New Pig Festival: klein, fein - aber das reicht leider nicht

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New Pig, das ist gute Musik. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Mit Engagement hat der QLTourRaum Übelmesser das New Pig Festival wieder auf die Beine gestellt. Warum die Heubacher trotzdem ein bedrücktes Fazit ziehen.

Heubach

Nach zwei Jahren Zwangspause konnte am Wochenende endlich das New Pig Festival des Heubacher QLTourRaum Übelmesser an den Start gehen - zum elften Mal wieder an der Heubacher Stellung. Nach langen Wochen der Trockenheit und Hitze, meinen die Verantwortlichen achselzuckend: „Aber wenn das New Pig ist, ist dies als Garant für Regen, meint Susi Mücke.

Der Freitag startete erst einmal nass. In Windeseile wurde der Schotterplatz, so gut es ging, durchgewischt und trockengelegt. Und die Warm-up-Party mit Musik aus der Dose kurzerhand ins Zelt verlegt. Dann überlegte es sich der Wettergott aber doch noch einmal. Der Freitag blieb trocken. Obwohl die Besucherzahl mit rund 80 Personen, wie von Manuel Sorg geschätzt, relativ überschaubar war, war die Stimmung locker und gelöst.

Der Samstag hatte es dann schon etwas mehr in sich, prasselnder Regen verwandelte mittags das Gelände in eine Seenlandschaft, wahre Sturzbäche ergossen sich vom Rosenstein aufs Festgelände. Zur Kanalisierung der Wassermassen wurden kurzfristig Dränagen gelegt, als geeignetstes Schuhwerk waren definitiv Gummistiefel angesagt.

Das liebevoll hergerichtete Backstage-Zelt für die Bands und die Technik-Crew wurde allerdings überflutet, die bereit gelegten Handtücher für alle waren anschließend ein Fall für die Waschmaschine. Das überdimensionierte Strohschwein Rosi am Eingang behielt, trotzdem es vollständig durchgeweicht war, genauso die Form und Fassung wie die Festivalausrichter vom QLTourRaum Übelmesser.

Aber irgendein Wetter ist ja immer und der Ruf des Festivals reichte auch in diesem Jahr weit über die Grenzen Heubachs hinaus, schien aber leider bei den Besuchern aus der Region nicht angekommen zu sein, wie Susi Mücke bedrückt bilanziert.

Fast schon als Helden wurden Alexander und Florian aus Aschaffenburg von Besuchen gefeiert, die in einem Minizelt die Nacht auf Samstag auf dem Gelände verbracht hatten. Das Fazit, das die jungen Männer nach der ersten Zeltnacht lachend zogen, war: „Das Zelt ist nicht wasserdicht“. Beim Wasserstand von vier Zentimetern siedelte Alexander dann doch in den Camper von Florian um. Wie Evi und Frank aus Dachau sind die jungen Aschaffenburger der Ansicht: „Kleine Festivals sind angenehmer und familiärer als die großen Events“. Und wenn das Wetter doch richtig mies wird? „Wir tanzen auch im Regen“ sagt Evi lachend. Wichtig sei einfach der Spaß, gute Musik und nette Leute.

Bereits zum fünften Mal ist „Schwabbel“ Bernd aus dem bayrischen Ohrenbach dabei. Schwabbel sei dem Übelmesser irgendwann einmal „zugelaufen“, erzählt Susi Mücke. Der treue Bayer brachte Kumpel Marko aus München mit. Das Zelt der beiden sollte seinen Platz neben dem WC-Wagen erhalten, denn „da ist es von oben trocken. Die Bayern freuten sich vor allem auf die „Übelgang“, die netten Leute und das gute Heubacher Bier, das man getrost mit Münchner Brauereiprodukten auf eine Stufe stellen könne.

Manuel Sorgs Sorge, nicht genügend Helfer für den Aufbau zu finden, war unbegründet. Seit Montag seien jeden Abend rund 15 Helfer dagewesen. Ein schöner Beweis: „Der Verein lebt noch“. Alle hätten noch gewusst, was zu tun ist. „Festival organisieren ist wie Radfahren, man verlernt es nicht“, meint Manuel mit einem Blick auf seine Wetterapp, die trockenes Wetter für den Abend verspricht. Die App behält recht. Der Abend bleibt trocken. Rund 200 Gäste verbringen einen schönen Samstagabend, für die Vereinsmitglieder leider zu wenig, um die immensen Kosten zu decken, bilanziert Susi Mücke ziemlich bedrückt.

New Pig 2022: Entspannte Stimmung auf dem Gelände. Foto: Jan-Philipp Strobel
New Pig 2022: Der Samstag, ein Abend zum Genießen. Foto: Jan-Philipp Strobel
Die Festivalcrew ist gut drauf, jede(r) weiß, was zu tun ist. Foto: Jan-Philipp Strobel
Foto: Jan-Philipp Strobel
New Pig, das ist gute Musik. Foto: Jan-Philipp Strobel
New Pig, das ist gute Musik. Foto: Jan-Philipp Strobel
New Pig, das ist gute Musik. Foto: Jan-Philipp Strobel
New Pig: Die Fans waren gut drauf - auch, wenn es aus Sicht der Veranstalter mehr hätten sein sollen. Foto: Jan-Philipp Strobel
Tolle Bands, gute Stimmung in der Stellung unterm Rosenstein.
Tolle Bands, gute Stimmung in der Stellung unterm Rosenstein.
Entspanntes Abtanzen beim New Pig 2022 Foto: Jan-Philipp Strobel

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