Panoramaweg auf dem Rosenstein bis Herbst gesperrt

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Bereits Mitte Februar sperrten die zuständigen Förster den Panoramaweg auf dem Rosenstein. Die notwendigen Forstarbeiten können über die warmen Monate nicht gemacht werden, folglich bleibt der Weg bis zum Herbst für Wanderer tabu.
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Der beliebte Wanderweg muss wegen der kranken Buchen aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben. Nötige Forstarbeiten erst ab Oktober erlaubt.

Heubach

Über den Winter ging es den Buchen "in Windeseile" schlechter, erinnert sich Henning Fath. Der Förster und seine Kollegen vom Forstbezirk Schurwald mussten schnell handeln. Anfang Februar sperrten sie den Panoramaweg auf dem Rosenstein vom Ostfelsen über die große Scheuer bis zur Albvereins-Hütte. Der Grund: Der schlechte Zustand der Buchen war ein zu großes Sicherheitsrisiko. Nahezu alle Buchenkronen entlang des Weges seien dürr, ständig brechen Äste herunter oder es stürzen sogar ganze Bäume um. Eine Folge der beiden sehr trockenen Jahre 2018 und 2019 und dem anschließenden Befall mit Buchenprachtkäfern und Brandkrustenpilz.

Wie Henning Fath berichtet, wollten die Förster so schnell wie möglich für Sicherheit sorgen und den "Weg sanieren". Das heißt: Besonders übel betroffene Bäume komplett fällen. Bei anderen mit einer speziellen Maschine, dem Harvester, ab einer bestimmten Höhe die Krone abnehmen oder die Krone mithilfe des THW zu sprengen. In beiden Fällen wären die Bäume dann zwar auch tot, die Gefahr durch herabfallende Äste aber gebannt. Der Erhalt von stehendem Totholz sei zudem ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz und zur Artenvielfalt.

Allerdings kamen die Förster mit ihrer Arbeit im Frühjahr "in die naturschutzrelevante Zeit", wie Henning Fath sagt. Das heißt, das ab März keine derartigen Forstarbeiten mehr möglich waren, das Regierungspräsidium hatte diese aus Naturschutzgründen untersagt. Der Schutz von Uhu, Wanderfalke und Fledermaus wog schwerer als die Funktion des Gebiets als Wander- und Erholungsraum für Menschen. Henning Fath weiß, dass der Wanderweg, auch als Teil des Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins und des Archaeopfads, sehr beliebt ist. Allen Beteiligten sei die Sperrung "überhaupt nicht recht". Das Risiko, verletzt zu werden, sei aber vergleichsweise hoch. "In diesem Fall gibt es leider nur Schwarz oder Weiß, also entweder der Weg ist sicher oder er ist gesperrt", so der Förster. Das Regierungspräsidium erlaube die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen erst wieder ab Oktober/November. Eventuell könnte ein Teils des Wegs Richtung Lautern schon früher geöffnet werden, hier befänden sich die Behörden aber noch in der Abstimmung. Das heißt, bis dahin bleibt der Panoramaweg gesperrt. "Wir können da nur um Verständnis und Befolgung bitten", betont der Förster. Bürgermeister Frederick Brütting bestätigt, dies sei "keine leichtfertige Sperrung". Er sei bei der Begutachtung der Buchen dabei gewesen und könne nur sagen: "Das ist wirklich lebensgefährlich." Besonders gravierend seien die Schäden da, wo die Humusschicht im Boden dünn sei und schnell der Fels komme. Hier könne sich Wasser kaum halten. Dazu Hitze, trockenheit und Schädlinge. "Wer sehen will, in was für einem massiven Ausmaß und in welch unheimliche Geschwindigkeit sich der Klimawandel bemerkbar macht, muss sich nur unsere Buchenwälder anschauen", so Brütting. Das sei "eine extreme Dynamik".

Das ist erst der Anfang.

Henning Fath, Förster

Immerhin zeigt sich Förster Fath zuversichtlich, dass der Weg nach Abschluss der Arbeiten freigegeben werden kann. Dann allerdings werde der Anblick ein völlig anderer sein. "Es wird sehr, sehr hell und kahl", sagt Henning Fath. Der Altbestand der Buchen müsse vor allem rund um den Ostfelsen nahezu komplett weichen. Der Förster ist überzeugt, dass sich das Problem wegen der klimawandelbedingten Trockenheit verschärfen wird und ähnliche Konflikte auch an anderen Stellen auftreten. "Das ist erst der Anfang", stellt der Förster klar.

Bereits Mitte Februar sperrten die zuständigen Förster den Panoramaweg auf dem Rosenstein. Die notwendigen Forstarbeiten können über die warmen Monate nicht gemacht werden, folglich bleibt der Weg bis zum Herbst für Wanderer tabu.
Die aus Sicherheitsgründen gesperrten Bereiche des Panoramawegs auf dem Rosenstein. Quelle: ForstBW

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