Regen kann den Spaß nicht verderben

+
Berg-Revival in Heubach
  • schließen

Das zehnte ADAC Historic Bergrevival in Heubach lockt Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Südwesten an.

Heubach

Zweieinhalb Kilometer, 14 Kurven  und jede Menge Spaß: Das lockt Oldtimerbegeisterte jedes Jahr nach Heubach. 117 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewältigen diesmal die Gleichmäßigkeitsfahrt zwischen „Jägerhaus“ und „Stock“, versuchen, die im Vorlauf erzielte Zeit möglichst sekundengenau zu wiederholen. Das zehnte ADAC Historic Bergrevival wird für viele Fahrer zur Herausforderung, auf regennasser Fahrbahn leidet das Kurvenverhalten der Autos.

Schwer haben es die Formel-Fahrzeuge, deren Grenzbereich eher bescheiden ist, bei denen ein kurzer Gasstoß das Heck ausbrechen lässt. Carl Bächtold hat damit kein Problem. Er ist mit seinem Porsche 924 am Start, schätzt die Spurtreue des Sportwagens, die gleichmäßige Gewichtsverteilung durch die Transaxle-Bauweise. Bächthold geht beim möglichen Tempo nicht an die vorgegebene Grenze von 80 Stundenkilometern, fährt die Strecke in zwei Minuten und 40 Sekunden, das entspricht etwa 70 Stundenkilometern. Deutlich langsamer müssen Autos vor Baujahr 1947 unterwegs sein, da ist nur ein 50er-Schnitt erlaubt. Den Charakter von Abenteuer hat es dennoch für manche. Dennis Kurz und Monika Roth aus der Nähe von Ravensburg sind mit einem Wolseley Hornet Sport 12 HP unterwegs. Die Windschutzscheibe des 1936 gebauten Engländers ist nur andeutungsweise vorhanden, ein Dach sucht man vergeblich.   Damit sind die Oldtimer-Begeisterten nicht nur den Berg in Heubach hochgefahren. „Wir sind auf eigener Achse von zuhause gekommen“, sagt Dennis Kurz. Und selbst ein kurzer Hagel, den das Paar am Samstag erlebte, gilt nicht als Spaßverderber.

Initiator und Organisationschef Gunther Holley schätzt diese Art der Hobbypflege. „Nur ganz wenige Oldtimerfahrer haben sich vom Wetter abhalten lassen“, sagt er. Und er freut sich, dass auch Zuschauer dem Wetter trotzen, vor allem am Nachmittag sind viele Gäste rund um die Versandhalle der Hirsch-Brauerei zu sehen. Dort stehen die Fahrzeuge zwischen den Läufen, man kommt miteinander ins Gespräch. Da ist Miguel Rebelo aus Waiblingen mit seinem Ferrari 360 aus dem Jahr 1999. „Die Strecke ist super“, sagt er, der zum ersten Mal dabei ist. Auch wenn man an manchen Stellen etwas wegrutscht. Eine Tatsache, die auch Tobias Möhring aus Wörth nicht von der Teilnahme abhält. Sein Wagen ist viel umlagert, weil die Marke kaum bekannt ist, ein Saker GT aus den Niederlanden. Der 1999 für die Rennstrecke gebaute Sportwagen greift auf Subaru-Technik zurück, liefert hier 300 PS. Ein Zufall hat ihm diesen Wagen beschert, beim Flugplatzrennen in Nördlingen hat er den verkaufswilligen Vorbesitzer getroffen. Die Veranstaltung erinnert an das legendäre Bergrennen von 1965. Damals waren 287 Motorräder und Autos auf der Strecke mit ihren 217 Höhenmetern. Ein Rennen ist das natürlich nicht mehr, der Spaß ist geblieben. Spaß vor allem an Oldtimern, die mal wieder bewegt werden. Wie Niko Fischers VW Käfer aus dem Jahr 1968, der „nach vier Jahren erstmals wieder im Einsatz ist“, wie er sagt. Der grüne Oldtimer hat mit den Höhenmetern leichtes Spiel, statt der 44-Serien-PS stehen 158 PS aus 2,4 Litern Hubraum zur Verfügung. 

Berg-Revival in Heubach
Berg-Revival in Heubach
Berg-Revival in Heubach
Berg-Revival in Heubach
Berg-Revival in Heubach
Berg-Revival in Heubach

Zurück zur Übersicht: Heubach

Kommentare