Heubachs Wald besonders wertvoll

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Zehn-Jahres-Betriebsplan für den Stadtwald präsentiert. Hanglagen für die Ökologie.

Heubach. Ökologie, Wirtschaftlichkeit und Naherholung unter einen Hut bekommen: Das ist die Herausforderung, wenn es um das Thema Wald geht. Im Gemeinderat Heubach präsentierte Forsteinrichterin Eva Korn-Allan den Betriebsplan 2021 bis 2030, der, wie die Kalkung eines Teils des Stadtwaldes, vom Gremium einstimmig befürwortet wurde.

615 Hektar Wald besitzt die Stadt unterm Rosenstein, davon sind 37 Prozent extensiv bewirtschaftet, vor allem die weniger gut zugänglichen Flächen im Hangbereich. An der Zusammensetzung hat sich nichts verändert, 73 Prozent der Fläche ist mit Laubbäumen bestückt, deutlich dominiert von der Buche mit 41 Prozent. Bei den mit 27 Prozent vertretenen Nadelbäumen spielt die Fichte die größte Rolle.

Die Ökologie lässt sich an diesen Zahlen abmessen: 15 Prozent der forstlichen Betriebsfläche sind Biotope, „ein sensationell hoher Wert“, sagt dazu Eva Korn-Allan. Im Durchschnitt liege diese Zahl bei fünf Prozent. 53 Hektar sind als potenzielle Stilllegungsflächen ausgewiesen, „ein künftiger Urwald“, meint dazu Jens-Olaf Weiher von der Forst-Außenstelle. Der Wald sei auch überdurchschnittlich gut mit Totholz versehen und speichere pro Hektar 458 Tonnen CO², ebenfalls ein hoher Wert. Die Fläche rund um Heubach besitzt auch 15,5 Hektar sogenannten lichte Waldstrukturen. Sie seien vor allem Lebensraum für licht- und wärmeliebende seltene Pflanzen- und Tierarten.

Kaum Brandgefahr

Eva Korn-Allan bescheinigt dem Stadtwald Heubach „eine weit überdurchschnittliche naturschutzfachliche Bedeutung“. Dagegen ist das Betriebsergebnis der Jahre 2011 bis 2018 mit 14 Euro/Hektar eher durchschnittlich. Durch den hohen Anteil extensiv genutzter Flächen sei das Betriebsergebnis auch kaum beeinflussbar.

Stadtrat Martin Kelbaß schätzt die große Waldfläche der Stadt und „seit Corona spürt man auch die Beliebtheit des Waldes“. Aus dem ganzen Remstal kämen Besucher zur Naherholung hierher. Ihn interessiert die Waldbrandgefahr rund um Heubach, vor allem,wenn sich Trockenschäden bemerkbar machen. Da gibt Jens-Olaf Weiher Entwarnung. Der große Laubwaldbestand spreche dagegen, da gebe es an anderer Stelle im Land mehr Probleme. Martin Kelbaß geht es auch um d ie Wirtschaftlichkeit, fragt nach einem möglichen CO²-Ausgleich. Hier rechnen die Vertreter des Forst mit Einnahmen aus der CO²-Besteuerung. Stadtrat Karl Grötzinger schätzt den ökologischen Beitrag des Waldes und regt an, ihn als Ausgleichsflächen etwa für Baugebiete zu nutzen. Bürgermeister Frederick Brütting hält es nicht für sehr zielführend, den Ausgleich an ganz anderer Stelle zu machen. Man könne bei großen Baumaßnahmen aber darüber nachdenken. Vor allem die 54 Hektar Stilllegungsfläche möchte Stadtrat Thomas Abele als Ausgleichsoption betrachten. Kuno Staudenmaier

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