Rosenstein-Buchen müssen weichen

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Förster Jürgen Sistermans-Wehmeyer an einer abgestorbenen Buche neben dem Wanderparkplatz auf dem Rosenstein.
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Warum nach den Forstarbeiten am Panoramaweg jetzt auch rund um den Wanderparkplatz auf dem Rosenstein Buchen gefällt werden müssen.

Heubach

Jürgen Sistermans-Wehmeyer seht im Wald in der Nähe des Wanderparkplatzes auf dem Rosenstein. Neben dem Förster liegt ein langer Baumstamm. Mehr als hundert Jahre alt, hat der Baum vieles ertragen und überlebt. Doch dann ging alles ganz schnell.

Im vergangenen Sommer hat Förster-Kollege Henning Fath die braunen Stellen im Laub der Krone entdeckt. Da sei klar gewesen: „Das heilt der Baum nicht mehr“, sagt Sistermans-Wehmeyer. Die Buche erleidet dasselbe Schicksal wie schon zahlreiche ihrer Art entlang des Panoramawegs auf dem Rosenstein. Sie leidet unter den Folgen der trockenen und heißen Sommer der Jahre 2018, 19 und 20. Sie trocknet von der Krone her aus. Die Folge: Sie wird von Pilzen befallen, Äste können herunterbrechen. Und wie schon am Panoramaweg müssen die Förster nun auch hier eingreifen, um die Sicherheit der Waldbesucher zu gewährleisten. Auf einem etwa sechs Hektar großen Gelände um den Wanderparkplatz werden die schwachen, angegriffenen Bäume, vor allem Buchen, gefällt werden.

Arbeiten bis Weihnachten

Die Arbeiten starten voraussichtlich am 22. November und sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein, so Sistermans-Wehmeyer. Der Wanderparkplatz werde dabei immer offen bleiben. Manche Wege müssen unter der Woche gesperrt werden, es soll aber Umleitungen geben und an den Wochenenden sollen keine Arbeiten stattfinden. Dass aber etwas passieren muss, steht für den Förster außer Frage. „Die Buchen sind schon in einem sehr kritischen Zustand, da müssen wir handeln.“ Wichtig sei ihm, dass der Forst dabei „zielgerichtet und geordnet“ vorgehe und keinesfalls „die wilde Axt im Wald schwingt“. Jeder Baum werde einzeln genau betrachtet und wenn möglich stehen gelassen. Ziel sei, die unterschiedlichen Funktionen, die der Wald erfüllt, zu erhalten. Derzeit werde der Wald oft nur noch als CO2-Speicher gesehen, meint Sistermans-Wehmeyer. Das sei zwar wichtig, aber eben nur ein Teil. Der Wald, insbesondere auch auf dem Rosenstein, sei darüber hinaus Natur- und Vogelschutzgebiet, Erholungsraum für Menschen und als Holzlieferant auch Teil der Forstwirtschaft.

Unterschiedliche Funktionen

Es gelte, diese unterschiedlichen Funktionen bestmöglich unter einen Hut zu kriegen. Gelingen soll das mit einem sogenannten Dauerwald. Das bedeutet, dass die schwachen und kranken Bäume entfernt werden, um so anderen, jüngeren Bäumen mehr Raum zu geben. „Diese Bäume sind ja jetzt schon da“, betont der Förster. Diese „Zukunftsbäume“, zum Beispiel Linde, Ahorn oder Eiche, könnten sich ohne die Konkurrenz um Wasser im Boden und um Sonnenlicht in den Kronen besser entwickeln und dem Klimawandel besser standhalten, so die Hoffnung der Förster. Wichtig sei, die richtige Mischung zu finden, um die „Multifunktionalität“ des Waldes uz erhalten, betont Sistermans-Wehmeyer. Wie auch am Panoramaweg soll auch in den jetzt betroffenen Waldstücken Alt- und Totholz erhalten bleiben, als Lebensraum für Schwarzspecht, Hohltaube, Mopsfledermaus und viele andere Arten.

Wir müssen da jetzt handeln.“

Jürgen Sistermans-Wehmeyer,, Förster

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