierigkeit. Wenn die Inhaber die Ladenflächen nicht weiter vermieten wollten, seien der Stadt die Hände gebunden. Sie könne sich lediglich als Vermittler verstehen und versuchen, Inhaber von Leerständen und Interessenten an einen Tisch zu bringen.

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