Mit Rambo über die Alpen

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Magdalena Neubauer und Karl Heinz Bender auf "Rambo": Mit dem alten Traktor starten sie an diesem Montag zur Urlaubsreise über die Alpen nach Meran.

Magdalena Neubauer und Karl Heinz Bender aus Heubach treten an diesem Montag eine "exotische Urlaubsreise" an, Zeit zum Abschalten wird das Paar auf jeden Fall haben.

Heubach

Da steht er und strahlt mit der Sonne um die Wette, der kleine Eicher-Schlepper aus dem Baujahr 1951 von Magdalena Neubauer und Karlheinz Bender aus Heubach. Zu dem kleinen "Erntehelfer" ist das Paar mehr durch Zufall gekommen, bei einer Oldtimerausstellung in Röhlingen "infizierte" sich Karlheinz mit dem "Oldtimer-Virus". "Zuvor hatte ich mit Schleppern nichts am Hut", lacht der pensionierte Reisebusfahrer.

Die Suche nach einem passenden Schlepper gestaltete sich schwierig, Bei einem Privatverkäufer in Waldsee wurde das Paar fündig, allerdings bremste Karlheinz zuerst ein, "so einen Matchbox-Bulldog" wollte er eigentlich nicht haben. Anders Magdalena, die sich sofort "schockverliebt" in den kleinen verwahrlosten Bulldog zeigte und ihm in Anbetracht seiner Größe, den Namen "Rambo" gab. Es folgten lange Monate der Restaurierung, der Kleine wurde entrostet, der Motor wurde abgedichtet am Ende erhielt Rambo seine Originalfarbe als Lackierung und rote Lederpolster auf die Sitze. Mit Rambo haben die Heubacher im vergangenen Jahr im Sommer 1035 Kilometer entlang der schönsten Flüsse Deutschlands absolviert.

Für dieses Jahr haben sich Magdalena und Karlheinz eine besondere Herausforderung gesucht: Mit Rambo soll es über eine Distanz von gesamt rund 800 Kilometern über die Alpen nach Meran gehen. Damit möchte der ehemalige Reisebusfahrer endlich einmal gemütlich die Strecken zurücklegen, die er früher im Berufsleben nur von der Autobahn aus gesehen hat. 16 PS treiben Rambo an, absolute Spitzenleistung, "wenn alles passt", sind 20 Stundenkilometer. Dafür ist Rambo relativ umweltfreundlich. Höchstens einen Liter Sprit verbraucht er während einer Betriebsstunde. Einen Schäferkarren zum Übernachten möchte das Paar seinem "Senior" nicht zumuten, immerhin muss das Hahntennjoch mit seinen 31 Kilometern, knapp 1000 Höhenmetern hoch und 15 Kehren bezwungen werden. Diese Passbewältigung wird für den luftgekühlten Schlepper und seine Passagiere eine besondere Herausforderung darstellen. Karlheinz sieht es gelassen, "wenn es Rambo zu heiß wird, machen wir Pause damit er wieder Luft kriegt". Pausen gibt es auch, falls Regen in Sicht ist, das "Cabriofeeling" macht eben nur bei trockenem Wetter Spaß, wenn Regen in Sicht ist, wird ein Unterschlupf gesucht, ein Alu-Koffer dient als Kofferraum, in einem alten Lederkoffer befinden sich Regenkleider.

Die ersten "Probeläufe" über heimische Steigen habe der kleine Kerl mit Bravour gemeistert, immerhin zähle Eicher zu den zuverlässigsten Schleppern – allerdings wurden von "Rambos" Modell lediglich 1500 Fahrzeuge produziert, "wir haben Modell 1182", lacht Karlheinz. Die Produktion von Rambos "Geschwistern" wurde danach eingestellt, "das kleinstes Modell der Firma Eicher kam bei den Landwirten nicht an", so Karlheinz.

An diesem Montag geht es los, der erste Übernachtungsstopp soll in Ulm stattfinden, bei einer Reisegeschwindigkeit von 16 Stundenkilometern seien 70 Streckenkilometer am Tag "realistisch", dann brauchen Rambo und Passagiere dringend eine Pause. "Bequem ist anders", lacht Magdalena und weist auf die lederüberzogenen Holzsitze hin. Die Heubacher haben es nicht eilig, das Paar freut sich schon auf eine gemütliche Reise, gerne auch abseits stark befahrener Straßen. Schlechte Erfahrungen als "Verkehrshindernis" hätten sie noch nie gemacht, " oft fahren die Fahrzeuge, längere Zeit hinter uns, überholen langsam und fotografieren uns dabei", sagt Magdalen, die den anderen Verkehrsteilnehmern dann freundlich zuwinkt. Eine Herausforderung seien allerdings Radfahrer, "die sind so schnell wie wir", grinst Karlheinz.

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