Seit 1996 hilft Heubach in Peru

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25 Jahre Peru-Gruppe Heubach

Die Peru-Gruppe Heubach besteht in diesem Herbst seit nunmehr 25 Jahren. Welche Projekte in all der Zeit umgesetzt werden konnten und wie viel Geld bisher insgesamt nach Laderas geflossen ist.

Heubach

Als im Jahr 1996 eine kleine ökumenische Reisegruppe unter Leitung des damaligen Pfarrvikars Frank Esche Kontakte zu Frauenorganisationen in den Armenvierteln von La Ensenada und Laderas am Rand von Lima knüpfte, dachte noch keiner an ein so langes und nachhaltiges Engagement der Heubacher für die Menschen in Peru. Doch die Eindrücke der Reise waren so bewegend, dass sich die Peru-Gruppe Heubach formierte, um nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Mittlerweile hat der Verein über 200 Mitglieder und eine Vielzahl von Förderern. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, so dass die Spenden und die bei Veranstaltungen erwirtschafteten Gelder nahezu vollständig bei den Menschen in Laderas ankommen.

Ein Pater als Partner

Im Laufe der Zeit entwickelten sich in Laderas konkrete Projekte, die fortlaufend von der Peru-Gruppe unterstützt werden. So kümmern sich in der Kinderkrippe die Erzieherinnen um die Förderung, Ernährung und Ausbildung der Kinder, behinderte Kinder werden betreut; in der Volksküche werden täglich bis zu 400 Essen an Kinder, Alte und sonstige Bedürftige ausgegeben; und eine Zahnärztin kümmert sich um die Zahnpflege der Kinder.

Der Pater in Laderas ist dabei der Ansprechpartner für die Heubacher. Über ihn werden die Gelder an die einzelnen Projektleiter verteilt. Für Löhne, Essensbeschaffung und Dinge des täglichen Bedarfs werden jährlich etwa 70 000 Euro von Heubach nach Laderas überwiesen. Hinzu kommen Sonderprojekte. Im Jahr 2020 und 2021 waren dies coronabedingte Sonderhilfen in Höhe von jeweils 40 000 Euro, um die ärmsten Familien zu unterstützen. Da viele Menschen aufgrund der verhängten und streng kontrollierten Ausgangssperren in Peru nicht mehr die Möglichkeit hatten zu arbeiten, wurden Pakete mit Lebensmitteln und notwendigen Dingen des täglichen Bedarfs, wie Hygieneartikeln, organisiert.

Am besten sei es jedoch, so die Meinung der Peru-Gruppe, wenn die Menschen vor Ort mit entlohnter Arbeit unterstützt werden können. In der Kartenwerkstatt, die auch während Corona nach zwischenzeitlichen Lieferproblemen weiterarbeiten konnte, werden im Jahr über 10 000 Karten in Handarbeit produziert – jede Karte ist somit ein Unikat. Mittlerweile arbeiten für die Kartenwerkstatt etwa zehn Personen das ganze Jahr über und können dadurch ihre Familien versorgen. Die Peru-Gruppe Heubach verkauft diese Karten mittlerweile deutschlandweit: „Mit dem Kauf einer Karte hilft jeder unmittelbar mit, die Arbeitsplätze zu erhalten.“

Ein Heubacher Zimmer in Peru

Im Jahr 2015 wurde die Aufstockung des Schutzhauses finanziert, um vor allem junge Mädchen, die von ihren Familien verstoßen wurden, aufnehmen zu können. Dabei wurde auch das Heubacher Zimmer eingerichtet. Dies ermöglichte fortan jungen Menschen aus Heubach und Umgebung im Rahmen eines Freiwilligendienstes vor Ort zu helfen . „Bis zum Beginn der Corona-Pandemie wurde unser Heubacher Zimmer gut genutzt und war fast immer von zwei Freiwilligen belegt“, so die Peru-Gruppe. Durch deren Einsatz entstand zum Beispiel auch das Wassertankprojekt. Mithilfe der Installation von kleineren Wassertanks kann den Bewohnern nun auch während längerer Phasen ohne Wasser aus dem öffentlichen Netz der Zugang zu sauberem Trinkwasser sichergestellt werden.

Ein weiteres Projekt: Nach Einbruch der Dunkelheit können die Kinder nicht mehr lernen oder Schulaufgaben machen, da die Hütten zum großen Teil ohne Licht auskommen müssen. Daraus entstand die Idee der Installation von Solarleuchten in den Hütten. Das Projekt „1000 Lichter für Laderas“ wurde ins Leben gerufen. Allerdings konnten erst 100 der geplanten 1000 Leuchten installiert werden, da seit Beginn der Pandemie keine Freiwilligen mehr nach Laderas reisen können um die Installation vor Ort zu organisieren.

Über eine Million Euro

Nach dem Tod von Gerd Ritz, Gründer und langjähriger Vorsitzender der Peru-Gruppe, im Jahr 2019 übernahm Ludger Kirschey die Leitung. Er würde natürlich gerne selbst nach Peru reisen, um die Menschen vor Ort persönlich kennen zu lernen. Allerdings ist dies aufgrund von Corona immer noch nicht möglich. Und auch die Feier anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Gruppe fiel dem Virus zum Opfer.

Dank der vielen Spenderinnen und Spender kann der Verein jedoch die Projekte weiter begleiten und den Menschen Unterstützung und Anerkennung zukommen lassen. Anlass zu Freude im Verein ist es, dass seit der Gründung der Peru-Gruppe mittlerweile die Spendensumme von einer Millionen Euro an Transferleistungen nach Laderas überschritten wurde.

  • Kartenverkauf und eine geplante Veranstaltung
  • Die Peru-Gruppe Heubach verkauft kunsthandwerkliche Karten, die in Laderas hergestellt werden. Diese können im Internet unter www.kartenwerkstatt-peru.org bestellt und gekauft werden.
  • Die nächste Veranstaltung der Peru-Gruppe ist am Samstag, 20. November, um 19.30 Uhr in der Heubacher Stadthalle. Gezeigt wird eine Filmreportage über Namibia von Marlene und Ludger Kirschey . Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.peru-gruppe-heubach.de.
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25 Jahre Peru-Gruppe Heubach

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