Musikschule mit vollem Brandschutz

  • Weitere
    schließen
+
silberwarenfabrik
  • schließen

Vom zweiten Rettungsweg bis zu freiem Internet: Welche Arbeiten in der Heubacher Silberwarenfabrik erledigt sind sind und was es noch zu tun gibt. Ein Rundgang.

Heubach

Wenn die Arbeiten fertig sind, meint Frederick Brütting, dann hat Martin Pschorr die schönste Musikschule im ganzen Ostalbkreis. Der Musikschulleiter nickt und meint: „Die in Aalen ist aber auch schön.“

So ganz ohne Verweise auf die Kocherstadt geht wohl derzeit kein Termin ohne Frederick Brütting. Das ist dem Heubacher Bürgermeistermeister und Aalener OB-Kandidat aber vielleicht nicht ganz unrecht. Auch der Pressetermin am Freitag in der Silberwarenfabrik bietet Möglichkeit zur Werbung in eigener Sache. Schließlich darf Brütting zeigen, was an dem Gebäude, das als Veranstaltungsort, Musikschule und Stadtarchiv dient, in den vergangenen Jahren alles gemacht wurde und was noch ansteht. „Es gibt viel positive Veränderungen“, meint Brütting. Das fängt draußen an, wo der Parkplatz neu gestaltet und der Eingang barrierefrei wurde. Über der Rampe an der Fassade hängt die Lüftung. „Ganz wichtig“, sagt Martin Pschorr und erinnert daran, dass es ohne Lüftung im Sommer beim Musizieren gerne mal bis zu 45 Grad heiß war.

Brandschutz jetzt vollständig

Im Inneren gibt es schon im Flur neue Böden, frisch gestrichene Wände, neue Decken und LED-Beleuchtung, Letztere zentral von einem Monitor im Saal gesteuert. „Früher hatten wir hier ein ganz trübes Licht“, berichtet Martin Pschorr. Jetzt sei auch der Saal „vernünftig ausgeleuchtet“. Architekt Matthias Schmid deutet auf die Tür rechts von der Bühne. Der neue, ausgeschilderte zweite Rettungsweg. Hier geht‘s im Notfall über eine Brandschutztreppe nach draußen. Überhaupt, der Brandschutz. Auch in der Silberwarenfabrik ein großes Thema, das nun abgehakt sei. Auf allen Ebenen sind Brandschutztüren installiert, die verschiedenen Bereiche sind alle verbunden, könnten aber gleichzeitig auch abgeschottet werden.

Die Lehrkräfte bekommen ein neues Lehrerzimmer und die Schlagzeuge sind auch umgezogen. Dazu kommt, wie Frederick Brütting betont, dass der Saal zum Trauzimmer gewidmet ist. Auch das vom Lauterner Bezirksamt hier eingezogene Stadtarchiv sei jetzt angemessen untergebracht. Im Keller muss niemand mehr nach dem großen Heizkessel schauen, hier schnurren nun die modernen Komponenten des Nahwärmenetzes, das vom Blockheizkraftwerk nebenan im Gebäude der Verwaltungsgemeinschaft versorgt wird. Und: Es gibt WLAN im gesamten Gebäude.

Dass trotzdem noch einiges zu tun ist, wird im Erdgeschoss ersichtlich. Hier war früher auch der Eingang zum Notariat, bis dieses an den Marktplatz umgezogen ist. Architekt Schmid deutet auf einen Wasserschaden an der Wand, auf den Boden mit seinen Gebrauchsspuren, auf die etwas aus der Zeit gefallene blau-rosa Farbgebung aus den 1990er-Jahren. Und auf die glatten Decken, die für eine Musikschule alles andere als optimal seien, wegen des Schalls. „Wenn wir hier den Unterschied zu den fertigen Räumen sehen, wird sofort klar, dass wir hier etwas machen müssen“, betont Stadtbaumeisterin Ulrike Holl. Und zwar mehr als nur ein paar Verschönerungen. Wie oben, geht‘s auch hier an Boden, Wand und Beleuchtung, außerdem gibt‘s eine Akustikdecke. Die Arbeiten seien, mit erfreulich positivem Ergebnis, ausgeschriebenen worden, so Schmid. Über die Pfingstferien sollen die Firmen, übrigens dieselben des ersten Bauabschnitts, den genauen Zeitplan ausloten. Fertig sein soll das Ganze im Herbst. Die Arbeiten an der Außenfassade haben Verwaltung und Bauausschuss aus Kostengründen einhellig auf das kommenden Jahr verschoben, so Brütting.

Kosten: Für den jetzt beginnenden zweiten Bauabschnitt: rund 152 000 Euro (Plan: knapp 180 000 Euro). Im Haushaltsplan 2021 stehen für die Silberwarenfabrik 265 000 Euro zur Verfügung. Der Betrag für die Fassadensanierung mit 120 500 Euro muss im Haushalt 2022 neu angemeldet werden.

silberwarenfabrik
Foto

Zurück zur Übersicht: Heubach

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL