Individuelle Förderung soll's richten

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Individuelle Angebote statt verlängerte Schuljahre: Dafür arbeiten am Rosenstein-Gymnasium (von links) Johannes Josef Miller, Christina Gößele, Susanne Bergter und Christoph Huber.
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Rosenstein-Gymnasium setzt bei der Bewältigung der Pandemie auf viele einzelne Angebote und sieht keine Notwendigkeit für verlängerte Schuljahre. Lernpaten gesucht.

Heubach

Die Pandemie hinterlässt bei Schülerinnen und Schülern Spuren. Nicht alle sind auf dem gleichen Wissensstand, nicht alle sind stabil über die Zeit des Homeschoolings gekommen. Das Rosenstein-Gymnasium will den Defiziten mit einem pädagogischen Konzept begegnen. „Verlängerte Schuljahre halten wir nicht für sinnvoll“, sagt Oberstudiendirektor Johannes Josef Miller. Auch weil da alle über einen Kamm geschert werden, weil das den unterschiedlichen Anforderungen nicht gerecht würde.

Gemeinsam mit dem Kollegium hat das Rosenstein-Gymnasium das Thema aufgearbeitet. „Ein Drittel der Schüler hat das sehr gut überstanden, ein Drittel ganz ordentlich und ein Drittel eher schwierig“, sagt Abteilungsleiter Christoph Huber. Lernwille, familiäre Situation und psychische Disposition spielten dabei eine Rolle. Nur die „Notfälle“ habe man kurz in die Präsenz geholt, vielleicht 15 der 650 Schüler. Medienberichte, wonach der Distanzunterricht keine Lernerfolge gebracht habe, könne man nicht bestätigen.

Das bestätigten auch Analysen, die jetzt begonnen haben. Im Mittelpunkt steht, so Abteilungsleiterin Christina Gößele, eine Kompetenzstanderhebung. So erfahre man individuell Wissenslücken und könne die gezielt schließen. Johannes Josef Miller freut sich über eine wissenschaftliche Begleitung - eine PH-Studierende macht das zum Inhalt ihrer Masterarbeit.

Und das sind die Lösungsansätze:

„Lernen lernen“. Schüler haben, das sagt Beratungslehrerin Susanne Bergter, in der Pandemie nicht erfahren, wie sie Wissensinhalte am besten aufnehmen können. „Das läuft in Französisch anders als in Physik“, sagt sie und weist darauf hin, dass etwa die 8. Klasse noch keine Erfahrungen gesammelt hat, wie man sich auf eine Physik-Klassenarbeit vorbereitet.

Lernbrücken: In der ersten und letzten Ferienwoche sind viele aus dem Lehrerkollegium präsent, Wissenslücken können so geschlossen werden.

SMV-Nachhilfe: Gute Schülerinnen und Schüler unterstützen solche, die sich mit dem Stoff schwerer getan haben.

Lernpaten: Die sucht die Schule unter der Bevölkerung. Das können Leute mit Fachwissen sein, aber auch Menschen, die einfach Vokabeln abhören oder die Hausaufgaben begleiten.

Fachtraining: Kostenlos können sich Schüler während des ganzen kommenden Schuljahres in zusätzlichen Stunden Wissen abholen.

Einzelgespräche: Mit Schülern und Eltern können Probleme besprochen werden. Auch die psychischen Probleme hätten zugenommen. Sie reichten, so Miller, von der Schulangst über Magersucht bis zu sozialen Phobien. Da will die Schule Hilfestellung anbieten und gleichzeitig die Elternarbeit forcieren.

Unterstützung:Wer sich einen Beitrag als Lernpatin oder Lernpate vorstellen kann, sollte sich beim Rostenstein-Gymnasium melden, Telefon: (07173)929922 oder E-Mail: Poststelle@04104036.schule.bwl.de

Das läuft in Französisch anders als in Physik.“

Susanne Bergter,, Beratungslehrerin

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