Heubachs Ganztagsschule ist gefragt

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Thorsten Krischke
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Seit diesem Schuljahr bietet die Heubacher Grundschule Schillerschule Ganztagsbetrieb an. Die Nachfrage steigt. Was die Kinder dort erwartet und wer alles mit im Boot sitzt.

Heubach

Knapp 300 Kinder besuchen aktuell die Heubacher Schillerschule. Seit diesem Schuljahr wird dort Ganztagesbetrieb angeboten.  Den nehmen 125 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse in Anspruch. Tendenz steigend - wie Schulleiter Thorsten Krischke sagt.

Unterricht: Von 7.30 bis 11.50 Uhr ist Unterricht. An einem Tag pro Woche haben die Grundschüler  zusätzlich Mittagschule. Alle Kinder besitzen ein Lerntagebuch, in das sie die Hausaufgaben eintragen. Die Kinder, die nach dem Unterricht heimgehen, erledigen ihre Aufgaben zuhause. Die Ganztagskinder haben dafür an der Schule ihre Lernzeit ab 13 Uhr zur Verfügung. Lehrer und Mitarbeiter des Heubacher Fördervereins für Kinder und Jugendliche (FÖV) übernehmen währenddessen die Betreuung. Vom Plus an Lehrerstunden, das die Heubacher Schule für den Ganztagesbetrieb erhalten hat, wird pädagogisches Fachpersonal finanziert, beispielsweise vom FÖV. „Wir sind unwahrscheinlich gut gestartet“, lobt Thorsten Krischke die Kinder, Lehrer und alle am Konzept Beteiligten. 

Freizeitaktivitäten: Neben dem Unterricht und der Lernzeit stehen für die Kinder an den Nachmittagen unterschiedliche Angebote zur Verfügung. Vereine wie der Förderverein der Schule „Wir Schillerfreunde“, der Heubacher Handballclub, der Baseball-Verein, der Albverein oder das Badminton-Team des Turn- und Sportvereins bieten Gruppenstunden für die Mädchen und Jungs an. „Ohne die Ehrenamtlichen in den Vereinen würden wir es nicht schaffen“, erklärt Krischke.  Manche Gruppen seien von der Teilnehmerzahl an der Belastungsgrenze. Im kommenden Schuljahr rechnet der Schulleiter mit einer ähnlich großen Anzahl an Ganztageskindern - eher sogar mit mehr. Auch unterm Schuljahr wollten nämlich Eltern schon ihre Kinder anmelden. Das ging aber aus organisatorischen Gründen nicht. Derzeit werde bei den Eltern abgefragt, wer für sein Kind im Jahr 2022/ 2023 eine Ganztagesbetreuung benötigt. Eine Obergrenze gibt es laut Krischke nicht.

Mit zusätzlichen Lehrerstunden finanziere sich ein Ganztagesbetrieb allerdings auch nicht. Es brauche dazu die Angebote der Vereine, Jugendbegleiter und FÖV-Mitarbeiter, um den Betrieb am Laufen zu halten. Montags sind die Musiklehrer der Musikschule Rosenstein zudem vor Ort und bieten an der Schule den Unterricht an, für den die Kinder bislang an die Musikschule mussten. „Das entlastet die Kinder und die Eltern“, findet Krischke, weil zusätzliche Wege zur Musikschule entfallen.

Das Mittagessen: Der Essenslieferant „apetito“ bringt das Mittagessen für die Kinder an die Schule. Gegessen wird - aktuell wegen Corona - in zwei Schichten in der Aula der Schule. Für die warme Mahlzeit müssen die Kinder 3,20 Euro pro Tag bezahlen. Sie können aber auch ihr eigenes Vesper mitbringen. „Das klappt alles prima. Die Kinder wissen nach kurzer Zeit, wann sie wo hin müssen“, sagt der Schulleiter. Zudem seien Betreuer dabei, die die Kinder nach dem Essen ins richtige Zimmer begleiten.

Neue ukrainische Schüler: 22 geflüchtete Mädchen und Jungs aus der Ukraine gehören seit kurzem zur Schulgemeinschaft. Sie nehmen am Unterricht in unterschiedlichen Klassen teil, bekommen aber auch zusätzliche Förderstunden. „Es ist wichtig, den Kindern einen strukturierten und normalen Tagesablauf zu ermöglichen“, findet Krischke und lobt seine Kollegen und die Schüler. Alle seien sehr engagiert, obwohl das Kultusministerium bislang keine Zusatzstunden für die Integration der Kinder finanziere. Die ukrainischen Schüler machten gut mit, die Klassenkameraden unterstützten die Geflüchteten und knüpften Kontakte.

Ein Blick nach Lautern: Noch vor einem Jahr konnten Kinder aus Heubach den Schulbezirk wechseln und in der Lauterner Breulingschule angemeldet werden, wenn sie Ganztagesunterricht wünschten. Pro Schuljahr waren dies bislang immer eine Handvoll Kinder. Viele schätzten den dörflichen Charakter der Schule, meint Krischke. Die Schillerschule sei dafür größer und vielfältiger. Ein Wechsel des Schulbezirkes gehe neuerdings nur noch mit klar begründetem Antrag, sagen die Schulleiter Thorsten Krischke und sein Lauterner Kollege Sven Albrecht. Beispielsweise, wenn Geschwisterkinder bereits in Lautern eingeschult sind oder Betreuungspersonen in Lautern wohnen. Die Schülerzahlen in Lautern seien aber nicht rückläufig wegen des neuen Ganztagsbetriebes in Heubach, erläutert Sven Albrecht. Die Zahl an der Breulingschule steige seit Jahren, weil es einfach mehr Kinder gebe. Und sie sinke, wenn die Kinderzahl sinke. Albrecht: „Das hat nichts mit Heubach zu tun, es gibt auch keinen Konkurrenzkampf.“  Im kommenden Schuljahr rechnet der Lauterner Schulleiter wieder mit einer ersten Klasse mit knapp 20 Kindern - wie in den Jahren zuvor.

Ohne die Ehrenamtlichen würden wir es nicht schaffen.“

Thorsten Krischke, Schulleiter

Eine Stadt - zwei Grundschulen

Schillerschule Heubach: Zu ihr gehört die Grundschule mit 300 Kindern und die Gemeinschaftsschule. Seit diesem Schuljahr ist auch von Klasse eins bis vier Ganztagesbetrieb. Die Ganztagesschule startet um 7.30 Uhr, montags, dienstags und donnerstags geht sie bis 15.20 Uhr, mittwochs und freitags bis 11.50 Uhr. Die Schüler können zusätzlich über den FÖV an fünf Tagen pro Woche von 7 bis 17 Uhr und in den Ferien betreut werden.

Breulingschule Lautern: Dort sind es 70 Kinder von Klasse eins bis vier. Rund 30 Kinder nehmen die Ganztagesbetreuung in Anspruch - mit Lernzeiten, Mittagessen und Freizeitprogramm über den Lauterner Sportverein, Musikverein und übers Heubacher Judozentrum. Es gibt eine Koch- und eine Garten-AG. Der Ganztagesbetrieb läuft von Montag bis Donnerstag, jeweils bis 15.05 Uhr.

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