Noch acht Jahre bis zur Umfahrung

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Stadt Heubach, Ingenieurbüro Bartsch und Regierungspräsidium informieren am Donnerstag in der Stadthalle über den aktuellen Stand der Nordumfahrung. Kritische Fragen der Bürger.

Heubach

Ein Bürger brachte das Unverständnis und den Ärger vieler der rund 70 Anwesenden am Donnerstagabend in der Stadthalle auf den Punkt: "Das wären also 55 Jahre Planung für zwei Kilometer Umgehung?!" Zuvor hatten Bürgermeister Frederick Brütting, Wolfgang Bartsch und Ulrike Reinelt vom verantwortlichen Ingenieurbüro Bartsch und Vertreterinnen des Regierungspräsidiums (RP) den Stand und den Zeitplan der Heubacher Nordumfahrung skizziert.

Warum die Umfahrung?

Laut Brütting sei die Verkehrsbelastung in den Ortsdurchfahrten Heubachs hoch und nehme weiter zu. Bei der 2017 für den Lärmaktionsplan gemachten Verkehrsprognose gingen die Planer für das Jahr 2035 beispielsweise von 12 800 Fahrzeugen pro Tag in Buch aus. Ohne Bau der Umfahrung steige die Zahl auf 13 400. Seit den 1970er-Jahren sei eine Umgehung in den Flächennutzungsplänen vorgesehen. Fahrt aufgenommen habe die Planung im Jahr 2015, als die Nordumgehung in das "Lückenschluss-Programm" des Landes aufgenommen wurde. Wegen der fehlenden personellen Kapazitäten habe die Stadt sogar die Planungen übernommen – nach den Vorgaben des Landes.

Wie sieht der Verlauf aus?

Ulrike Reinelt vom Ingenieurbüro Bartsch stellte den bereits feststehenden Trassenverlauf vor (siehe Karte). Er schließt im Westen an die Ortsumgehung Bargau an, kurz vor Buch kommt ein Kreisverkehr. Von dort führt für landwirtschaftliche Fahrzeuge parallel zur Umgehung auch ein drei Meter breiter Wirtschaftsweg bis zur Gemeindeverbindungsstraße (GVS) nach Böbingen. Der weitere Verlauf Richtung Heubach, also ungefähr am dem ehemaligen Gelände der Kleintierzüchter, wo heute die ausgebaute Straße endet, müsse noch geklärt werden. Es gibt zwei barrierefreie Unterführungen für Radwege – an der GVS nach Böbingen und am östlichen Ausbauende an der Benzstraße in Heubach.

Der Zeitplan

Ingenieur Bartsch erläuterte die Zeitschiene, immer unter dem Vorbehalt, dass "alles glatt läuft". Demnach seien die Voruntersuchungen abgeschlossen. Nun kommen sämtliche Gutachten, etwa zum Lärm, zum Boden, zur Natur. Diese "Entwurfsplanung" dauere voraussichtlich bis Mitte 2021. Der Aufstellungsbeschluss gehe zur Prüfung ans RP und ans Verkehrsministerium. Anfang 2022 könnte das Bebauungsplanverfahren samt öffentlicher Auslegung starten. Rechtskräftig könnte dieser Plan Mitte 2024 sein. Danach starten die Ausführungsplanungen mit allen technischen Details, sodass Mitte 2026 Baustart sein könnte. Somit wäre die Umgehung frühestens im Jahr 2028 fertig.

Diese Aussichten irritierten viele Bürger in der Stadthalle. Warum dauert das so lange? Brütting und die Ingenieure betonten, eine rechtssichere Planung sei äußerst wichtig. Der Bürgermeister erwähnte zum Beispiel, dass der Naturschutzbund BUND die ganze Straße für "unnötig" erklärt habe. Um zu verhindern, dass die Umgehung gerichtlich angegriffen werden könne, müsse die Planung gründlich gemacht werden.

Die Sache mit dem Lärm

Bislang ist nördlich des Wohngebiets Rodelwiesen ein Lärmschutz vorgesehen. Wie genau dieser gestaltet sei und ob auch in Buch etwas Ähnliches kommen könnte, werde das jetzt laufende, sehr exakte Lärmgutachten ermitteln, so Bartsch. Befürchtungen, dass bei einem Anschluss des Gmünder Gewerbegebiets Gügling noch mehr Schwerlastverkehr auf der Nordumfahrung unterwegs sei, müsse eventuell in die Verkehrsgutachten aufgenommen werden, so die Planer vom RP. Brütting ergänzte, Heubach werde sich bei den Nachbargemeinden zur Not "auf die Hinterbeine stellen".

Was tun in Buch?

Um die Belastung der Bucher bis 2028 zu reduzieren, will Brütting nach eigener Aussage weiter für Tempo 30 kämpfen. Auch seien ein lärmmindernder Asphalt und Blitzer denkbar.

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